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Landkreis Donau-Ries

18.08.2020

Die Theater-Vorhänge bleiben im Kreis Donau-Ries geschlossen

Die Laienbühnen in unserem Landkreis haben zumeist eine lange Tradition und bringen jährlich ihre Produktionen auf die Bühne. Heuer jedoch bleibt der Vorhang coronabedingt geschlossen.
Bild: Uli Wagner

Plus Laienschauspieler im Donau-Ries-Kreis müssen heuer wegen Corona ihre Aufführungen absagen. Manche hat es kurzfristig erwischt.

Die meisten haben aus dem Gefühl heraus reagiert. Andere wie der Theaterverein Bayerdilling haben mit dem Gesundheitsamt gesprochen. Das Ergebnis: In diesem Herbst und Winter wird es nirgendwo in der Region Theateraufführungen geben. Die Laienspielgruppen beginnen in der Regel im August und September mit ihren Proben, doch in diesem Jahr fallen die geplanten Aufführungen der Corona-Pandemie zum Opfer. Die DZ hat nachgefragt, wie die Gruppen mit der Situation umgehen.

Theaterfreunde Bayerdilling sagen Singspiel ab

„Das macht keinen Sinn“, sagt Karl Golling, der Vorsitzende der Theaterfreunde Bayerdilling. Alle zwei Jahre, so zumindest der bisherige Turnus, zeigt die Gruppe normalerweise einen Lachschlager. Nachdem die Aufführungszeit auf eine Stunde begrenzt ist und feste Sitzplätze vorgeschrieben werden, habe man sich entschieden, den Vorhang in dieser Saison geschlossen zu lassen. „Das tut weh“, sagt Golling, doch es bleibe nichts anderes übrig, als sich der Situation zu beugen.

Auch in Nordendorf, eine Hochburg der Laienspielkunst, hat der Theaterverein alle Termine abgeblasen. Spielleiter Michael Hödl, der nach 15 Jahren die Spielleitung von Frank Leib übernommen hatte, war bereits im Januar fündig geworden und hatte das Stück für 2020 ausgewählt. Zwölf Spieler im Alter von neun bis 85 Jahren hatten zugesagt, Anfang Juli sollten die Proben beginnen, und die Akteure freuten sich auf das angesetzte Probenwochenende in Steinerskirchen. Doch letztlich musste man Stück auf das Jahr 2021 verschieben.

Druisheimer Theatergruppe ist durch Ausfall "nicht existenzbedroht"

Erstmals seit 30 Jahren wird es auch in Druisheim keine Theateraufführung geben. Eigentlich hätte die Theatergruppe der Trowinschützen Druisheim im November ihren traditionellen Dreiakter im Schützenheim aufgeführt. Obwohl man schon ein Stück rausgesucht hatte, entschied man sich im Juni dafür, die Aufführungen heuer ausfallen zu lassen. „Wir hatten uns natürlich auf das Stück gefreut, aber letztlich fiel die Entscheidung schnell und eindeutig“, erklärt Michael Käser, Vorsitzender der Trowinschützen Druisheim. Da alle Veranstaltungen im Schützenheim abgesagt wurden, ist dies finanziell ein nicht unerheblicher Verlust für den Verein. „Wir haben jährlich circa 1000 Besucher in unserem Theater, und das Geld war natürlich fest eingeplant“, erklärt Käser, versichert aber auch, dass der Verein „nicht existenzbedroht“ sei. Nun wollen die Druisheimer das bereits ausgesuchte Stück dann eben nächstes Jahr spielen.

Ebenfalls im November hätten die Laienspieler der Theatergruppe der Monheimer Kolpingsfamilie auf der Bühne gestanden. Auch sie hatten bereits ein Stück ausgesucht und die Spieler sich eingelesen. Während des Lockdowns beschloss man, alles abzublasen. „Die Entscheidung fiel uns sehr schwer, weil die Menschen zu dieser Zeit sicher um jede Abwechslung froh gewesen wären“, erklärt Hubert Blank, Vorsitzender der Kolpingsfamilie Monheim. Auch die Monheimer hoffen, ihr bereits geprobtes Stück dann im nächsten Jahr in der Stadthalle auf die Bühne bringen zu können.

Die Theatergruppe der Monheimer Kolpingsfamilie (2006).
Bild: Thomas Unflath

Dreiakter der Theaterfreunde Wemding steht auf der Kippe

Bereits im April wäre der Dreiakter der Theaterfreunde in Wemding zu sehen gewesen. „Wir hatten bereits eine Probe ausgemacht, sagten diese dann aber wieder ab“, verrät Bianka Maier, Vorsitzende der Theaterfreunde Wemding. Im Januar, noch bevor die Pandemie in Deutschland so richtig angekommen war, hatten die Wemdinger schon ihr Stück herausgesucht und waren guter Dinge. „Wir haben uns richtig darauf gefreut, weil wir seit Längerem wieder einen Dreiakter gespielt hätten“, so Maier.

Ob die Theaterfreunde Wemding ihren Dreiakter nächstes Jahr aufführen können, ist noch ungewiss. Hier ein Bild einer früheren Aufführung von 2005.
Bild: Richard Lechner

2017 und 2018 führten die Theaterfreunde ein „Krimi-Dinner“ auf, letztes Jahr standen sie gemeinsam mit der Theatergruppe der Kolpingfamilie Wemding und der Laienspielgruppe Wemding während des Historischen Stadtfestes auf der Bühne. Ob der Dreiakter nun 2021 gespielt werden kann, steht laut Maier noch in den Sternen: „Wer weiß, ob dann überhaupt noch ein Termin frei ist.“

Theaterverein Mauren muss einen Tag nach der Generalprobe absagen

Am kurzfristigsten hat die Pandemie wohl den Theaterverein Mauren erwischt. Für das Wochenende der Kommunalwahlen im März war die Premiere ihres Dreiakters geplant gewesen. Am Donnerstag fand die Generalprobe statt, am Freitag wurden alle Termine kurzerhand abgesagt. „Das war natürlich brutal, aber die Entwicklung damals ließ keine Auftritte mehr zu“, erklärt Vorsitzender Sebastian Funk. Drei Monate hatten die Laienschauspieler bereits geprobt, und die Bühne stand natürlich auch schon bereit. Die Bühne in der Dorfwirtschaft steht immer noch. Wann darauf gespielt wird, weiß Funk noch nicht. „Eigentlich wollten wir uns die Option offenhalten, irgendwann heuer noch zu spielen, aber daraus wird nichts“, so Funk.

Und so hoffen die Theaterfreunde aus Mauren, genauso wie alle Theaterspieler der Region, dass vielleicht 2021 der Vorhang wieder öffnen kann.

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