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Holzmarkt

28.11.2015

Die fetten Jahre sind vorbei

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WBV-Vorsitzender Alois Michel und die Holz-Eva Maria Michel ehrten Josef Reitsam für seinen jahrelangen Einsatz für die Waldbesitzer.
Bild: Diemer

Der Wald hatte heuer mit vielen Problemen zu kämpfen. Das hat sich auf den Preis ausgewirkt. Es gibt einen kleinen Lichtblick

Auch in diesem Jahr sind die Wälder im Landkreis wieder durch Stürme in Mitleidenschaft gezogen. Zusätzlich mussten die Bäume noch mit der langen Trockenheit und einem starken Käferbefall kämpfen. Welche Auswirkungen dies auf den regionalen Holzmarkt hatte und mit was man diesbezüglich im nächsten Jahr rechnen muss, stellte Stefan Wurst von der Waldbesitzervereinigung (WBV) Nordschwaben bei deren Jahresversammlung vor.

Bis Ende März war der Einschlag in der Saison von 2014 auf 2015 mit gerade einmal 29000 Festmetern eher verhalten. Die weitere Entwicklung des Holzmarkts wurde maßgeblich von Orkan Niklas beeinflusst, der im Landkreis teils beträchtliche Schäden angerichtet habe, sagte Wurst. Als Folge musste man einen starken Preisrückgang von 20 Euro pro Festmeter hinnehmen.

„Die fetten Jahre sind vorbei“, sagte der Geschäftsführer. Mittlerweile bestimmten nicht mehr die Holzbesitzer den Preis, sondern die Sägewerke, die es ihnen abnehmen. Der Verkäufermarkt habe sich zu einem Käufermarkt gewandelt.

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Insgesamt kam die Waldbesitzervereinigung am Ende des Geschäftsjahrs auf etwa 55000 Festmeter. Der erwirtschaftete Netto-Umsatz liegt mit rund 4,1 Millionen Euro deutlich unter den mehr als zwölf Millionen Euro, die in der vorherigen Saison erzielt wurden. Damals musste man allerdings durch die großen Sturmschäden zwangsweise große Mengen an Holz aus dem Wald entfernen und kam auf über 157000 Festmeter, berichtete Wurst. Der diesjährige Preis je Einheit sank im Vergleich zur Vorsaison von 79,02 auf 73,92 Euro. Neben Orkan Niklas gab es hierfür auch noch andere Gründe.

Problematisch sei gewesen, dass die Holzqualität vermehrt unter den Trockenschäden und dem Käferbefall zu leiden hatte, so Wurst. Letzterer wird auch in der Einschlagsaison von 2015 auf 2016 eine große Rolle spielen. Momentan seien große Käferholzmengen auf dem Markt und auch im Frühjahr bestehe wieder eine erhöhte Gefahr, dass sich die Schädlinge im Wald ausbreiten.

Einen kleinen Lichtblick gibt es hinsichtlich des Käferbefalls. Die Nachfrage nach unverfärbtem Holz sei gerade hoch, sagte Wurst. Der verhandelte Frischholzpreis bei Fichten der Stärkeklassen 2b bis 4 läge deshalb ab November bei 90 Euro pro Festmeter. Ab dann gelte auch der neue Papierholzpreis von 36,50 Euro pro Raummeter.

Zurzeit seien die Sägewerke mit Rundholz überversorgt. Die Brennholznachfrage lasse spürbar nach und die Holzabfuhr würde sich stark verzögern. Mit einem Anfuhrstopp sei laut Wurst im Dezember beziehungsweise im Januar zu rechnen.

Neben den Vorträgen und den Berichten zum Geschäftsjahr wurde nicht vergessen, sich bei denjenigen zu bedanken, die sich in der Waldbesitzervereinigung Nordschwaben engagieren. Der Vorsitzende Alois Michel zeichnete Josef Reitsam aus Mündling und Karl Schreitmüller aus Ebermergen für ihren jahrelangen Einsatz mit einer Urkunde aus und überreichte ihnen einen Krug als Geschenk. Letzterer konnte aus gesundheitlichen Gründen nicht selbst an der Ehrung teilnehmen, weshalb ihn sein Sohn vertrat.

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