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Berufswelt

28.07.2020

Die ganze Welt sehnt sich nach deutschem Brot

Die Innungsbesten Salome Scheifler (Mitte links) und Melissa Schwerma (Mitte rechts) umgeben von (von links): Kreishandwerksmeister Werner Luther, stellvertretender Bürgermeister der Stadt Höchstädt Stephan Karg, Obermeister Rupert Diethei und Oberstudiendirektor Gerhard Weiß.

Freisprechung bei der Bäckerinnung. Eine besondere Ehrung geht an eine Fachverkäuferin aus Donauwörth

Abschluss in Corona-Zeiten – nichts ist, wie es war. Doch auf eines mussten die frischgebackenen Gesellen der Bäckerinnung Nordschwaben nach ihren bestandenen Prüfungen nicht verzichten: eine Freisprechungsfeier, allerdings in kleinerem Rahmen als gewohnt, mit weniger Ehrengästen, Abstand, Masken und ohne eine Musikgruppe. Doch die Verantwortlichen – Obermeister Rupert Diethei, Kreishandwerksmeister Werner Luther und Oberstudiendirektor Gerhard Weiß, Schulleiter der Staatlichen Berufsschule Höchstädt – betonten, wie wichtig es ihnen war, den jungen Menschen einen möglichst festlichen Rahmen zu bieten. Als Anerkennung für ihre großartige Leistung.

Und so versammelten sich die jungen Frauen und Männer, Bäcker und Bäckereifachverkäuferinnen, und nahmen nun in Höchstädt ihre Gesellenbriefe und Abschlusszeugnisse entgegen. Kreishandwerksmeister Werner Luther sprach die Absolventen frei.

Eine besondere Ehrung erhielten die beiden Innungsbesten. Bei den Bäckerei-Fachverkäuferinnen ist dies Melissa Schwerma von der Bäckerei Pfister in Donauwörth. Mit einem herausragenden Notendurchschnitt von 1,0 überzeugte die Bäcker-Gesellin Salome Scheifler von der Rosenbäckerei in Oettingen. Ihnen beiden sprachen die Ehrengäste ihren Respekt aus. Höchstädts zweiter Bürgermeister Stephan Karg brachte es auf den Punkt: „Sie haben es verdient, heute geehrt zu werden.“

Obermeister Diethei lobte die Gesellen für ihr Durchhaltevermögen und ihre tollen Erfolge bei den Prüfungen. Er betonte zudem die Wichtigkeit ihres Berufsstandes: „Wir sind mitverantwortlich für die Gewährleistung, dass es bei uns das Grundnahrungsmittel Brot gibt. Wir haben einen schönen Beruf und das Handwerk wird und darf niemals aussterben.“ Allen Jugendlichen gab er einen wichtigen Ratschlag: „Egal ob in unserem ehrenwerten Handwerk oder wo auch immer eure Wege hinführen werden: Hört niemals auf zu lernen. Bildet euch immer aufs Neue weiter.“

Der Leiter der Staatlichen Berufsschule Höchstädt, Oberstudiendirektor Gerhard Weiß betonte bei der Feier die Schwierigkeiten, mit denen die Lehrlinge in den vergangenen Monaten der Corona-Pandemie zu kämpfen hatten. Er sagte: „Ihr hattet nicht diese Regelmäßigkeit, mit der jeder andere eurer Vorgänger die Prüfung durchgezogen hat. Ihr hattet Schulschließung, durch die ihr weniger Unterricht hattet. Ihr musstet damit klar kommen, auch mit der Unsicherheit: Findet überhaupt eine Prüfung statt? Wie läuft die ab? Dass ihr das überstanden habt, das zeichnet euch am Ende aus.“

Kreishandwerksmeister Luther sprach die außergewöhnliche Brotkultur in Deutschland an. Im deutschen Brotregister sind 3189 verschiedene Brotspezialitäten registriert.

Er berichtete: „Ähnlich wie die französische Esskultur oder der argentinische Tango zählt das deutsche Bäckerhandwerk zur Vielfalt der sogenannten, lebendigen kulturellen Ausdrucksformen, die unmittelbar vom menschlichen Können getragen werden und erfüllt damit die Voraussetzung, um von der Unesco als Kulturerbe geschützt zu werden. Das ist etwas ganz Besonderes.“ Luther betonte: „Die ganze Welt beneidet uns um diese Vielfalt und sehnt sich nach deutschem Brot.“

Auch der Kreishandwerksmeister gratulierte den Gesellen: „Ich wünsche Ihnen, dass es Ihnen gelingt, Ihre Träume zu realisieren und Ihre Ziele zu verwirklichen.“

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