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Wirtschaft

21.06.2018

Die Chancen und Risiken der Region

Die Auftragsbücher der meisten Unternehmen in Nordschwaben sind voll, sagen die Vertreter der Regionalversammlung der Industrie- und Handelskammer. Trotzdem blicken einige sorgenvoll in die Zukunft.

Wie die Industrie- und Handelskammer die Situation in Nordschwaben bewertet

Die Vorfreude bei der Industrie- und Handelskammer ist groß. In Dillingen wird es bald ein Haus der Wirtschaft geben, das ganz neue Möglichkeiten für Nordschwaben eröffnet. In dem dreigeschossigen Gebäude wird im Erdgeschoss eine Lehrwerkstatt eingerichtet. Industriemeister, Lagerlogistiker, Mechatroniker und Wirtschaftsfachwirte erhalten hier unter anderem eine Fortbildung. Im ersten Obergeschoss werden Seminarräume der IHK-Akademie eingerichtet. Im zweiten Obergeschoss wird die IHK-Regionalgeschäftsstelle zu finden sein. „So ein Angebot gibt es in mehreren Regionen Schwabens bereits. Wir freuen uns, dass es jetzt auch in Nordschwaben kommt“, sagt Andreas Kopton, Präsident der Industrie- und Handelskammer Schwaben (IHK) und Vorstand bei der Firma HPC in Harburg. Etwas dauern wird es aber noch, bis die Betriebe der IHK das Angebot nutzen können. Der Spatenstich ist für das erste Quartal 2019 geplant.

Positiv sehen Kopton und die anderen Mitglieder der Regionalversammlung der IHK auch die aktuelle Wirtschaftssituation. Die Auftragsbücher der meisten Unternehmen in der Region seien voll, und dennoch blicken viele mit Sorge auf die aktuellen politischen Entwicklungen. „Der Beratungsbedarf der Unternehmen ist stark angestiegen, vor allem mit Blick auf die USA und deren Zoll- und Steuerpolitik“, sagt Kopton. Während das Thema Strafzölle für Unruhe sorge und die Angst vor einem Handelskrieg bestehe, wecke die Steuerpolitik Interesse, weil US-Präsident Donald Trump die Unternehmen entlastet hat. Das macht die USA interessant für Investitionen. Laut Elke Hehl, Leiterin der Regionalgeschäftsstelle Nordschwaben sanken die Exportzahlen von Bayern in die USA zuletzt um 11,3 Prozent.

Mit Sorge betrachtet die IHK auch Diskussionen hierzulande. So kritisiert die Kammer, dass aktuelle Volksbegehren zum Thema Flächenfraß. „Hier versuchen einige Parteien im Wahlkampf verzweifelt, ihr Profil zu schärfen. Die Auswirkungen wären verheerend, wenn das durchgeht. Dann wird Baugrund viel teurer“, so Kopton. Ein beliebtes Beispiel bei den Befürwortern der Initiative sind die Gewerbegebiete, die Kommunen ausweisen. Laut Kopton sind insgesamt zwölf Prozent der Fläche in Bayern besiedelt, davon nutze das Gewerbe wiederum ein Prozent.

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Den Unmut gibt es auch beim Thema Dieselfahrzeuge. „Hier wird eine Technologie verteufelt, die gut funktioniert und gerade für Firmen in ländlichen Regionen mit weiteren Wegen ein wichtiger Faktor ist.“ Im Fokus der IHK steht in Nordschwaben auch der Ausbau von Verbindungsstraßen, sowohl für Fahrzeuge als auch für Daten. „Die Digitalisierung ist eine große Chance. Wir brauchen in den Gewerbegebieten Anbindungen, die auch in zehn Jahren noch den Anforderungen genügen, mahnt Wolfgang Winter, IHK-Vizepräsident. Eine große Chance für die Region sehen die Vertreter der IHK–Regionalversammlung auch im Ausbau der B16 zwischen Günzburg und Ingolstadt, auch wenn der nach derzeitigem Stand erst im Jahr 2030 abgeschlossen sein wird. „Wir bleiben bei dem Thema wachsam. In drei Wochen gibt es in Neuburg ein Treffen mit den Vertretern der zuständigen Bauämter“, informiert der Regionalvorsitzende Franz Leinfelder. Knackpunkte sind vor allem die Trassenführung bei Höchstädt und Tapfheim, sagt er. Aus Leinfelders Sicht besteht auch bei der Anbindung des Ries noch Handlungsbedarf. Konkret nennt er eine bessere Verbindung hinüber zur A7, die an Baden-Württemberg scheitere, dem dreispurigen Ausbau der B25 zwischen Möttingen und Nördlingen sowie eine Umfahrung für Dinkelsbühl.

Die Unternehmer gehen zudem davon aus, dass der südliche Landkreis bald als Speckgürtel von Augsburg verstanden werden muss. Die positive Entwicklung Münchens strahle nach Augsburg aus und in der Folge weiter in den Landkreis.

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