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Kommunalwahl 2020

15.03.2020

Die Wähler im Kreis Donau-Ries stärken Rößle den Rücken

Ein Auf und Ab bei den Christsozialen am Sonntagabend im Landratsamt in Donauwörth: Einerseits ein großer Erfolg für Landrat Stefan Rößle (links). Andererseits blicken Bundestagsabgeordneter Ulrich Lange (Mitte) und MdL Wolfgang Fackler mit gemischten Gefühlen auf so manches kommunales Ergebnis der CSU.

Plus Amtsinhaber Stefan Rößle (CSU) setzt sich mit 58,4 Prozent gegen vier Mitbewerber durch. Wie die Kontrahenten reagierten und womit der Landrat offenbar punkten konnte.

Stefan Rößle ist kein Freund markiger Worte. Er wägt sie gerne zweimal ab, bevor er sie ausspricht. Doch als mehr als die Hälfte der ausgezählten Stimmen im Sitzungssaal des Landratsamtes auf der großen Leinwand aufgeploppt waren, war Rößles Erleichterung spürbar. Immer deutlicher zeichnete sich ab, dass es der amtierende Landrat und Kandidat der CSU/ AL-JB im ersten Wahlgang schaffen würde gegen vier Kontrahenten.

Rößle, sagt, die Themen seien richtig gesetzt worden

Er habe es sich „erhofft“, über 50 Prozent zu kommen, sagte Rößle bescheiden – „man kommt ja nur mit einem Teil der Bevölkerung direkt zusammen vor den Wahlen“, so der Landkreischef. Und dann, einige Minuten später, fügte er doch noch hinzu: „Ja, ich bin zufrieden.“ Die Themen seien richtig gesetzt worden: Bildung, Gesundheit, die wirtschaftliche Sanierung der Kreiskrankenhäuser, die Schuldenfreiheit des Landkreises – und auch das Thema Nachhaltigkeit. Er habe damit wohl bei einem breiten Spektrum punkten können.

Moll: "Der Landkreis Donau-Ries ist konservativ"

Peter Moll (SPD) hat zuhause in Donauwörth auf die Wahlergebnisse gewartet. Letzten Endes sei er „schon ein kleines bisschen enttäuscht“, dass es nun zu keiner Stichwahl um den Posten des Landkreischefs kommen wird. Am Wahlkampf und am Zuspruch habe es nicht gelegen, sagt Moll. Trotzdem, der zweite Platz sei „gut“– vor allem wegen des „Hypes“ um die Grünen. Dass Rößle so stark punkten konnte, liege wohl daran, „dass der Landkreis nach wie vor konservativ ist“. Moll wolle sich indessen weiterhin für „soziale Themen“ im Landkreis starkmachen, wie etwa die Gesundheitsversorgung.

Die Wähler im Kreis Donau-Ries stärken Rößle den Rücken

Ach und Riehl sind überrascht, dass es keine Stichwahl gibt

Nicht gerade Jubelstimmung herrschte bei den Grünen um deren Kandidat Nico Ach. Keine Frage, er hätte sich eine Stichwahl gewünscht. Dass der Landrat auch auf das oftmals mit den Grünen verbundene Thema Nachhaltigkeit gesetzt habe, sei aber nicht das Problem gewesen, sagt Ach. Grüne Wähler habe Rößle seiner Ansicht nach nicht abgeworben.

Zuhause in Rain schaute auch Florian Riehl von den Freien Wählern auf die Ergebnisbalken. Er sei „überrascht“, dass Rößle es im ersten Wahlgang schaffte. Er wolle jedoch den Kopf nicht hängen lassen, die Parteifreien würden nun im Kreistag weiter auf ihre Schwerpunkte pochen: Digitalisierung, „bessere Begleitung“ der Schulbaumaßnahmen und Ökologie stünden weit vorne auf der Agenda. Er wolle derweil zum Wohle des Kreises „gerne kooperieren“, so Riehl.

Singer: "Es ist schwer für die AfD in einem wirtschaftlich starken Landkreis."

Von den vier Gegenkandidaten Rößles hatte sich an diesem Abend nur Ulrich Singer von der AfD auf den Weg ins Landratsamt gemacht, um hier die Ergebnisse zu verfolgen. Bereits kurz nach 20 Uhr zeichnete sich ein Ergebnis zwischen fünf und sechs Prozent für den AfD-Kandidaten ab, am Ende waren es 5,7. Auf acht bis zehn Prozent habe er gehofft. Resigniert sei er nicht, es sei ja auch darum gegangen, die AfD in den Kreistag zu bekommen. In einem wirtschaftlich starken Landkreis sei es ohnehin schwerer für seine Partei, so Singer.

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