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Veranstaltung

11.08.2017

Die letzte Party in der Sandgrube

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2 Bilder
Der Aufbau für die letzte Sandgrubenparty in Monheim-Rehau ist im vollen Gange. Markus Mayinger, Marco Dollinger, Alexander Mayer und Markus Schuster packen mit an, damit alles rechtzeitig fertig wird.
Bild: Christian Mühlhause

Nach der 25. Auflage ist Schluss. Die Organisatoren informieren über die Gründe und Ideen für die Zukunft

Am Samstagabend um 20 Uhr gehen in der Sandgrube in Rehau ein letztes Mal die Lichter an und es werden wahrscheinlich wieder deutlich über 1000 Gäste ausgelassen zur Musik feiern. Bei so manchen Rehauern dürfte dann aber auch ein komisches Gefühl mitschwingen. Schließlich endet am nächsten Morgen, wenn die letzten Gäste den Heimweg angetreten haben, ein langes und mit vielen Emotionen und Erinnerungen verbundenes Kapitel in der Geschichte des Monheimer Stadtteils. Auf der Kippe stand die Partyreihe, die immer am zweiten Samstag im August stattfindet, vor ein paar Jahren schon einmal. Damals fand sich längere Zeit niemand, der den Vorsitz im Verein „Sandgrubenfreunde“ übernehmen wollte. Letztlich erklärte sich der heutige Vorsitzende Alexander Mayer bereit, das Amt zu übernehmen. Heute hat der Verein 120 Mitglieder.

Dass nun Schluss ist, hat unter anderem damit zu tun, dass Unterstützer aus dem Ort inzwischen bis zu 65 Jahre alt sind und kürzer treten wollen. Hinzu kommen die immer strenger gewordenen Auflagen, damit die Veranstaltung stattfinden kann, beispielsweise beim Jugendschutz oder der Sicherheit. Auch müssen die Rehauer, die alles ehrenamtlich organisieren, Security anheuern und einen Verkehrsleitplan vorlegen. Das sei ein enormer Aufwand, auch wenn das Verhältnis zur Polizei „ausgezeichnet“ sei, so Mayer. „Das sind Probleme mit denen andere Veranstalter in der Region auch kämpfen. Sie überlegen ebenfalls, ob sie noch weitermachen sollen“, berichtet Markus Schuster über den Austausch mit Organisatoren andernorts.

Schusters angestammter Platz bei den Partys ist hinter dem DJ-Pult. Er wechselt sich bei der rund achtstündigen Party mit einem anderen DJ ab. Erstmals stand er vor 17 Jahren auf der Bühne. „Es ist immer noch ein fantastisches Gefühl, wenn so viele Menschen zu der Musik tanzen, die ich spiele.“ Vor allem Aktuelles aus den Charts ist inzwischen zu hören. In den ersten Jahren war es vor allem Rockmusik, doch das junge Publikum wollte andere Musik hören, weswegen die DJs umschwenkten. „Natürlich kommen Menschen aus allen Altersklassen, aber es sind eben doch sehr viele junge Leute, deswegen haben wir reagiert“, so Schuster. Am Samstag kommen aber auch die Älteren wieder mehr auf ihre Kosten. Die Musik soll die Historie der Partyreihe widerspiegeln, weswegen dann in der ersten Stunde Rock läuft, kündigt Schuster an. Zwei mal setzten die Veranstalter auf externe DJs, das funktionierte aber nicht wie erhofft. „Sie haben viel Techno und Elektro gespielt, das kam beim Publikum nicht an, erinnert sich der Vereinsvorsitzende Mayer.

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Ein Reinfall seien die Partys aber nie gewesen, sagt er. Nur einmal sei ein Verlust entstanden. Meist erzielten sie aber einen Gewinn. Den spendeten sie teils an wohltätige Organisationen oder für Projekte in Rehau. Davon wurde unter anderem auch ein Brunnen für den Monheimer Stadtteil finanziert.

Doch jetzt wird erst noch einmal ein letztes Mal ausgelassen gefeiert, auch wenn das Gelände nach Meinung der Ausrichter im Vergleich zu den ersten Jahren etwas an Flair verloren hat. Damals war noch Platz für mehr als 3000 Leute und es war eine reine Sandgrube. Irgendwann habe die Stadt dann aber Aushub dort aufgeschüttet und das Aussehen des Geländes damit massiv verändert. Gefeiert wurde trotzdem weiter, auch bei schlechtem Wetter, wie es am Wochenende wieder droht. Falls es nötig sein sollte, wird Kies oder Rindenmulch auf der Fläche verteilt. Dann taufen sie ihre Party, wie in der Vergangenheit auch schon um in die „Saubärenparty“. 2005 war beispielsweise so ein Jahr, in dem im Vorfeld alles unter Wasser stand.

Und auch wenn es dann keine Partys mehr gibt, löst sich der Verein nicht auf. „Wir wollen den Jugendlichen die Chance erhalten, so etwas auch aufzuziehen, wenn sie so weit sind. Bis dahin machen wir andere Dinge. Ein Sommerfest für den Ort ist so eine Überlegung“, sagt Mayer.

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