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20.12.2020

Donau-Ries: Gottesdienst im kleinsten Kreis

Das erste Weihnachten: Die Heilige Familie feierte die Ankunft des Gottessohnes zumindest nicht im allzu größten Kreis, nimmt man an. Damals allerdings aus anderen Gründen wie heute.
Bild: Annette Zoepf

Plus Das evangelische und das katholische Dekanat nennen Hausgottesdienste als würdige Alternativen an Heilig Abend. Wie diese besondere Form gestaltet werden kann.

Um was in diesem seltsamen Jahr vor und an Weihnachten heiß diskutiert wird, das dürfte in den ersten christlichen Gemeinden eigentlich kein Thema gewesen sein. Hausgottesdienste im kleineren und familiären Kreis waren in den Anfängen des Christentums wohl ein Teil des Glaubensalltags. Hintergrund war mitunter auch eine oftmals bedrückende Lage – vielleicht eine kleine parallele zur aktuellen Corona-Pandemie. Vertreter der Kirchen in der Region ermutigen die Gläubigen nun, heuer verstärkt auf jene Hausgottesdienste zu setzen – wenngleich auch das Gemeindliche nicht ganz entfallen dürfe, auf längere Sicht schon gar nicht.

Ablaufplan für Hausgottesdienst im Donauwörther Gemeindebrief

Die Empfänger des evangelischen Gemeindebriefs dürften sich gewundert haben über die Beilage, die das Mitteilungsblatt in diesem Winter enthält. Gemeint ist nicht die Broschüre für „Brot für die Welt“, sondern ein Infoblatt, welches helfen soll, bei der Gottesdienst- beziehungsweise Andachtsvorbereitung für Heilig Abend – und zwar zuhause. Wie Dekan Johannes Heidecker gegenüber unserer Zeitung erläutert, stünden zwar – Stand: Freitag – weiterhin die beiden Open-Air-Gottesdienste am 24. Dezember auf der Donauwörther Freilichtbühne auf der Agenda (jetzt mit Anmeldung beim evangelischen Pfarramt), doch aus zwei Gründen muss es Alternativen geben: Zwar sei es recht unbedenklich, dass auf dem weitläufigen Gelände 200 Gläubige mit Abstand den Weihnachtsgottesdienst an der frischen Luft relativ sicher feiern können, doch klar, ein Massenandrang wäre zumindest nach den Regeln zum Infektionsschutz bedenklich.

Zweitens sollen diejenigen mit einem mulmigen Gefühl, die aber trotzdem die Geburt Christi würdig feiern wollen, nicht zu kurz kommen. Heidecker sieht in den Hausgottesdiensten überhaupt kein Problem, sondern vielmehr das Aufgreifen eines evangelischen Leitsatzes, des Priestertums aller Gläubigen:„Wir sind mündig genug, uns jederzeit die Freiheit zu nehmen, Gottesdienst zu feiern.“

Katholiken ebenfalls zu Hausgottesdiensten im Dekanat Donauwörth ermuntert

Doch auch für die katholischen Geschwister sei der Hausgottesdienst durchaus eine Alternative, sagt Donauwörths Dekan und Stadtpfarrer Robert Neuner. Klar, auf Dauer sei das größere gemeindliche Zusammenkommen freilich das Wünschenswertere; wenn aber Notsituationen andere Lösungen erforderten, so seien jene kreativen Ideen wirklich hilfreich. Hierfür hat das Dekanat auf seiner Internetseite www.donauworth-katholisch.de eigens eine Handreichung des Bistums Augsburg für die Hausgottesdienste eingestellt. Darauf ist beispielhaft ein Ablauf gelistet, ähnlich wie auf dem Faltblatt der evangelischen Gemeinde (siehe Info). Wichtig sei die mentale Vorbereitung, betonen beide Dekane – das Denken an den Grund des Weihnachtsfestes: die Geburt des Gottessohnes Jesus als Erlöser der Menschen. Daran in feierlicher Stimmung bei Kerzenlicht zu erinnern mit der Lesung des Weihnachtsevangeliums aus Lukas 2,1 bis 21, dazu Gebet, Fürbitte und weihnachtliche Lieder – das sei etwas Besonderes, etwas Würdiges. Und mit einer echten Besinnung sei so auch ein richtiges Weihnachtsfest möglich in diesem Ausnahmejahr 2020. Dekan Neuner hielte es für gut, wenn die Menschen an diesen Andachtsformen wieder verstärkt Geschmack fänden und so zusätzlich zu den herkömmlichen Gottesdiensten der Glaube im Alltag wieder verstärkt integriert würde.

Heidecker bezeichnet die Gottesdienste daheim als einen „sehr gangbaren Weg“: Das gehe gut im kleinsten Kreis „und sogar allein“. Wichtig sei eine Zeit der Ruhe – ohne Fernseher, Internet, Smartphone und Radio. Dennoch, so Heidecker, sei die Technik nicht per se zu verteufeln, im Gegenteil: Auch im Fernsehen oder im Internet fänden sich heuer verstärkt Gottesdienste für all jene, denen es zuhause in diesem Jahr wohler zumute ist.

Tipps für einen möglichen Hausgottesdienst-Ablauf an Weihnachten:

  • Vorbereitung Bequem an einen geeigneten und würdig vorbereiteten, gegebenenfalls dekorierten Ort setzen; die Bibel und ein Gesangbuch heraussuchen, Liedblatt mit Weihnachtsliedern bereitlegen; Kerzen entzünden.

  • Ablauf Einleitung mit einem Gebet („Wir feiern im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes“; persönliche Bitten und Gedanken); Lied („Macht hoch die Tür“; „Herbei, o Ihr Gläub’gen“); Lesung des Weihnachtsevangeliums aus der Bibel; Glaubensbekenntnis; Lied („Stille Nacht“); möglich: Bildbetrachtung (ggf. weihnachtliches Bild der Geburt Christi) / Krippenbetrachtung / Kreuzbetrachtung; Lied („Vom Himmel hoch“); Fürbitten; Vater Unser; Segen („Wir stellen uns unter den Segen Gottes“).

  • Weihnachtsevangelium: Klassisch ist Lukas 2,1-21.

  • Internet: Eine Christvesper soll Weihnachten auch im Internet unter www.donauwoerth-evangelisch.de zu sehen sein.

  • Hinweis: Es finden auch Gottesdienste vor Ort in den Kirchen statt - achten Sie auf die Anschlagstafeln an Ihren Kirchen!

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