1. Startseite
  2. Lokales (Donauwörth)
  3. Die Ortsdurchfahrt ist wieder frei

Huisheim

08.06.2019

Die Ortsdurchfahrt ist wieder frei

Huisheim_Ortsdurchfahrt_2.jpg
3 Bilder
Die offizielle Freigabe nach 15-monatiger Bauzeit: Die Ortsdurchfahrt in Huisheim wurde komplett erneuert. Dabei wurden auch einige Gefahrenstellen beseitigt. Das Staatliche Bauamt ließ die Straße aber auch über das Dorf hinaus erneuern.
Bild: Wolfgang Widemann

Nach 15-monatiger Bauzeit ist die Huisheimer Ortsdurchfahrt wieder frei. Das Millionenprojekt hat sich nicht nur auf eine neue Fahrbahn beschränkt.

Diesen Tag haben viele Bewohner von Huisheim, aber auch Verkehrsteilnehmer, die regelmäßig zwischen Harburg und Wemding unterwegs sind, herbeigesehnt: Nach 15-monatiger Bauzeit ist die Straße durch den Ort komplett erneuert, die Grundstücke sind frei zugänglich und die Fahrzeuge können ungehindert durch das Dorf rollen. Darüber hinaus ist im Rahmen der Maßnahme in Huisheim noch einiges mehr passiert. Das betonte Bürgermeister Harald Müller bei der offiziellen Einweihung des Millionenprojekts: „Das Gesamterscheinungsbild des Dorfs hat sich richtig positiv verändert.“

Weiterlesen mit dem Plus+ Paket

Dieser Inhalt ist älter als 30 Tage und steht daher nur Abonnenten mit einem Plus+ Abo zur Verfügung.
Jetzt ab 0,99 € testen

Autofahrer hatten sich offenbar an die Sperrung gewöhnt

Dass die Sperrung der Staatsstraße, die durch den Ort führt, bereits gut einer Woche wieder aufgehoben ist, hatten viele Verkehrsteilnehmer offenbar noch gar nicht mitbekommen. Während der Feier waren auffällig wenige Autos und Lastwagen durch Huisheim unterwegs. Vielleicht lag es auch daran, dass sich die Menschen im Umland ein Stück weit an die Sperrung im Bereich der Gemeinde gewöhnt haben. Vor der Maßnahme in Huisheim war nämlich die Durchfahrt im Ortsteil Gosheim, die ebenfalls komplett neu ausgebaut wurde, ähnlich lange Zeit blockiert.

Müller erinnerte nun an die Erschwernisse, welche die Anwohner während der Bauarbeiten hatten: „Sie hatten in den vergangenen 15 Monaten ein schweres Leben.“ Die Anwesen seien zum Teil nur schwer zu erreichen gewesen, und das auch noch durch Matsch und Dreck.

ecsImgBannerNewsletter250x370@2x-1315723864673274678.jpg

Ortsdurchfahrt war marode mit schmalen Gehwegen

Der Bürgermeister betonte nochmals die Notwendigkeit des Neuausbaus. Die alte Ortsdurchfahrt sei marode und die Gehwege seien teilweise ganz schmal gewesen. Zudem habe es ein paar Gefahrenstellen gegeben. Vor 60 Jahren habe man das Augenmerk auf andere Dinge gelegt, meinte Müller. Damals wollte mancher Anlieger nicht mal einen Wasseranschluss haben.

Heutzutage schaue man auf die passende Breite von Fahrbahn, Gehweg und Grünstreifen. Im Zuge des Neuausbaus sei der Kanal teilweise und die Wasserleitung komplett erneuert worden. Zudem wurden Breitband- und Gasleitungen verlegt. Die Stromversorgung erfolgt nicht mehr über Dachständer, sondern über Erdanschlüsse. Außerdem wurde eine neue Straßenbeleuchtung installiert.

Gefahrenstellen beseitigt

Damit nicht genug: An mehreren Stellen wurden Gefahrenstellen beseitigt. Am Platz vor dem Gasthaus Zum Löwen wurde sogar der Brunnen versetzt, damit dieser weiter von der Straße entfernt steht und sich die Sicht für Verkehrsteilnehmer verbessert, die aus der Seitenstraße einbiegen. Gegenüber wurde die Treppe zur Kirche umgebaut. Zuvor hatte die Treppe bis auf 80 Zentimeter an die Fahrbahn herangereicht. Als „schönste Veränderung“ bezeichnete Harald Müller die Neugestaltung des Bereichs um die Kapelle unweit des nördlichen Ortsrands. Zu dieser sei der Zugang jetzt auch barrierefrei.

Zu den 900 Metern innerorts kamen noch gut 1,1 Kilometer Straßenausbau außerhalb des Dorfs. Das Staatliche Bauamt erneuerte den Abschnitt zwischen Huisheim und Gosheim und errichtete dabei Linksabbiegespuren zum Sportgelände und zur Straße nach Bühl. Die Gemeinde baute zwischen Huisheim und Gosheim einen Radweg.

Das Staatliche Bauamt Augsburg, das für die Staatsstraße verantwortlich ist und damit die Kosten für die Fahrbahn an sich trug, entschied außerdem, das Teilstück vom südlichen Ortsrand auf einer Länge von etwa 500 Metern in Richtung Harburg neu auszubauen. Dafür wurde auch ein Hang abgetragen. Ein Gehweg führt nun vom Ort bis zur ersten Feldwegeinmündung. Die Behörde habe in Huisheim rund 1,2 Millionen Euro in die Fahrbahn investiert, berichtete Amtsvertreter Stefan Greineder.

Wohl kein Neuausbau zwischen Huisheim und Harburg

Greineder teilte mit, dass man in vier Jahren 3,1 Kilometer Staatsstraße im Huisheimer Gemeindegebiet erneuert habe. Die Kosten allein dafür lägen bei über 2,5 Millionen Euro. Zum Vergleich: Dem Amt stehen für das 180 Kilometer umfassende Staatsstraßennetz im Donau-Ries-Kreis jährlich insgesamt etwa zwei Millionen Euro zur Verfügung. „Die Gemeinde Huisheim war ein richtiger Schwerpunkt für uns in den vergangenen Jahren“, so Greineder. Angesichts der beschränkten Mittel und der Tatsache, dass besagte Staatsstraße eher unterdurchschnittlich frequentiert ist, machte Greineder dem Bürgermeister keine Hoffnungen, dass in naher Zukunft auch zwischen Huisheim und Harburg ein Neuausbau erfolgen könnte: „Das würde sechs oder sieben Millionen Euro kosten. Ich weiß im Moment nicht, wo ich das Geld herbringe.“

Ingenieur Reinhard Post wies darauf hin, dass die Bauarbeiten in der Gemeinde noch nicht abgeschlossen sind. Die beschränken sich allerdings auf Nebenstraßen. In Huisheim werden bereits Kanal- und Wasserleitungen verlegt, in Gosheim startet das Vorhaben demnächst. „Wir werden heuer und nächstes Jahr große Teile von Huisheim und Gosheim erneuern“, sagte Pfost. Die Anlieger hätten die Aussicht, „dass in den kommenden Jahrzehnten keine Baumaßnahmen mehr anstehen“. Pfarrer Jan Lazar bat um Gottes Segen für die Straße und die Menschen, die sie benutzen.

Info: Der Neuausbau der Ortsdurchfahrt Huisheim samt anschließender Abschnitte kostet rund 3,3 Millionen Euro. Diese Zahl nannte Bürgermeister Harald Müller bei der Einweihung.

Den größeren Teil der Summe trägt der Freistaat, da es sich um eine Staatsstraße handelt.

Die Gemeinde, die für die Seitenbereiche und den Radweg zuständig ist, bekommt erhebliche staatliche Zuschüsse aus unterschiedlichen Töpfen. Zum Beispiel steuert die öffentliche Hand 157 000 Euro zur Kanalerneuerung bei (Kosten: 308 000 Euro) und 82 000 Euro für die Wasserleitung (220 000 Euro). Aus dem Dorferneuerung-Programm fließen 350 000 Euro.

Nur dank der hohen Förderung sei das Projekt für die Kommune überhaupt möglich, so Müller. Die Gemeinde müsse letztlich 670 000 Euro selbst aufbringen.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren