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Hochzeit

04.05.2011

„Der schönste Augenblick war das Versprechen“

Auf dem Weg zur Westminster Abbey: Fürst und Fürstin zu Oettingen-Spielberg gehörten zu den wenigen deutschen Gästen bei der Hochzeit in London.
Bild: Foto: privat

Wie das Oettinger Fürstenpaar die Vermählung von William und Kate erlebte

Oettingen Albrecht Fürst zu Oettingen-Spielberg ist ein eher zurückhaltender Mann. Doch jetzt schwärmt er begeistert, wenn er an den vergangenen Freitag zurückdenkt. Da zählten er und Fürstin Angela sowie sein ältester Sohn, Erbprinz zu Oettingen-Spielberg, zu den wenigen Gästen aus Deutschland, die in der Westminster Abbey live dabei waren, als sich Prinz William und Kate (Catherine) Middleton das Jawort gaben. „Überaus glücklich“ sei die Oettinger Fürstenfamilie gewesen, die Trauung des befreundeten Brautpaares aus der Nähe miterleben zu können. „Überwältigend“ – das war der beherrschende Eindruck, den der Fürst von diesem „großartigen ernsten und zugleich freudvollen Fest“, mit nach Oettingen zurücknahm.

An gleicher Stelle, wo Wilhelm der Eroberer gekrönt wurde

„Man muss sich das einmal vorstellen, dass 1066 an diesem Ort, in der Westminster Abbey William the Conqueror gekrönt wurde (Wilhelm der Eroberer regierte ab 1066 als Wilhelm I. das Königreich England – die Redaktion) und am Freitag haben sich dort zwei junge, sehr gut ausgebildete Leute das Jawort gegeben.“ Ausgesprochen sympathisch sei das Paar, das mit beiden Beinen auf dem Boden stehe. Modern, wie sie seien, würden sie dennoch diese alte demokratische Tradition, die sich ja immer wieder verändert habe, fortführen.

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Schon allein die Kirche sei ein höchst beeindruckendes Erlebnis gewesen und natürlich die Trauung insgesamt: „Ernst und dennoch sehr freudig. Es wurde gelächelt und man hat Gesten gesehen, die eine große Freude ausdrückten.“ Als den schönsten Moment der Feierlichkeiten hat der Fürst die Trauungszeremonie selbst empfunden: „Der schönste Augenblick war sicherlich das gegenseitige Versprechen, das Prinz William und seine Braut sich gegeben haben.“

Aber auch der Einzug des Brautpaares sei ein sehr ergreifender und mit höchster Spannung erwarteter Augenblick gewesen. Eineinhalb Stunden habe die Fürstenfamilie auf diesen Augenblick in der Kirche gewartet. „Beim Auszug wiederum war die Entspannung mindestens genauso spürbar gewesen“, so der Fürst.

Das Oettinger Fürstenpaar hat von einem Platz im Hauptschiff die Trauung miterlebt: „Wir hatten keinen direkten Blick auf den Altar, aber in der Kirche waren Bildschirme aufgestellt, sodass man alles mitverfolgen konnte.“

Millionen Menschen sahen die Gäste bei der Fernsehübertragung in die Hochzeitskirche schreiten. Anders als viele männliche Gäste, die man sah, trug der Oettinger Fürst weder Zylinder noch Handschuhe. Fürstin Angela hatte sich nicht eigens neu eingekleidet für dieses einzigartige Ereignis, erzählt ihr Mann im Gespräch mit unserer Zeitung: „Sie hatte das blaue Kostüm mindestens schon einmal an.“ Dazu trug sie einen schlichten, geschmackvollen Hut, passend zum Kostüm.

Dem Hofmarschall gratuliert

Die Kleideretikette war im Großen und Ganzen darauf beschränkt, man möge weder in Weiß noch in Schwarz erscheinen. Dass die Damen kein Gelb tragen dürften, weil das an diesem Tag der Queen vorbehalten sei, konnte Fürst zu Oettingen-Spielberg nicht bestätigen: „Nein, das ist nicht bis zu uns vorgedrungen.“

Am Ende der Trauungsfeierlichkeiten hat der Adlige aus Oettingen dem „Lord Chamberlain of the Household“ (königlicher Hofmarschall) Earl Peel zu den großartigen Hochzeitsfeierlichkeiten gratuliert.

Ob man sich nun in Oettingen irgendwann einmal auf königlichen Besuch freuen kann? Fürst Albrecht: „Dafür gibt es derzeit überhaupt keine Planungen.“ Vor ein paar Jahren war Prinz Williams Bruder Harry bereits im Ries zu Gast – und zwar zur Jagd.

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