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Donauwörth

06.10.2017

Die Vor- und Nachteile der Donaumeile

Bei weitem nicht nur eine weitere Haltestelle für den Donauwörther Stadtbus: In der neuen Donaumeile locken 14 Geschäfte die Kundschaft an. 
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Bei weitem nicht nur eine weitere Haltestelle für den Donauwörther Stadtbus: In der neuen Donaumeile locken 14 Geschäfte die Kundschaft an. 
Bild: Thomas Hilgendorf

Reger Andrang in der neuen Einkaufsmeile in Donauwörth an Tag eins. Einige in der Stadt sind derweil geteilter Meinung darüber, wie sich das Projekt auf die Innenstadt auswirken könnte.

Auffallend groß für Donauwörther Verhältnisse, hell mit Lounge-Charakter, übersichtlich und modern: So lässt sich die am Donnerstsag eröffnete „Donaumeile“ just neben dem Bahnhof in der Dillinger Straße in aller Kürze beschreiben. Der von der Stadt etwas umständlich als „Nahversorgungszentrum“ titulierte neue Marktplatz mit 14 Ladenbetrieben ist nach zwei Jahren intensiver Bauzeit und vier Jahren Vorbereitung in Betrieb. Am Vormittag hatten die Kunden angesichts des Andrangs bereits Schwierigkeiten, einen Parkplatz zu ergattern.

Vor den Kunden waren die Honoratioren geladen. Am Mittwochabend waren Vertreter der Stadt ebenso vor Ort wie Bankdirektoren und Ladeninhaber. Investor Peter Pletschacher war die Erleichterung ob der pünktlichen Eröffnung anzusehen. Lange habe ihn der Bau eines solchen Centers in Donauwörth gereizt. Zum einen kenne er Donauwörth als wirtschaftlich stabile Stadt, zum anderen vertrage diese seiner Meinung nach einen neuen Marktplatz in Citynähe. Die 14 Läden der Donaumeile zeigten „einen guten Mietermix.“ Neben dem großen Edeka-Markt im ersten Stock, der via Wagen-Rolltreppe zu erreichen ist, sind vor allem Filialisten zu finden: darunter ein Sportladen, ein Schuhgeschäft, ein Textilhandel, ein Drogeriemarkt, ein Friseur, zwei Bäckereien, eine Apotheke, ein Geschäft im Bereich Innenraumausstattung/Deko. Zudem finden sich im Erdgeschoss, zur Dillinger Straße gewandt, ein Asia-Imbiss und ein Döner-Lokal. Nicht unwichtig für die Erreichbarkeit: die Bushaltestelle für den Stadtbus befindet sich direkt am Eingang.

Investor Pletschacher ist bereits in der Reichsstraße mit einer Filiale des Textilhändlers H&M vertreten. Und ab sofort, so der Unternehmer am Mittwochabend, werde „das nächste Projekt in Donauwörth“ angepackt: der Neubau des Edeka-Marktes in der Parkstadt, der für die Versorgung dieses Ortsteils, und hier vor allem für die ältere, nicht mehr mobile Generation, notwendig erscheint. Jener Supermarkt auf dem Schellenberg war eine von der Stadt ausgesprochene Voraussetzung für den Bau der „Donaumeile“ am Bahnhof gewesen.

Die Diskussion um die Frage, ob denn an der Dillinger Straße mehr Mietwohnungen nicht sinnvoller seien als eine von vielen Einzelhändlern befürchtete neue Konkurrenz zur Reichsstraße, sie schien am Mittwochabend keinem die Laune zu verderben. Gegenüber unserer Zeitung verteidigte Oberbürgermeister Armin Neudert das Projekt ausdrücklich: „Die Stadt prosperiert, wir haben Einwohner dazugewonnen und befinden uns im Wettbewerb der Städte.“ Es gelte daher, so Neudert, auch von außerhalb „Menschen zu binden“ an Donauwörth als Einkaufsstadt. Die Kaufkraft liege in Donauwörth um etwa ein Viertel höher als im bayerischen Durchschnitt. Zudem spreche das sogenannte CIMA-Einzelhandelsgutachten für das Projekt Donaumeile. Dem allerdings steht, wie berichtet, die Expertise des Handelsverbands Bayern gegenüber, welche das genaue Gegenteil analysierte. Für OB Neudert sei das neu Entstandene derweil bereits jetzt ein Erfolg, musste man die brachliegenden ehemaligen Bahnareale doch weiterentwickeln. Durch neue Wohnblöcke und das Nahversorgungszentrum sei dies gelungen, ferner sei das „Innenstadt-Angebot“ erweitert worden. Dass es offenbar aber bereits sogenannte Kannibalisierungseffekte gegeben hat, stellt indes der Vorsitzende der City-Initiative Donauwörth (CID), Markus M. Sommer, nicht infrage, der allerdings auch nicht pessimistisch sein will: „Ich bin gespaltener Meinung. Einerseits kann das Kaufland Alternativen vertragen, andererseits gibt es neue Konkurrenz für die Reichsstraße.“ OB Neudert meint, die Stadt und ihre Bürger würden profitieren. „Handel bedeutet Wandel“, betonte der Rathauschef. Er ließ in seiner Ansprache zur Eröffnung nicht unerwähnt, dass die Entwicklung der Reichsstraße nicht zuletzt von den dortigen Hauseigentümern und damit auch von schulterbaren Mieten abhänge.

Derweil weckte die Donaumeile am Premierentag augenscheinlich das Interesse der Landkreisbürger: Die Parkplätze waren am Vormittag besetzt, viele machten von den Eröffnungsangeboten der Läden Gebrauch.

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