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Umwelt

28.10.2016

Die Energierechnung des Landkreises

Der Landkreis Donau-Ries verbraucht mehr Energie als es in Bayern Durchschnitt ist.
Bild: Josef Abt

Im Donau-Ries-Kreis wird mehr Strom verbraucht, als es in Bayern Durchschnitt ist. Das liegt nicht nur an der gestiegenen Einwohnerzahl

Das Ziel ist ambitioniert und noch weit entfernt: Bis 2030 will der Landkreis Donau-Ries 60 Prozent der verbrauchten Energie im Strom- und Wärmebereich aus erneuerbaren Energien gewinnen. Derzeit liegt die Quote bei 39 Prozent. Ein guter Wert, wie Landrat Stefan Rößle in der Sitzung des Kreis-Umweltausschusses meinte, der Anlass zur Hoffnung gebe, die angestrebte Zahl zu erreichen.

Serafin von Roon von der Forschungsgesellschaft für Energiewirtschaft (FFE) in München stellte den Ausschussmitgliedern die aktuellsten Energiedaten bei Verbrauch und Erzeugung ausführlich vor. Er beleuchtete dabei die Sparten Strom und Wärme separat.

Stromverbrauch: Im Landkreis wird mehr Strom verbraucht, als es bayernweit auf Landkreisebene der Durchschnitt ist. Laut den von der FFE ermittelten Zahlen ist der Stromverbrauch insgesamt in den Jahren 2012 bis 2015 mit 932 Gigawattstunden in etwa gleich geblieben. Während er in der Wirtschaft von 661 Gigawatt auf 710 stieg, ging er im privaten Sektor von 268 Gigawattstunden auf 223 zurück. Letzteres sei in erster Linie auf „Effizienzmaßnahmen“ wie energiesparende Haushaltsgeräten oder Beleuchtungsanlagen zurückzuführen, sagte von Roon. Dass die Wirtschaft Steigerungsraten aufweise, liege nicht zuletzt an einer guten konjunkturellen Entwicklung mit einem Anstieg der Beschäftigten um 10000. Zudem habe die Einwohnerzahl im Kreis von 2010 bis 2016 um 3000 zugenommen.

Die Energierechnung des Landkreises

Stromerzeugung: Der Anteil der erneuerbaren Energien an der Stromerzeugung ist in diesem Zeitfenster von 87 auf 88 Prozent angewachsen. „Ein Spitzenwert,“ wie Landrat Rößle bemerkte. Den größten Beitrag hierzu lieferte die Biomasse gefolgt von der Wasserkraft und den Photovoltaikanlagen.

Wärmeverbrauch: Während der Stromverbrauch im Betrachtungszeitraum nahezu konstant geblieben ist, hat sich der FFE-Statistik zufolge der Wärmeverbrauch im Landkreis Donau-Ries insgesamt rückläufig entwickelt. Besonders im privaten Sektor, wo nach Angaben von Roons mittlerweile viel saniert, gedämmt und effizienzsteigernd gehandelt wird.

Wärmeerzeugung: Bei der Erzeugung von Wärme spielen laut den neuesten Daten mit einem Anteil von 78 Prozent die fossilen Energieträger wie Gas und Öl immer noch die Hauptrolle, was vor allem an den gesunkenen Preisen liege. Lediglich 22 Prozent tragen hierzu die alternativen Energien bei – rund die Hälfte davon die energetische Holznutzung und rund ein Drittel die Biogasanlagen. Den Rest teilen sich die Abfallnutzung, die Solarthermie und die Wärmepumpen.

LandkreiseigeneGebäude: Eine ähnliche Entwicklung gab es in den landkreiseigenen Gebäuden. Seit 2010 wurde dort fünf Prozent mehr Strom verbraucht, der Wärmeverbrauch ging um 18 Prozent zurück.

Landrat Rößle sprach von der aktuellen Datenpräsentation durch die FFE von einem „Zahlenwerk höchster Qualität“. Etwas Sorge bereite ihm, dass der Donau-Ries-Kreis beim Gesamtstromverbrauch über dem bayerischen Durchschnitt der Landkreise liege. Insgesamt befinde sich der Landkreis energiepolitisch auf einem guten Weg. Leider gebe es von außen teilweise „störende Entwicklungen“, die man nicht beeinflussen könne. Rößle meinte damit unter anderem den für die Verbraucher positiven Preisverfall bei den fossilen Energien oder die „gut gemeinte“ 10-H-Regelung bei der Windkraft, die eher deren Ausbau bremse.

Ruth Meißler (CSU/JB-Fraktion) appellierte in der anschließenden Diskussion an die Politik, diejenigen Biogasanlagen-Betreiber nicht aus dem Auge zu verlieren, deren Einspeisevergütung in wenigen Jahren auslaufe. Hier brauche es eine vernünftige Anschlusslösung. Albert Riedelsheimer (Grüne) plädierte dafür, weitere Einsparungen im Wärmebereich anzustreben, „wo wir als Landkreis nicht so gut aufgestellt sind.“

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