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Porträt

08.08.2019

Der kluge „Chaot“ aus Wemding

Michael Burger hat am Albrecht-Ernst-Gymnasium das Abitur abgelegt. Mit 894 von 900 möglichen Punkten. In seinem Zimmer präsentiert er das Zeugnis und das Abschlussgeschenk des Elternbeirats an alle Schüler.

Michael Burger hat am Oettinger Albrecht-Ernst-Gymnasium eines der besten Abiture der vergangenen Jahre in Bayern abgelegt. Warum er nicht ins Klischee passt.

Ein Hausaufgabenheft hat Michael Burger noch nie verwendet. Braucht er nicht. Die Notizen kritzelt er stattdessen auf seinen Handrücken. Auch das Abitur ist er relativ entspannt angegangen. „Ich bin ziemlich chaotisch“, sagt der 18-Jährige und schmunzelt.

Am Albrecht-Ernst-Gymnasium Oettingen hat er dieses Jahr sein Abitur gemacht. Sogar der Bürgermeister seiner Heimatstadt Wemding hat ihm dazu gratuliert. Warum? Michael Burger hat eines der besten Abiture der vergangenen Jahre in Bayern hingelegt. 894 von 900 möglichen Punkten – Traumnote 1,0.

Dass er ein begabter Schüler sei, hört Michael Burger nicht gerne. „Ein an den Themen interessierter Schüler finde ich besser“, sagt er selbstbewusst. Die Themen aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten. Das habe ihm an der Schule gefallen. „Die Romantik ist ein gutes Beispiel dafür, denn man behandelt sie unter anderem im Deutsch- und Musikunterricht, aber immer aus anderen Perspektiven“, erzählt Michael Burger. Seine Stärken sind aber die naturwissenschaftlichen Fächer. Mathe und Physik. Dafür schwärmt der Abiturient.

Der kluge „Chaot“ aus Wemding

Michael Burger tüftelt auch für "Jugend forscht"

Wie ist ein Atomkraftwerk aufgebaut? Das ist eine der vielen Fragen, die im Physikunterricht gestellt werden. Genau das fasziniert Michael Burger an dem Fach – die breiten Anwendungsgebiete der Physik. In diesem Jahr tüftelte Michael Burger auch für „Jugend forscht“. Sein Projekt war so simpel, wie klug: Er entwarf eine so genannte Schusterkugel.

Dabei handelt es sich um einen mit Wasser gefüllten kugelförmigen Glaskolben. Dort sammelt sich etwa das Licht der Sonne, und der Glaskolben lenkt den Lichtstrahl dort hin, wo er gebraucht wird. Handwerker nutzten diese Technik, bevor es elektrische Lichtquellen gab, um ihren Arbeitsplatz besser auszuleuchten.

Ab Oktober studiert der Wemdinger Mathe und Physik

Ab Mitte Oktober studiert Michael Burger an der Technischen Universität (TU) in München Mathe und Physik. Möglicherweise erhält er dann ein Stipendium durch das Maximilianeum. Ob das klappt, erfährt er kommende Woche.

Michael Burger freut sich auf das neue Kapitel, das Großstadtleben. Einige seiner Freunde studieren schon dort. „Ich lasse das alles auf mich zukommen“, sagt Michael Burger. Deswegen wisse er auch noch nicht genau, wo er nach seinem Studium arbeiten will: „Am liebsten wäre es mir, möglichst lange zu studieren und in die Forschung zu gehen.“

Den "Bruderkampf" hat Michael Burger knapp gewonnen

Auch sein Bruder Ludwig studiert in München. Vor drei Jahren hatte der noch den inoffiziellen Titel des besten Schülers in der Region inne. 893 von 900 möglichen Punkten. „Um einen Punkt habe ich ihn im Bruderkampf geschlagen“, sagt Michael Burger lächelnd.

Sein Bruder sei aber ein sehr wichtiges Vorbild für ihn gewesen, betont er. Auch bei Hausaufgaben und Übungen habe ihm Ludwig geholfen. Sein Wissen wiederum hat auch Michael gerne mit seinen Mitschülern geteilt. „Für einen Kaffee habe ich es den anderen gerne erklärt“, sagt er augenzwinkernd. Auch ihm hat das Erklären viel gebracht: „Man sieht Probleme, die man bisher nicht gesehen hat.“

Tipp: Atkiv mitarbeiten

Sein Tipp, für alle die sich in der Schule schwer tun: Aktiv mitarbeiten. Das habe ihm am meisten gebracht. Die richtigen Lerntechniken zu finden, sei auch wichtig. Er selbst könne gar nicht genau sagen, welcher Lerntyp er sei, aber: „Ich merke mir viel, wenn ich lese.“ Was ihm dagegen wenig gebracht hätte: Textpassagen mit verschiedenen Farben zu unterstreichen, wie es von einigen Lehrern verlangt werde.

Für Michael Burger beginnt ab Mitte Oktober in München ein neues Kapitel. Bis dahin genießt er seine freie Zeit – unter anderem am Klavier und am Akkordeon. Seit dem Kindesalter spielt er beide Instrumente.

Wenn er mal nichts von Mathe und Physik hören will, kann er an einem der beiden Instrumente abschalten.

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