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Landkreis Donau-Ries

20.07.2020

Die Kirchen feiern unter besonderen Umständen – aber sie feiern

Konfirmation im Freien: Die Rainer Pfarrerin Friederike Töpelmann mit ihren Konfirmanden im Stadtpark.
Bild: Barbara Würmseher

Plus Kommunion, Konfirmation, Firmung sind Ereignisse im Leben Jugendlicher. Wenn große Zeremonien nicht möglich sind, ist Flexibilität gefragt.

Ungewöhnliche Zeiten erfordern ungewöhnliche Maßnahmen. Das erleben in diesen Tagen auch die christlichen Kirchen in unserem Landkreis und mit ihnen die Gläubigen. Wir haben nachgefragt, wie die Pfarreien in unseren Städten mit Festen wie Kommunion, Konfirmation und Firmung umgehen:

Die Konfirmation in Rain fand diesmal nicht in der Kirche St. Michael statt, sondern bei Sonnenschein unter freiem Himmel im Stadtpark. Eigentlich waren die Feierlichkeiten schon für Pfingstmontag geplant. Nun war es eben der 19. Juli, auf den sich Pfarrerin Friederike Töpelmann nach der coronabedingten Absage rasch konzentriert hat: „Wir hatten die Wahl zwischen Juli und Oktober und haben uns gemeinsam mit den Konfirmanden rasch für den Juli entschieden. Dank des Kirchenvorstands und aller Helfer gab es in der Organisation kaum Probleme.“

Konfirmation im Stadtpark Rain

Obwohl es mit Mehrarbeit verbunden war, ist Töpelmann froh, dass die Konfirmation im Stadtpark realisiert werden konnte. „Wir hatten die Erlaubnis, mit allen Abstandsregeln und einem Sicherheitsteam, das auf die Einhaltung der Vorschriften geachtet hat, 200 Gäste zu empfangen. Bei diesem besonderen Ereignis ist es für unsere Konfirmanden toll, wenn zahlreiche Angehörige dabei sein können.“ In der Kirche wäre diese Anzahl nicht möglich gewesen, nun habe man „Glück mit dem Wetter gehabt“ und „eine gute Alternative“ gefunden, freut sich die Pfarrerin.

Auch die Erstkommunion fand am Wochenende in Rain statt. Am Samstag und am Sonntag fanden Gottesdienste in kleineren Gruppen statt. Der Termin für die Firmung steht ebenfalls schon, wie Gemeindereferentin Karin Braun informiert: „Wir haben den 26. September festgelegt. Es wird drei Gottesdienste für die ganze Pfarreigemeinschaft geben: zwei in Rain, einen in Niederschönenfeld. Besonders ist, dass Stadtpfarrer Jörg Biercher das Firmsakrament sprechen wird. Karin Braun: „Normalerweise obliegt das dem Bischof oder einem Weihbischof. Durch die aktuelle Situation gibt es jedoch vom Bistum die Ausnahmegenehmigung, dass Pfarrer Biercher das übernehmen darf.“

70 Kinder feiern Erstkommunion in Donauwörth

Ein großer organisatorischer Aufwand steckt auch hinter der Erstkommunion in Donauwörth. Dekan Robert Neuner berichtet: „Über 70 Kinder sind heuer dabei, nach derzeitigen Regelungen dürfen wir aber nur 80 Sitzplätze im Liebfrauenmünster vergeben. Nach diesen Vorgaben müssten die meisten Kinder zu ihrer Erstkommunion alleine kommen, was natürlich überhaupt nicht in Frage kommt.“ So sei der Plan, immer mit einer Gruppe von fünf bis sieben Kindern zu feiern. Das ermögliche die Teilnahme der Angehörigen. „Zwischen dem 10. und dem 31. Oktober finden nach den jetzigen Planungen 15 Erstkommunionfeiern statt“, kündigt Neuner an.

Auch die evangelische Pfarrgemeinde in Donauwörth musste für die Konfirmation umplanen. Dekan Johannes Heidecker sagt: „Nach aktuellem Stand werden wir die Konfirmation am 31. Oktober und am 1. November feiern. Wir hoffen, dass wir das in zwei Gottesdiensten machen dürfen und dass keine zweite Corona-Welle kommt.“ Der ursprüngliche Termin wäre zwei Wochen nach Ostern gewesen. Mehrere Hygienekonzepte sind für die beiden Konfirmationsgottesdienste im Herbst nun ausgearbeitet worden, erklärt Heidecker.

Kleine Gruppen von Kindern in Monheim

Der katholische Pfarreiverbund Monheim hat an den drei vergangenen Sonntagen Erstkommunionen abgehalten. „Wir haben jeden Sonntag in kleineren Gruppen von acht bis neun Kindern in der Kirche gefeiert“, sagt die Pfarrsekretärin Nicola Ulrich. Teilnehmen durften nur Angehörige aus demselben Haushalt, die in eine Bankreihe passen. Hinzu durften drei Personen aus zwei weiteren Haushalten teilnehmen. „Das waren oft die Großeltern und Taufpaten“, so Ulrich. Während der Feier empfingen die Kinder ihre Erstkommunion auf den Bänken sitzend neben ihren Gästen. Die Rückmeldungen der Angehörigen war trotzdem positiv, erklärt Ulrich: „So konnte alles sehr persönlich und individuell gestaltet werden.“ Die Firmung ist momentan für Herbst angedacht. Klar ist aber noch nichts. Die weiteren Entwicklungen müssen abgewartet werden.

Dieses Jahr gibt es in Monheim nur einen Konfirmanden der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Rehlingen und Büttelbronn mit Monheim. Er wird zusammen mit den anderen Konfirmanden aus Rehlingen am 6. September konfirmiert, teilte Guntram Burkhardt vom Kirchenvorstand Büttelbronn mit.

Wemding: Zwei Termine für die Erstkommunion

Nach Absprache mit den Eltern feierte die katholische Pfarrergemeinde Wemding am vergangenen Wochenende an zwei Terminen die Erstkommunion. „Den Eltern war es wichtig, dass die Kinder gemeinsam Kommunion haben“, erklärt Stadtpfarrer Wolfgang Gebert. Also ging es für 20 Kommunionkinder am Samstag in die Pfarrkirche St. Emmeram, in der momentan nicht mehr als 200 Personen Platz finden. Pro Kommunionkind durften acht Angehörige bei der Feierlichkeit dabei sein. Am 19. Juli hatten auch die drei Kinder aus dem Ortsteil Amerbach ihre Kommunion. Diese findet immer separat statt. „Es ist schade, weil eigentlich ist die Erstkommunion ein Fest der Pfarrgemeinde. Außer den Familien durfte aber leider niemand in der Kirche mitfeiern“, so Gebert. Dennoch resümiert er: „Angesichts der aktuellen Umstände war es dennoch eine schöne Feier.“ Die Firmung ist für drei Termine im September vorgesehen.

Die neun Konfirmanden der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde in Wemding müssen noch bis zum 18. Oktober warten. Dann sind zwei Gottesdienste nacheinander geplant. „Die Christuskirche bietet nicht viel Platz“, erklärt Pfarrer Horst Kohler. Auch so könnten nur einige Angehörige mit in die Kirche kommen.

Die Firmung in Harburg entfällt

Auch erst im Herbst wird es die Erstkommunionen der Pfarreiengemeinschaft Harburg-Hoppingen geben – dann voraussichtlich eine in Harburg und eine in Möttingen, teilt Pfarrer Chakkalakkal Xavier Jaby mit. Die Firmung fällt heuer aus.

Die evangelische Kirchengemeinde Harburg plant ihre Konfirmation für den 31. Oktober. Bei acht Konfirmanden dürfen jeweils vier Angehörige pro Familien beim Gottesdienst in der Kirche St. Barbara teilnehmen. „Das ist natürlich heftig, aber im Moment geht es nicht anders“, sagt Rosa Wersinger aus dem Kirchenvorstand.

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