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Wemding

12.02.2018

Die Zähmung schwer erziehbarer Stadträte

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3 Bilder
Die „aufgeblasenen“! Sumo-Ringer sorgten für sehr viele Lacher beim Kolpingball in der Stadthalle in Wemding.
Bild: Reinhold Seefried

Narren nehmen Politiker auf die Schippe. 600 Besucher sind begeistert von den Einlagen beim Kolpingball.

Eine Reise in den Fernen Osten unternahmen die rund 600 Ballbesucher am Samstag in der Wemdinger Stadthalle bei Nordschwabens größtem Ball. Der Kolpingball stand heuer unter dem Motto „Asia-Ball Wemding süß-sauer“.

Im mit Papierschirmchen und Goldfolie reich geschmückten Foyer hieß gemäß asiatischem Brauch eine „Winkekatze“ die Gäste willkommen. Nach dem Durchschreiten eines „japanischen Toriis“ galt es sich am „Kol-Ping-Pong“ zu versuchen und sich auf den Papierfähnchen zu verewigen. Schon zur Tradition geworden ist ein Erinnerungsfoto für die Ballbesucher. Diesmal durften sie sich vor einer Fototapete von der Terrakotta-Armee platzieren und wurden von einzelnen Kriegern flankiert.

Begrüßt wurden die Gäste von Konfuzius (Daniel Ostermeier) und seinem Schüler (Marius Trollmann). Der Schüler sorgte zudem für zahlreiche Lacher, weil er bei der Begrüßung von Bürgermeister Martin Drexler, dem Landtagsabgeordneten Wolfgang Fackler und Stadtpfarrer Wolfgang Gebert über deren Namen stolperte. Die chinesische Sprache kennt kein rollendes R, der dafür existierende Laut klingt im Deutschen wie der Buchstabe L.

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Anschließend nahm Stadtführer Benedikt Bosch die chinesischen Gäste auf eine Führung durch Wemding mit. Vor dem Rathaus begrüßte er den Kaiser aus China „I kof all’s“. Dann berichtete er, dass im Stadtrat alles total harmonisch ist, weil Bürgermeister Drexler den Vhs-Kurs „Zähmung von schwer erziehbaren Stadträten“ besucht hat. Die Widersprüche im Rathaus konnte der Kaiser (Florian Fischer) ohnehin nicht nachvollziehen, denn in China würden alle Widerspenstigen mundtot gemacht. Auch ein weiterer Punkt zur Entspannung im Stadtrat fand großen Anklang. Künftig werden zwischen den Tagesordnungspunkten bei den Sitzungen asiatische Massagen dargeboten.

An der Pfarrkirche angekommen, wusste der Stadtführer von einem besonderen ökumenischen Ereignis zu berichten. So stand der Pfarrer am Ambo und predigte, während der „evangelische Christbaum aus Rudelstetten“ in der Ecke nadelte. Falls die Probleme bei der Kirchenrenovierung noch größer werden sollten, würde sich Kolping bereit erklären, den Dachstuhl der Pfarrkirche beim Sonnwendfeuer zu entsorgen.

Auch verriet Bosch seinen chinesischen Gästen die Taktik von Drexler, bei den Bürgerversammlungen unliebsame Rückfragen oder Wünsche zu vermeiden. So würde er durch seine langen Reden dafür sorgen, dass der „Top-Antragsteller Herr Waimann“ nur noch den Wunsch verspüre, zu zahlen und heimzugehen.

Anschließend ging es weiter zur geplanten Umgehungsstraße. Die drei Bürgermeister der Stadt hatten sich hier auf Höhe der Firma Appl einen Kreisverkehr gewünscht, um von sich eine Statue errichten zu können, informierte der Stadtführer seine Gäste. Als sich dann aber eine Stadträtin in die Diskussion eingemischt und eine weibliche Statue gefordert habe, sei das Projekt ganz schnell begraben worden. Stattdessen wurde von den männlichen Kollegen gefordert, ein Verkehrsschild „Vorfahrt gewähren“ aufzustellen.

Lob gab es indes für die Amerbacher wegen ihres Weitblicks. Sie hatten sich im vergangenen Jahr anlässlich ihres 125-jährigen Bestehens mit Markus Söder einen weiteren künftigen Ministerpräsidenten als Schirmherrn geholt. Zur 100-Jahr-Feier war bereits der damalige Innenminister Edmund Stoiber gekommen.

Zwischendurch verteilte eine junge Dame (Sophie Nothegger) Fragebögen über Leerstände in der Wemdinger Altstadt. Bei der Übersetzung wurde durch den Dolmetscher und Urkundenfälscher „Mji hosch kaut“ (Michael Mayer) so manches eigenwillig interpretiert.

Gute Unterhaltung war auch bei den diversen tänzerischen Showeinlagen garantiert. Die 18 schönsten Geishas der Kolpingsfamilie zeigten ein Medley aus traditioneller asiatischer Musik und den verschiedenen Tänzen. Eröffnet wurden die Darbietungen allerdings von sechs jungen Männern, die als Karatekas und Ninjas, die unterschiedlichen asiatische Kampfsportarten demonstrierten.

Dann schwebte ein Drachenmädchen (Sandra Schreck) über die Tanzfläche, gefolgt von ihrem großen langen Glücksdrachen. Aus dem Drachen sprangen die Geishatänzerinnen hervor. Dabei faszinierte das Farbenspiel der Papierschirme.

Es folgte ein rhythmischer Teil mit markanten „Taiko-Trommeln“, der synchron dargeboten wurde. Hinter Leinwänden zeigten dabei zwei Taikämpferinnen einen Schlagabtausch als Schattenspiel. Ein weiterer Höhepunkt war die sich um 180 Grad drehende Formation, die alle Elemente „Akrobatik, asiatischer Tanz und Farbenspiel“ vereinte.

Für einen großen Lacher sorgten vier „aufgeblasene“ Sumo-Ringer, die sich unter die Tänzerinnen mischten. Daraus formten sie die von kräftigem Jubel begleitete Schlussformation und die Halle bebte. Lautstark wurde eine Zugabe gefordert. Für richtig Stimmung sorgte der Abschluss mit dem weltberühmten Hit „Gangnam-Style“. Das viele Proben unter der Leitung von Nicole Maurer und Sandra Schreck sowie Daniel Ostermeier hatte sich gelohnt, denn die vielseitigen Tänze wurden sauber und synchron präsentiert.

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