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Niederschönenfeld

28.09.2018

Direktorin verlässt unerwartet die JVA Niederschönenfeld

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Mariona Hauck verlässt nach nur zehn Monaten wieder die  
Bild: Wolfgang Widemann

Mariona Hauck geht nach nur zehn Monaten. Dafür starten die Arbeiten für Großbaustelle an der Anstalt.

„Das war unerwartet“, sagt Mariona Hauck. Nur zehn Monate, nachdem sie ihr Amt als Direktorin der Justizvollzugsanstalt (JVA) Niederschönenfeld angetreten hatte, hat die 47-Jährige ihren Schreibtisch dort schon wieder geräumt. Die aus dem Ries stammende und in München lebende Beamtin tritt zum 1. Oktober eine neue Stelle im bayerischen Justizministerium an. Gleichzeitig sind in Niederschönenfeld die Vorzeichen einer großen Baustelle zu sehen. Das Gefängnis wird erweitert.

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Zum 1. Dezember 2017 kam Mariona Hauck als Chefin in die JVA im Lechgebiet. Zuvor war sie stellvertretende Leiterin der JVA München-Stadelheim. „Ich hatte mich auf ein paar Jahre in Niederschönenfeld eingestellt“, schildert die Regierungsdirektorin. Dann aber galt es kurzfristig eine Stelle im Ministerium in München neu zu besetzen. Den Posten bekam Mariona Hauck. Sie ist künftig als Referatsleiterin für die Sicherheit in allen bayerischen Justizvollzugsanstalten zuständig – eine Aufgabe, die sie schon einmal ein Jahr lang ausgeübt hat. Den Abschied aus Nordschwaben bedauert die Direktorin, wie sie im Gespräch mit unserer Zeitung sagt: „Es war angenehm. Hier arbeiten engagierte Kollegen.“

In den vergangenen Monaten war die Chefin viel mit „Baugeschichten“ beschäftigt. Schließlich stehen in Niederschönenfeld umfangreiche Änderungen bevor. Die Haftanstalt soll – so die Pläne für den Gesamtausbau – einmal doppelt so groß sein. Zehn Jahre werde das wohl mindestens dauern, schätzt Mariona Hauck. Vorgesehen sei, dass die JVA statt der aktuell 261 Gefangenen einmal 515 Haftplätze haben soll.

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Die Anstalt soll in Richtung Osten erweitert werden. Um das mehrere Hektar große Baufeld abzusichern, wurde um diese inzwischen ein mit Sicherheitsdraht versehener Zaun gezogen. Den Sicherheitsbereich dürfen nur Befugte betreten. In den kommenden Wochen sollen dort Baustraßen entstehen. Der offizielle Spatenstich für den ersten Bauabschnitt soll laut Hauck im Frühjahr 2019 erfolgen. Dann werden auf dem Gelände eine neue, sechs Meter hohe Mauer und ein parallel dazu laufender Sicherheitszaun hochgezogen. Zudem werden ein Multifunktionsgebäude und eine Torwache mit Schleuse errichtet.

Damit verlagert sich der Hauptzugang. Die JVA soll nach Abschluss der Arbeiten direkt von der Staatsstraße her erreichbar sein: „Dann fließt kein Verkehr mehr durch das Dorf.“ Den Vorteil des abgesicherten Baufelds betont Karl-Heinz Gerner, Leiter des allgemeinen Vollzugsdienstes der Anstalt: „Wir können die Firmen arbeiten lassen und der Mauerring ist trotzdem geschlossen.“

Bei allen Nachteilen, die der überraschende Amtswechsel mit sich bringe, sei der Zeitpunkt in Zusammenhang mit den Bauarbeiten noch verträglich, erklärt Mariona Hauck. Ihr Nachfolger steht schon fest: Es ist Roland Retzbach. Der war bislang als stellvertretender Leiter der JVA Straubing tätig. Retzbach kommt bereits am kommenden Montag nach Niederschönenfeld. Ein Termin für die offizielle Einführung steht noch nicht fest.

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