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Stromausfall

28.03.2019

„Die gesamte Stadt ist dunkel“

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Stromausfall – dieser Zettel wurde in Wemding aufgehängt, um die Bevölkerung zu informieren.

Ein Brand in einem Trafohaus hat weitreichende Folgen für Wemding und das Umland. Firmen stehen still. Heute fällt die Schule aus und die Kindertagesstätten haben geschlossen

Ein Brand in einem Trafohaus in Wemding hat für einen großen Stromausfall gesorgt. Der hatte und hat weitreichende Folgen. Am meisten betroffen war und ist die Stadt selbst. Aber auch umliegende Orte hatten vorübergehend – dazu gehörten beispielsweise Alerheim, Amerbach und Megesheim – oder über lange Zeit – dies trifft auf die Fünfstettener Ortsteile Nußbühl und Heidmersbrunn zu – keine Elektrizität mehr.

Bei einem Krisengespräch entschieden die Leiter der Wemdinger Schulen, dass an diesen am Donnerstag der Unterricht ausfällt. Auch die Kindertagesstätten bleiben geschlossen. Eltern, die auf eine Betreuung ihres Nachwuchses nicht verzichten können, können diesen zum Verpflegungsstützpunkt in die Stadthalle bringen. Wie lange der Strom weg sein wird, konnte am Mittwochabend noch niemand genau sagen. Die letzte Information vor Redaktionsschluss lautete, die Versorgung könnte am Donnerstag zwischen 7 und 8 Uhr wieder hergestellt sein.

Auslöser für den in der Region in dieser Form ungewöhnlichen Stromausfall war der Brand in dem Gebäude an der Bürgermeister-Epple-Straße. Um etwa 17.10 Uhr gingen die Lichter aus und alles, was ans Stromnetz angeschlossen ist, stand plötzlich still. Kassen in den Geschäften gingen nicht mehr. Die Leute konnten nicht mehr einkaufen. Die Hoffnung, dass der Stromausfall nur von kurzer Dauer sein würde, hielt nicht lange. Bei der Trafostation handelt es sich um einen Hauptverteiler. Die Feuerwehr war rasch vor Ort, konnte aber wegen der Spannung in dem Gebäude nicht löschen. Dies war erst nach etwa einer Stunde möglich. Rasch wurde klar, dass die Elektrizität möglicherweise die ganze Nacht durch weg sein könnte. Nachdem das Trafohaus entraucht und gesäubert worden war, konnten sich Techniker ans Werk machen.

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Parallel dazu rückten in Wemding insgesamt rund 150 Einsatzkräfte an. Polizei, die Feuerwehren aus Wemding (auch Werksfeuerwehr Valeo), Monheim, Oettingen und Donauwörth, das Technische Hilfswerk Donauwörth und der Rettungsdienst (Rotes Kreuz und Johanniter). Am Rathaus richteten Polizei und Feuerwehr eine Anlaufstation für Notfälle ein, denn in der Stadt funktionierten keine Festnetz-Telefone mehr. Auch Handys waren kaum noch benutzbar. Grund: Ohne Strom versagten auch die Mobilfunkmasten den Dienst. Als es dämmerte, sorgten viele Wemdinger mit Kerzen für Licht in ihrer Wohnung. Ansonsten wirkte der Ort beinahe schon gespenstisch. „Die gesamte Stadt ist dunkel“, beschrieb Bürgermeister Martin Drexler die Situation. Beamte der Bereitschaftspolizei patrouillierten die Nacht hindurch durch die Stadt.

Besonders heftig traf es die Firma Valeo. Dort wird normalerweise rund um die Uhr gearbeitet. Weil jedoch auch in der Fabrik ohne Strom Stillstand herrschte, wurde die Nachtschicht nach Hause geschickt. Glimpflich davon kam das Seniorenheim, das über eine eigene Notstromversorgung verfügt. Eine Herausforderung stellte die Versorgung von Pflegebedürftigen dar, die zu Hause beatmet werden oder auf Sauerstoff angewiesen sind. Eine Person wurde ins Krankenhaus verlegt. Pflegedienste waren über Nacht im Einsatz.

In der Stadthalle richteten der städtische Bauhof, das Rote Kreuz und die Johanniter einen Verpflegungsstützpunkt ein. Wenn es mit der telefonischen Verständigung nicht klappte, wurden Mitarbeiter kurzerhand von Zuhause abgeholt. Die Polizei fuhr durch Wemding und informierte die Bevölkerung per Lautsprecherdurchsagen. Auf dem Marktplatz versammelten sich Dutzende Menschen. Paula Meyer war eine von ihnen. Sie befürchtete, dass bald das Tauwasser aus dem Gefrierschrank fließt. Der Gewerbeverband, der in der Gaststätte Zur Wallfahrt seine Mitgliederversammlung abhalten wollte, sagte die Veranstaltung ab, denn auch in der Gaststätte ging nichts mehr.

In Donauwörth trat die Führungsgruppe Katastrophenschutz zusammen. Die etwa 30 Personen koordinierten in Absprache mit der Einsatzleitung, die in Wemding stationiert war, die nötigen Maßnahmen. Dazu gehörte zum Beispiel die Aufgabe, Stromaggregate zu organisieren. Das Landratsamt richtete von 21.15 Uhr an ein Bürgertelefon ein. Die Nummer: 0906/74-443.

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