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Mertingen

31.07.2020

Die Gemeinde Mertingen verbeugt sich vor Albert Lohner

Mit der Bürgermedaille und dem Titel Alt-Bürgermeister wurde Albert Lohner (links mit Gattin Gerda) in Mertingen durch seinen Nachfolger Bürgermeister Veit Meggle ausgezeichnet.

Plus Langjähriger Bürgermeister wird mit der Bürgermedaille und einem Titel verabschiedet. Auch andere verdiente Kommunalpolitiker genießen einen besonderen Abend.

Hätte die Corona-Pandemie nicht alle Planungen torpediert, wäre der Rahmen wohl nicht so stimmungsvoll gewesen. Doch weil die Verabschiedung von Albert Lohner als Bürgermeister und fünf ausgeschiedenen Gemeinderäten nicht zeitnah erfolgen konnte, ging sie nun mit einer fast dreimonatigen Verzögerung unter freiem Himmel über die Bühne. Ein lauer Abend bot den Rahmen für eine Sternstunde.

Es war ein Spagat, aber am Ende war klar: Bürgermeister Veit Meggle und seinem Team ist es gelungen, im Mertinger Amphitheater eine Atmosphäre zu schaffen, die würde- und respektvoll die Verdienste von Menschen in den Mittelpunkt rückte, die viel für die Kommune geleistet haben.

100 Gäste unter Einhaltung der Abstandsregeln

Dass die Organisation nicht ganz leicht war, ist den Umständen geschuldet. Der „Corona-Ellenbogen-Check“ beherrschte eine Feierstunde, die aufgrund der Hygieneregeln in die Geschichte eingehen wird. Mit Abständen in den Reihen wohnten der Zeremonie knapp hundert geladene Gäste (darunter Ehrenbürgerin Frieda Reiter) bei. Das Mertinger Querflötenensemble umrahmte die stimmungsvolle Feierstunde musikalisch.

Die Gemeinde Mertingen verbeugt sich vor Albert Lohner

AlbertLohner Im Zentrum stand natürlich der Abschied von Albert Lohner, der nach zwölf Jahren im Gemeinderat zum Bürgermeister gewählt worden war und 24 Jahre die Geschicke Mertingens lenkte. In seiner Laudatio unterstrich Meggle die zahlreichen Projekte, die unter der Ägide Lohners verwirklicht wurden: von der Umgehungsstraße, der „Alten Brauerei“, einem Seniorenheim bis hin zum Ausbau Mertingens als Wirtschaftsstandort mit einer hohen Zahl an Arbeitsplätzen. „Wer Wunder erwartet, der soll beten; wer Veränderungen möchte, der muss arbeiten“, sei der Leitgedanke Lohners gewesen.

Lohner darf sich nun Alt-Bürgermeister nennen

In Würdigung aller Verdienste verlieh Meggle die Bürgermedaille der Gemeinde, aber auch einen Titel: den des Alt-Bürgermeisters. Das gesamte Auditorium erhob sich von den Sitzen. Der Geehrte selbst legte seine Philosophie von Kommunalpolitik dar. Er habe die Gemeinde stets als Unternehmen gesehen, mit Gemeinderat und Rathaus-Verwaltung „unsere Visionen gelebt“. Denn wer keine Visionen habe, dem fehle der Ansporn. Mit dem Titel Alt-Bürgermeister müsse er sich erst noch anfreunden.

Mit bayerischen Löwen wurden die Gemeinderäte in Mertingen verabschiedet: (vorne von links) Alexander Fiebig, Hans Mair, Artur Thomas, (hinten von links) Stephan Kreuzer und Wolfgang Schroll.
Bild: Bissinger

Alexander Fiebig Seit seiner Wahl im Jahr 2008 war er Sozialreferent im Gemeinderat. Er schied freiwillig aus dem Gremium aus, weil er sich ortsmäßig veränderte. „Er war die Idealbesetzung für das Soziale“, würdigte Ulrike Hampp-Weigand den gebürtigen Württemberger. Als Teamplayer sei er im Rat geschätzt gewesen. Die SPD in Mertingen sei ihm zu Dank verpflichtet.

Stephan Kreuzer Zwölf Jahre wirkte er im Gemeinderat, war Bürgermeister-Stellvertreter, Jugendreferent und Mitglied des Schulausschusses. Kreuzer, so Laudator Albert Reiner, habe den Mertinger Teenie-Treff initiiert. Als Vorsitzender der Mertinger Feuerwehr engagiere er sich weiter für die Gemeinde. Reiner bezeichnete Kreuzer als „Vollblut-Vereinsmeier“. Er sei aber auch „Vollblut-Gemeinderat“ gewesen.

Hans Mair Nach 14 Jahren in der Gemeindepolitik hat er sich verabschiedet. Ulrike Hampp-Weigand erinnerte an die „fulminanten Stimmenergebnisse“ Mairs bei Wahlen („ein Zugpferd der SPD“), aber auch sein Engagement für die Partnerschaft mit Sainte-Pazanne in Frankreich. Mair sei ein Urgestein des FC Mertingen. Mair sei als Zweiter Bürgermeister, so die Laudatorin, mit Albert Lohner an der Gemeindespitze eine „verlässliche Partnerschaft“ eingegangen.

Wolfgang Schroll Dessen persönliche Zurückhaltung und Bescheidenheit stellte Kurt Niebler in den Mittelpunkt. Drei Legislaturperioden habe Schroll im Gemeinderat und verschiedenen Ausschüssen gewirkt. Sein Rat sei stets gefragt gewesen, sein Wort habe gegolten. „Mertingen für die Zukunft aufstellen“ sei das Ansinnen Schrolls gewesen, anerkannte Niebler, „immer im guten Miteinander“.

Artur Thomas Stets bodenständig und ehrlich habe er Artur Thomas kennengelernt, sagte CSU-Kollege Albert Reiner. Zusammen habe man zukunftsweisende Entscheidungen getroffen. Thomas habe sich sechs Jahre im Gemeinderat für die Belange der Druisheimer, Mertinger und Heißesheimer eingesetzt. Vereinsarbeit und ehrenamtliches Engagement gehörten untrennbar zum Leben des Geehrten.

Ausgeschiedene Räte bekommen bayerischen Löwen

Die ausgeschiedenen Gemeinderäte erhielten zum Dank einen bayerischen Löwen und durften sich wie auch Alt-Bürgermeister Lohner ins Goldene Buch der Gemeinde eintragen. Ein Empfang bei untergehender Sonne im Schatten von Bäumen beschloss den Abend.

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