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26.06.2009

Die Milch kommt nicht aus dem Tetrapak

Monheim Für die Kühe, Schweine und Hühner auf dem Hof von Christine Rosskopf in Monheim war gestern ein Festtag. Den ganzen Vormittag über sprangen Kinder um sie herum, fütterten und streichelten sie. Kiloweise Gras schleppten die Grundschüler in die Futtertröge und die Tiere ließen es sich schmecken.

Einige von den Kindern hatten noch nie zuvor eine Kuh gesehen, geschweige denn angefasst. Für viele war es der erste Besuch auf einem Bauernhof. "Hier stinkt's zwar", stellte Aaron Viertel fest, "aber es ist toll hier". Zusammen mit seiner Klasse hat der Zehnjährige an der Aktion "Landfrauen machen Schule" mitgemacht.

Das Projekt, das vom Landwirtschaftsministerium unterstütz wird, will Kindern das Wissen über eine gesunde Ernährung mit allen Sinnen vermitteln. Kreisbäuerin Ruth Meißler betreut die Aktion vor Ort: "Wenn man Kinder fragt, wo unsere Lebensmittel herkommen, ist oft die Antwort: Aus dem Supermarkt. Mit diesem Projekt wollen wir den Schüler zeigen, wo unser Essen wirklich herkommt."

Dazu wird schon im Unterricht das Thema aufgegriffen. Lehrerin Martina Roßkopf hat mit ihren Monheimer Viertklässlern im Heimat- und Sachkundeunterricht die grundsätzlichen Fragen geklärt: Wie kommt die Milch in den Tetrapak und die Löcher in den Käse. Zum Praxisunterricht kommt dann eine Ernährungsexpertin in die Schule. "Wir haben Bananenmilch selbst gemacht und Waffeln mit frischer Milch gebacken", berichtet Moritz Scheller.

Die Milch kommt nicht aus dem Tetrapak

Hautnah erleben die Kinder die Tiere im Stall

Der Abschluss des Projekts ist der Besuch auf dem Bauernhof. Hautnah erleben die Kinder die Tiere und sehen, wie beim Melken die Milch aus dem Euter kommt - und eben nicht aus dem Tetrapack. Anfangs etwas zurückhalten, fallen schnell die Hemmungen. Bajram Bicaj hat einer Kuh die Hand ins Maul gesteckt: "Die Zunge fühlt sich rau an - und weich." Die Mädchen streicheln lieber die Ferkel: "Die Haut von den Babys ist noch gar nicht so borstig wie die von dem Mama-Schwein."

Im Kuhstall erklärt Bäuerin Christine Rosskopf, warum nicht alle ihrer 18 Kühe Milch geben: "Erst wenn sie gekalbt haben, gibt es Milch." Die Nebenerwerbslandwirtin zeigt den Kindern den großen Bottich, in dem die Milch gesammelt wird, bis sie von der Molkerei abgeholt wird, 100 Liter täglich. Während die anderen noch andächtig zuhören, hat ein Bub ein Schwalbennest an der Mauer des Kuhstalls entdeckt. "Schwalben fressen gerne Fliegen und weil es davon im Kuhstall jede Menge gibt, bauen sie ihr Nest am liebsten gleich dorthin", erklärt die Bäuerin.

Zum Abschluss gibt es eine Brotzeit mit frischer Milch

Für die Schüler ist der Besuch auf dem Bauernhof ein richtiger Erlebnistag. Überall gibt es etwas zu entdecken. Der Hof ist voller neuer Eindrücke für die Kinder. Sie wuseln durch die Ställe und helfen mit beim Füttern und Ausmisten.

Zum Abschluss dieses aufregenden Tages gibt es eine kleine Brotzeit. Bäuerin Rosskopf bringt große Kannen frischer Milch an die Tische. Innerhalb von Minuten sind sie leer. "Die Milch schmeckt ganz anders als daheim", sagt Moritz, "viel besser". Und Aaron ergänzt: "Sogar besser als Limo!"

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