Prunksitzung Huisheim

27.02.2017

Die 70er Show

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7 Bilder
Bei der Prunksitzung der Blaumeisen wurde ordentlich verhandelt. Bebbi und Kattl (zweiter und dritter von rechts) mischten sich ein und nahmen gleich Wettstreit ob Huisheim oder Gosheim mehr zu bieten hat kein Blatt vor den Mund.
Bild: Christian Hammer

Die Blaumeisen reisten mit ihrem Publikum zurück in die Zeit der Hippies. Von zwei Bazis, einer hängenden Unterhose, dem Bauwettstreit zwischen Gosheim und Huisheim und einem goldenen Narrenteller.

Der Fasching biegt ab in die Zielgerade. Vielerorts wird bis zum Aschermittwoch nochmal so richtig gefeiert. Bei ihrer Prunksitzung am Faschingssonntag zeigten die Huisheimer Blaumeisen, dass sie mit allen närrischen Wassern gewaschen sind. Vom spektakulären Schautanz bis zum spitzen, geschliffenen Wort fand der Faschingsliebhaber alles, was das Herz begehrt.

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Eine Eröffnung nach Maß zeigte die Musicalgruppe des Carneval Clubs Blaumeisen Huisheim mit ihrer Choreographie zu „Walking on Sunshine“. Präsidentin Nadine Strauß freute sich über eine volle Sualafeldhalle und präsentierte ein Novum. „Ich freue mich sehr über unseren neuen Kinderhofmarschall Lukas.“ Das Moderationstalent übernahm prompt die Ansagen für den ersten Showblock, der ganz im Zeichen des Kinderhofstaates stand. Er präsentierte die Kinderregenten Prinzessin Anna I. vom närrischen Geschlecht (Färber) und Prinz Jonas II. aus den Tiefen der Rees (Pfeifer). Sogleich nahmen sie das Publikum mit zu einem tänzerischen Streifzug durch die 70er und 80er Jahre und wirbelten unter anderem zu Nenas 99 Luftballons.

70er Zeit ist Hippiezeit – das dachten sich wohl auch die Minis, die die alternative Lebenseinstellung bei ihrer Darbietung zelebrierten. Zu einem „fetzigen Marsch“ tanzen die Polka Kids. Bei dem Tanz zu „Highway to hell“ oder „I was made for loving you babe“, merkte jeder im Publikum, dass alle bei den Blaumeisen den Fasching von Kindesbeinen voll im Blut haben.

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Sehr viel Applaus bekam auch der Sketch „Zwei Bazis vor Gericht“. Wie in der „altbayerischen“ Fernsehserie des Bayerischen Rundfunks „Das königlich bayerisches Amtsgericht“, standen Andreas Seel und Josef Mederle vor dem Huisheimer Narrengericht. Beide sollten für ihre närrischen Vergehen in den 1980er Jahren belangt werden. Frauengeschichten und freche Sketche der Vergangenheit standen im Anklagekatalog. Unter anderem thematisierte der „Rat“ Seels legendären Sprung von einem Tisch in eine hängende Unterhose. Gegen ihn wollte der Richter gar ein Annäherungsverbot von 500 Metern zur Sualafeldhalle verhängen. In die urige Verhandlung mischten sich mit Bebbi und Kattl, die beide für reichlich Klatsch und Tratsch bekannt sind, ein. Es kam zu einem Wettstreit welches Dorf – Huisheim oder Gosheim mehr zu bieten habe. Beide waren sich in Sachen Baugebiet einig. „Jeder darf da doch bauen wie er will. Von einem runden Haus über Toskanabau bis hin zur Stadtvilla – alles ist dabei“, so die beiden einträchtig.

Die diesjährigen Regenten Prinzessin Brigitta I. von den Hexen des Blaumeisenlandes (Raschke) und ihr Prinz Tom I., Herrscher über die Pferdestärken (Neumann), berichteten in ihrer Rede an das Narrenvolk, von einer anstrengenden aber so wörtlich „unglaublich schönen“ fünften Jahreszeit. Gemeinsam zeigten sie ihren Prinzenwalzer und einen eindrücklichen Lichtertanz. Für ihre Regentschaft erhielten beide einen Faschingsorden.

Sturz vom Bürgermeister in die Baugrube

Apropos Ehrungen – in Huisheim wird jährlich der goldene Narrenteller verliehen. Einige Ballbesucher fühlten sich an eine prominente Parallelveranstaltung – die Oscarverleihung in Los Angeles erinnert. Laudatorin Heidi Ammer übergab die Auszeichnung für größte Verdienste um den Huisheimer Fasching an Thomas Steib.

Einen gefeierten Auftritt hatte Andreas Seel als Udo Lindenberg. Er badete in der begeisterten Menge. Typisch Udo – ganz in schwarz und Leder und mit rauchiger, tiefer Stimme, so gab er sich als Lindenberg-Double.

Die beiden Sololistinnen Caro Walter und Kathrin Hönle zeigten, warum sie zur bayerischen Tanzelite gehören. Beide Darbietungen waren gespickt mir feinster Akrobatik und tänzerischer Finesse. Ihre Soloerfolge brachten Katrin Hönle die Nominierung zur DZ-Sportlerin des Jahres ein. Thomas Ammer und Karl-Heinz Schrettle belustigten das Publikum mit ihrer gesungenen „Gschanzeleinlage“. Sie machten den Sturz von Bürgermeister Harald Müller in eine Baugrube bekannt und lachten über die Gosheimer Umleitung, die einem Hindernisparcours gleiche. Als Zugabe sang Karl-Heinz Schrettle eine auf „Augustiner“ umgetextete Version von „Halleluja“. Im großen Finale wurde es nochmal spektakulär. Die Showgruppe Cats bewies ihr tänzerisches Können.

Bis ihn die frühen Morgenstunden feierten die Ballbesucher zur Musik der Band „Ultraschall“. Eins steht nicht nur in Huisheim fest: Die Narren geben bis zum Aschermittwoch noch mal richtig Gas.

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