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21.03.2009

Die lange Suche nach einem neuen Pfarrer

Harburg (wwi/kmg) - In der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Harburg herrscht nach Ansicht der Verantwortlichen vor Ort ein reges Leben. Vom Posaunenchor über die Tanz- und Meditationsgruppe bis hin zur neu gegründeten Landjugend reicht das Spektrum der Aktivitäten, das den rund 1140 Gemeindegliedern geboten wird. Eine entscheidende Person fehlt jedoch seit über einem halben Jahr: der Pfarrer. Dies ist aber nicht das einzige Problem, das die Gemeinde zu lösen hat.

Seit dem Weggang von Pfarrer Rüdiger Schild zum 1. August 2008 bemühen sich der Harburger Kirchenvorstand und der Landeskirchenrat vergeblich um einen Nachfolger. Dies war nun auch Thema in der Gemeindeversammlung. Pfarrerin Sabine Schneider aus Ebermergen teilte als Vakanzvertreterin mit, dass sich noch kein Bewerber für die Harburger Stelle gemeldet habe. Die war laut Kirchenvorstand-Mitglied Dr. Karl-Martin Graß bereits zweimal (im August und im Dezember) im Amtsblatt der Landeskirche ausgeschrieben - ohne jegliche Resonanz.

Dekan Johannes Heidecker berichtet, dass frei gewordene Pfarrerstellen grundsätzlich mindestens ein halbes Jahr lang nicht neu besetzt werden. Es komme manchmal vor, dass es zunächst keinen Interessenten gibt. In Harburg handle es sich "sicher um eine Gemeinde, auf die es sich zu bewerben lohnt", meint Heidecker. Der Ort habe eine schöne Lage und es handle sich um eine überschaubare Kirchengemeinde. Der Pfarrer sei für die evangelischen Christen in Harburg und in der Kirchengemeinde Schaffhausen (200 Mitglieder) zuständig. Nach einer Auskunft des Landeskirchenamts herrsche momentan innerhalb der Pfarrerschaft in Bayern generell wenig Bewegung.

Ein Grund dafür, dass mancher Seelsorger derzeit davor zurückschreckt, sich in Harburg ansiedeln zu wollen, könnte dem Dekan zufolge die Pfarrhaus-Situation sein. Bislang wohnte der Pfarrer mit seiner Familie in einem Haus (Baujahr 1974/75) in der Siedlung auf der "Heide". Im Mai 2008 sprach sich der Kirchenvorstand grundsätzlich für einen Neubau aus. "Maßgebend war die Absicht, das Pfarrhaus von seiner Randlage wieder mehr in die Stadt zu holen, aber auch der absehbare hohe finanzielle Aufwand für die bauliche Sanierung des bisherigen Pfarrhauses", erläutert Karl-Martin Graß.

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Einen Platz für ein neues Gebäude hätten die Harburger schon: Es könnte auf dem Grundstück am neuen Gemeindehaus in der Nördlinger Straße errichtet werden. Das Landeskirchenamt stimmte diesem Vorhaben im Februar schriftlich zu. Über einen Zuschuss - einen solchen benötigt die Kirchengemeinde auf jeden Fall - ist aber laut Graß noch nicht entschieden. Man habe einen Bauausschuss gebildet, den Pfarrer Horst Schall (Oppertshofen) leitet. Das alte Pfarrhaus ist zum Verkauf ausgeschrieben. Der neue Pfarrer müsste also zunächst in einer "Interimswohnung" leben, ehe das neue Haus fertig ist. Eine vorübergehende Herberge wäre vorhanden. "Aber zwei Mal in einem Jahr umziehen - das macht keiner gerne", spekuliert Dekan Heidecker. Andererseits könnte der Seelsorger, "wenn er da ist, selber mitbestimmen, wie das neue Haus aussieht", merkt Karl-Martin Graß an.

Die Bemühungen um einen neuen Pfarrer laufen laut Graß weiter: "Ich rechne damit, dass wir frühestens im August oder September einen bekommen werden. Es kann aber auch länger dauern." Um die seelsorgerische Arbeit in Harburg weiterzuführen, wurden die Aufgaben auf verschiedene Schultern - sprich: die Pfarrer der umliegenden Gemeinden - verteilt. "Die Kollegen halten das super am Laufen", lobt der Dekan. Kirchenvorstand-Mitglied Graß ergänzt: "Gott sei Dank haben wir in der Umgebung auch einige Lektoren. Ohne die könnten wir nicht jeden Sonntag Gottesdienst halten."

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