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Bäumenheim

24.10.2020

Die Disco Prisma in Bäumenheim bleibt unvergessen

Ohne Shirt auf der Tanzbox das Leben und seinen 18. Geburtstag gefeiert hat Roman Bschorr (rechts).
Bild: Kling

Plus Die Diskothek in Bäumenheim ist Geschichte. Doch die Erinnerungen an ganz persönliche Erlebnisse bleiben.

Der Morgen nach einer Nacht im Prisma: Der Song tönt noch im Ohr. Der Kopf dröhnt von dem letzten Absacker an der Bar und die Klamotten verströmen diesen ganz speziellen Geruch nach Schweiß, Rauch und Nebelmaschine. Für immer wird das Geschichte sein. Doch Gäste, die im Prisma tanzten und dort so manche ganz persönliche Geschichte erlebten, haben uns geschrieben, was bleiben wird.

Uschi Hummel war im Prisma 22 Jahre die Frau an der Kasse

Uschi Hummel erinnert sich: „22 Jahre lang war ich das Gesicht vom Prisma – zumindest haben das die Gäste immer behauptet! Aber ich war tatsächlich vom Eröffnungswochenende im Januar 1998 bis zur allerletzten Party am 7. März dabei. Als Kassiererin am Eingang! Die schönsten Erinnerungen für mich sind die tolle Licht- und Laseranlage! Was habe ich das geliebt. Mittendrin zu sein, die Rhythmen der Musik zu hören und dazu die zuckenden Laserblitze und das bunte Licht. Unbeschreiblich, was das für Glücksgefühle auslösen kann! Oder die allerbesten Pommes der Welt! Die gab es nur bei uns! Unser selbst ernanntes „Damengedeck“ mit meiner Kollegin Sonja – ein Tequila Sunrise mit einem Wodkastamperl plus Ahoibrause. Aber vor allem sind es die unzähligen Menschen, die ich kennenlernen durfte! Über Generationen hinweg. Das Prisma war nicht nur ein wahnsinnig toller Arbeitsplatz mit einem Chef auf Augenhöhe. Das Prisma war Heimat, es war Familie, es war ein Zuhause und ein zweites Wohnzimmer. Ein Ort der Begegnung, wie es ihn nicht mehr geben wird. Das werde ich unglaublich vermissen!“

Bild: Kling

Norman Alexander stand regelmäßig auf der Box: „Was wir da alle erlebt haben. Auf der Box, daneben und am Tresen. Es war eine geile Zeit.“

Christine Keller traf im Prisma die Liebe ihres Lebens

Christine Keller traf die Liebe ihres Lebens: „2002 war ich endlich volljährig und durfte ins Prisma. Ich bin jede Woche dort gewesen und wurde Stammgast! Damals hatte das Prisma noch am Donnerstag auf. Ich lernte nach einiger Zeit einen Kerl mit Spitznamen Jackass kennen. Er sammelte die Gläser ein. Irgendwann kamen auch wir mal ins Gespräch durch eine Freundin und fanden heraus, dass er eigentlich Andreas heißt und genauso alt wie ich war. Anfangs war es nur Freundschaft, dann hatten wir fünf Jahre keinen Kontakt. Aber ich dachte viel an ihn und als ich ihn endlich im Internet wieder gefunden habe unter dem Namen Jackass84, war die Freude groß. Und so heißt schließlich nicht jeder. Er hat immer noch im Prisma gearbeitet. Später auch im Bistro. Aus Freundschaft wurde Liebe und wir gingen zusammen ins Prisma. Jeder seiner Kollegen vom Prisma war froh, dass Jackass endlich sein Glück gefunden hatte. Die meisten kannten „unsere“ Geschichte. Jetzt sind wir glücklich verheiratet, haben eine wundervolle Tochter und sind immer noch so verliebt wie am ersten Tag.“

Bild: Kling

Jedes Wochenende ins Prisma – für Michael Struthmann: „Mich hat das Prisma 18 Jahre mitbegleitet. Es hat kaum ein Wochenende gegeben, an dem mich das Prisma nicht gesehen hat. Jeder an der Theke hat mich namentlich gekannt und ich bin quasi in die Prismafamilie mit reingewachsen, ob Weihnachtsfeier, Sommerfest. Ich habe sogar meinen 30 Geburtstag dort gefeiert.“

Roman Bschorr hat im Prisma das Leben gefeiert

Roman Bschorr hat das Leben gefeiert: „Die Nachricht, dass das Prisma in Bäumenheim für immer schließen wird, hat mich sehr getroffen. Umso glücklicher bin ich, dass ich eines der wenigen Partyfotos von mir aus dem Prisma aufbewahrt habe. Mein 18. Geburtstag bleibt unvergessen. Ich war auf der Tanzbox, oben ohne. Meine - damals noch Freundin - Gabi hat sich in diesem Moment im Außenbereich beim Rauchen aufgehalten, während ich mit einem Freund auf der Tanzbox war. Als der DJ mein Wunschlied gespielt hat (Blade - Vampire Dance Club Theme), habe ich vor Freude mein Achselshirt ausgezogen und einfach das Leben gefeiert. Als Gabi vom Rauchen wieder reinkam, war ihr die Lage noch nicht bewusst. Eine Freundin von ihr hat sie dann darüber informiert und als sie zu mir nach oben gesehen hat, flog ihr auch schon mein Achselshirt ins Gesicht. Während ich das hier schreibe, habe ich schon direkt wieder Kopfkino und muss einfach darüber lachen.“

Michael Kling nahm das Schlangestehen gerne in Kauf: „Neben unzähligen Black-Beat-Nights und 90er-Partys sind mir ganz besonders die Oster-Special Nights mit Star-DJane Sunny Marleen in Erinnerung geblieben. Regelmäßiges, langes Anstehen wurde damals gerne in Kauf genommen, um mit vielen Freunden die ganze Nacht durchzufeiern! Es war eine sensationelle Zeit im Prisma, schade dass die Eventbranche und Diskotheken über die Jahre so einen schweren Stand erlangt haben...“

Bianca Schürmann hat ohne Aufsicht in den Morgen getanzt: „Mit 17 ohne Aufsicht bis in die frühen Morgenstunden feiern.... zweites zu Hause. Der 18. Geburtstag Mega schön und unvergesslich.“

Erst die Mutter, dann die Tochter, schreibt Manu Wiedemann: „Echt schade, dass es das Prisma nicht mehr gibt. Ich war regelmäßig mit meinen Freundinnen drin, wir gehörten zum Inventar. Jetzt war meine ältere Tochter Franzi regelmäßig beim Feiern dort... Sehr, sehr schade, dass meine jüngere Tochter nicht mehr dort hingehen kann.“

Erinnerungen an eine Hypnose-Show im Prisma

Erinnerungen von Steffi Schadl an die Hypnose-Show: „Besonders erinnere ich mich an eine Hypnose-Show im Prisma. Das muss vor 20 Jahren gewesen sein. Es wurden Besucher in Hypnose versetzt. So wie wir es vom Fernsehen her kennen. An welchem Tag das genau war, weiß ich nicht mehr aber es war meist vor Allerheiligen. Auf jeden Fall war es ein Tag, an dem Tanzverbot herrschte. Ohne Musik, dafür mit Ordnungsamt, die die Veranstaltung verbieten wollten.“

Claudia Oberländer hat ihre beste Freundin dort getroffen: „Beste Freundin kennengelernt, Freunde und Bekannte kennengelernt. Viele gute DJs unter anderem Roland Simmberg kennengelernt. Und vieles mehr. Es hängen sehr, sehr viele Erinnerungen drin. Und es ist sehr schade und sehr traurig, dass es jetzt schließen musste.“

Florian Leinfelder hatte im Prisma seine Premiere als DJ

Florian Leinfelder hatte seine Premiere als DJ: „Das Prisma war der erste Club, in dem ich als DJ auflegen durfte. Damals habe ich nur kurz ausgeholfen – für mich eine unvergessene Premiere. Drei Nächte sprang ich am Samstag ein, legte House und Party Breaks auf. Dann war da eine Smirnoff Night. Gespielt hab ich meist bis Mitternacht, danach hat der dortige DJ übernommen. Heute spiele ich Hochzeiten.“

Bild: Kling

Tom Rössler war erst Gast dann Türsteher: „Acht Jahre war ich selber Gast, dann neun Jahre selber an der Türe. Und das mit dem besten Team.“

Nicole Mandas war plötzlich oben ohne: „Plötzlich oben ohne dastehen, weil jemand dachte, der Reißverschluss an meiner Corsage ist Fake.“

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