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16.07.2010

Die Zukunft ist ungewiss

Kinder der Offenen Ganztagesschule in Kaisheim freuten sich, den Gästen der Zehn-Jahres-Feier der SPT ihren Garten zu zeigen, den sie selbst gestaltet haben. Hauptinitiator war Jens Hofmann aus Donauwörth.
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Kinder der Offenen Ganztagesschule in Kaisheim freuten sich, den Gästen der Zehn-Jahres-Feier der SPT ihren Garten zu zeigen, den sie selbst gestaltet haben. Hauptinitiator war Jens Hofmann aus Donauwörth.

Kaisheim Seit zehn Jahren besteht die Sonderpädagogische Tagesstätte (SPT) in Kaisheim - ein erfreulicher Anlass für eine Feierstunde. Die Freude wurde aber getrübt und der Festakt von Nachdenklichkeit beherrscht, denn alle Beteiligten wissen: Es wird diese Einrichtung nicht mehr lange geben.

Wenn ein Kind eine Förderschule besucht, gibt es dafür gute Gründe: Es kommt im Unterricht nicht mit, benötigt gezielte Unterstützung, und manche - so Bereichsleiterin Daniela Müller-Tolk - "brauchen auch einfach etwas mehr Zeit als andere, um den Lernstoff zu verarbeiten". Das Ziel, jedes dieser Kinder in seiner persönlichen Entwicklung nach Möglichkeit so voranzubringen, dass es den Sprung in die Regelschule schafft, sei dabei immer im Blick.

Einige Förderschüler benötigen aber außerhalb des Unterrichts noch zusätzliche Unterstützung, damit sie den Anschluss nicht verlieren. Hausaufgabenbetreuung, gezielte Unterstützung, Förderung durch spielerisches Lernen. In Kaisheim, wo es dieses Angebot für Kinder des Sonderpädagogischen Förderzentrums Abt-Ulrich-Schule gibt, sind vier Fachkräfte mit der Förderung und Betreuung von 20 Kindern beauftragt.

Vielfältige soziale Erfahrungen

Die Zukunft ist ungewiss

"Durch die gemeinsame Mittagsverpflegung, die festgelegte Arbeitszeit zur Erledigung der schulischen Aufgaben und die gemeinsamen Aktivitäten in der Freizeit entstehen vielfältige soziale Erfahrungen, die durch die Fachkräfte ständig begleitet werden", erläuterte bei der Feierstunde Diplom-Psychologe Dr. Peter Winter. Die Schaffung einer kindgerechten freundlichen Atmosphäre, das direkte Eingreifen und Unterstützen in Konfliktsituationen ermögliche den Schülern, positive Gruppenerfahrungen zu machen und das eigene defizitäre Verhaltensrepertoire zu erweitern. Zusätzlich könnten vor Ort logopädische Behandlungen durchgeführt werden.

Dr. Winter dankte dem Landkreis, der in den vergangenen zehn Jahren "immer geholfen" hat. "Wir sind traurig darüber, dass diese erfolgreiche Arbeit zumindest so nicht weitergeführt werden kann", sagte er. Aber "wir haben in den zurückliegenden Jahren immer wieder kreativ auf Veränderungen nicht reagiert, sondern agiert, und wir weren uns auch dieser Herausforderung stellen".

Dass die Arbeit der SPT nötig und erfolgreich ist, betonte Sonderschulrektor Hans Kratzer: "Es ist zweifellos so, dass die Kinder, die die Tagesstätte besuchen, einen höheren Förderbedarf haben und diese notwendige Förderung dort auch erhalten. Ich halte diese Arbeit für sehr wichtig für die Schule und für die Kinder." In Bezug auf die Zukunft sagte Krazter: Es tut uns furchtbar leid, dass diese Form nicht weiter bestehen kann."

Der Erfolg der SPT zeigt die Gründe für sein Bedauern. So können zum Beispiel im kommenden Herbst vier Kinder, die derzeit noch die Tagesstätte besuchen, in die dritte Klasse der Grundschule wechseln. Eingeladen zur Zehn-Jahres-Feier hatte die Katholische Jugendfürsorge der Diözese Augsburg (KJF), die im Auftrag des Freistaats die SPT betreibt. Zum "kleinen Jubiläum" gratulierte deren Vorstandsvorsitzender Prälat Günter Grimme.

Freistaat zahlt nicht mehr

Wie es nach den Sommerferien 2011 mit den Sonderpädagogischen Tagesstätten generell weitergehen wird, ist derzeit noch nicht bekannt, nachdem Freistaat angekündigt hat, dass er dieses Angebot nicht mehr bezahlen wird. Diskutiert wurde bereits, dass statt der Tagesstätte eine sogenannte offene Ganztagesschule eingeführt werden könnte. Seitens der KJF und auch anderer Träger solcher Tagesstätten ist man der Meinung, dass die davon betroffenen Kinder mehr Unterstützung verdienten, als sie die bisher übliche Form der Offenen Ganztagesschule bieten könne.

Vize-Landrat Alfred Stöckl hob bei der Feierstunde die Bedeutung der SPT hervor. Er hatte aber eine gute Nachricht mit nach Kaisheim gebracht. Eine, die Dr. Winter sagen ließ: "Da fällt mir ja ein Stein vom Herzen." Stöckl hatte davon berichtet, dass man sich im Kreistag schon über die Zukunft der Einrichtung Gedanken mache. Er könne zumindest andeuten, dass alles unternommen werde, dass es nach den Sommerferien 2011 weitergehe. Unterstützung bei diesen Bemühungen sagte spontan Kaisheims Vizebürgermeister Dr. Wolfgang Kastner zu. Er versicherte, dass die Marktgemeinde alles unternehmen werde, um die Sozialpädagogische Tagesstätte in Kaisheim zu erhalten.

Beteiligte und Kinder "bauten" bei der Feierstunde symbolhaft eine Burg, um zu demonstrieren, dass die SPT ein schützender und schützenswerter Ort sei. Kinder und Pädagogen hatten außerdem das Theaterstück "Der kleine Ritter Trenk" einstudiert. (bih)

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