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Kirchliches Leben

05.11.2019

Die Seele der westlichen Welt

Bestsellerautor Vishal Mangalwadi spricht in Donauwörth über die tragende Rolle des Christentums

Er gilt als einer der führenden Intellektuellen Indiens. So beschreibt das auflagenstarke amerikanische Magazin Christianity Today Vishal Mangalwadi. Der inzwischen 70-Jährige ist Theologe, Philosoph, Professor – und ein ziemlich erfolgreicher (Sach-) Buchautor. In Deutschland erschien jüngst sein neues Werk „Die Seele des Westens“. Daraus präsentierte Mangalwadi am Sonntagabend im Mangoldsaal der Vhs in Donauwörth seine Kernbotschaften. Und die erscheinen brandaktuell.

Theologie wird heutzutage oftmals als schwere Kost und eher für ein Fachpublikum geeignet angesehen. Insofern darf man es durchaus als Erfolg verbuchen, dass gut 80 Interessierte auf Einladung der Freien evangelischen Gemeinde (FeG) Donauwörth gekommen waren, um dem frei gehaltenen Vortrag beizuwohnen. Dessen zentrale These: Die Begriffe Wahrheit und Toleranz, auf denen die moderne westliche Welt gebaut wurde, liegen unmittelbar in der Bibel begründet und wurden allen voran von den deutschen Reformatoren zu einem gesellschaftlichen Programm ausformuliert. Dieser zutiefst christliche Hintergrund werde jedoch aktuell in westlichen Universitäten wie auch in der Politik unter dem Deckmantel der politischen Korrektheit oftmals verleugnet – sie werden damit inhaltsleer und geistlos. Christen müssten gegen diese falsche Verweltlichung wie einst Martin Luther aufstehen und die Verkündigung des reinen Evangeliums Christi von Grund auf mutig wieder aufnehmen. Die Botschaft Jesu bezeichnet Mangalwadi grundsätzlich als „die Seele Europas“, auf die letztlich unter anderem auch das westliche Rechts- und Sozialsystem aufgebaut wurde. Nur gerate das christliche Fundament des Westens immer stärker in Vergessenheit. Diese Verleugnung der eigenen christlichen Wurzeln werde fatale Folgen in den Gesellschaften des Westens haben: „Wir befinden uns in einem Kampf um die Wahrheit, die Seele des Westens“, ist Mangalwadi überzeugt.

Er selbst kennt andere Gesellschaften, die nicht christlich geprägt sind – wie die des indischen Hinduismus, in der er aufwuchs – und warnt davor: In ihnen seien allzu oft Unterdrückung und Unfreiheit auf der Tagesordnung. Der berühmte Mahatma Gandhi sei in Indien bewusst für eine freiheitliche Alternative zum unterdrückenden Kastensystem der Hindus eingetreten – auch deswegen, weil er während seines Studiums in Europa stark von den Schriften Martin Luthers und anderer christlicher Theologen geprägt worden war.

Das Christentum stehe für Freiheit, gerade auch für die des Gewissens. Doch das werde in unserer Zeit zunehmend einem vermeintlich politisch korrekten Verhalten geopfert. Mangalwadi sieht indessen nur ein bekennendes Zurück zu den christlichen Wurzeln als langfristige Rettung der „Seele des Westens“.

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