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Landkreis Donau-Ries

14.09.2020

Donau-Ries-Kreis: Wie funktionieren Schwimmkurse mit Abstandsregeln?

Die Corona-Lage macht die Situation rund um die Schwimmkurse in der Region nicht leichter.
Bild: Michael Haller

Plus Wenn Kinder Schwimmen lernen, scheint ein Hygienekonzept schwer umsetzbar. Wie es trotzdem gelingen kann und wo es im Donau-Ries-Kreis Kurse gibt.

Im September starten für gewöhnlich nicht nur die Schüler in das neue Schuljahr, sondern auch die ersten Schwimmkurse in den Hallenbädern in der Region. Doch während der Schwimmunterricht für Kinder in der Vergangenheit regelmäßig stattfinden konnte, ist in diesem Jahr alles mit großer Unsicherheit verbunden.

„Wir haben halt leider gerade eine dynamische Lage, je nachdem, wie sich die Corona-Fallzahlen entwickeln“, sagt Michael Haller, Ortsgruppenvorsitzender der Wasserwacht Bäumenheim. Zwar habe man bis Jahresende bereits neun Kurse angesetzt, doch ob diese alle wirklich stattfinden können, bleibt abzuwarten.

Die Nachfrage nach Schwimmkursen im Bäumenheimer Bad ist groß

Die Ortsgruppe möchte jedenfalls alles daransetzen, so vielen Kindern wie möglich das Schwimmen beizubringen – auch im Corona-Jahr 2020. Denn die Angst ist groß, dass ein gesamter Schwimmkurs-Jahrgang ausfällt. Für Haller wäre das eine „Katastrophe“. Und die Nachfrage nach Kursen ist groß, wie Haller versichert: „Aktuell haben wir 400 Kinder auf der Warteliste. Wir können mit unserem Hygienekonzept aber nur zwölf Kinder pro Kurs nehmen. Deshalb haben wir versucht, zusätzliche Zeiten im Bäumenheimer Hallenbad zu bekommen.“ Die Gemeinde sei da sehr entgegenkommend gewesen. „Wir können unser Training und die Kurse durchführen“, freut sich Haller. Auch alle Schulen, die mit der Wasserwacht verbunden sind, seien bestrebt, ihren Schülern den Schwimmunterricht zu ermöglichen.

Donau-Ries-Kreis: Wie funktionieren Schwimmkurse mit Abstandsregeln?

In Monheim, Rain und Nördlingen werden Schwimmkurse angeboten

In anderen Kommunen in der Region versucht man ebenfalls, Kurse anzubieten. Das Monheimer Jurabad wird voraussichtlich am 3. Oktober öffnen. Dort bietet die Volkshochschule Donauwörth Kurse an, die nun buchbar sind.

Auch in Rain werden Schwimmkurse organisiert, die das Bad selbst ausrichtet und über die Volkshochschule angeboten werden. Ende des Monats geht es damit los. „Im Herbst und Winter bieten wir insgesamt vier Kurse an“, sagt Betriebsleiter Klaus Reichherzer. Die für gewöhnlich im Frühjahr stattfindenden Kurse werden im kommenden Jahr entfallen, da das Bad dann wegen Sanierung geschlossen wird. Ob das Schulschwimmen in nächster Zeit stattfindet, ist laut Reichherzer noch unklar.

Nachdem die Öffnung des Freibades in Nördlingen um eine Woche auf den 20. September verlängert wurde, wird das städtische Hallenbad dort voraussichtlich erst am 23. September wieder Besucher empfangen und bietet regelmäßig Termine für Schwimmkurse an. Allerdings weist Pressesprecher Rudi Scherer darauf hin, dass die Kurse, die die Stadt in Eigenregie für Kinder im Vorschulalter anbietet, bereits bis Jahresende ausgebucht seien. Für das neue Jahr gibt es jedoch eine Warteliste.

Im Hallenbad in Donauwörth gibt es dieses Jahr keine Schwimmkurse

Das städtische Hallenbad in Donauwörth hat zwar für Besucher seit gestern wieder geöffnet, Schulschwimmen und Kurse der Vhs werden dort jedoch nicht stattfinden, wie Simon Srownal, Leiter des Sachgebiets Kita, Schule und Sport der Stadt Donauwörth, erklärt: „Die hohe Anzahl an Leuten wäre problematisch. Es sind immer nur zehn Personen im Bad zugelassen. Und eine ganze Klasse mit Abstand durch die Umkleiden zu schleusen würde zu lange dauern, bis dahin wäre die Schulstunde wieder um.“

Srownal verweist aber auf das neue Schulschwimmbecken im Freibad, das derzeit umgebaut wird. Im nächsten Sommer sollen dann dort Schwimmkurse stattfinden. „Wir wissen, dass der Bedarf da ist, und wir wollen natürlich die Schwimmfähigkeit der Kinder unterstützen“, betont Srownal.

In Harburg bleibt das Schwimmbad vorerst geschlossen

Ganz anders die Situation in Harburg, dort bleibt das Hallenbad vorerst geschlossen. „Wir nutzen die Zeit während Corona, um die Technik im Bad auf den neuesten Stand zu bringen“, erklärt Werner Nothofer, Geschäftsleiter im Harburger Rathaus.

So werde nun beispielsweise die Filteranlage saniert. Noch sei nicht absehbar, wann das Bad wieder öffnen könne, man habe jedoch bereits ein Hygienekonzept erarbeitet, so Nothofer.

Schwimmkurs und Hygieneregeln? So ist das Konzept

Doch wie kann ein Schwimmkurs unter Einhaltung von Hygieneregeln überhaupt aussehen? Die Wasserwacht hat dafür ein Konzept erarbeitet, das mehrere Maßnahmen umfasst. Dazu gehört etwa das Einhalten des Mindestabstands von 1,5 Metern zwischen Kindern, Ausbilder und Eltern. „Wenn ein Kind droht unterzugehen, müssen wir natürlich eingreifen“, stellt Haller klar.

Weiterer Punkt im Hygienekonzept ist das Tragen von Masken im Dusch- und Umkleidebereich und falls der Mindestabstand unterschritten werden muss, wie etwa beim Anleiten von Bewegungsabläufen im Wasser. Die Kinder müssen jedoch keine Maske tragen. „Wir versuchen außerdem, in Vierergruppen die Kinder zum Duschen und Umkleiden zu schicken, jede Gruppe hat dann eine Viertelstunde Zeit dafür, die anderen müssen im Bad warten. Das wird schon ein Gehetze, aber die Leute dürfen sich halt nicht begegnen, und noch kleinere Gruppen wären auch nicht gut“, erklärt Haller. Man versuche, hier einen praktikablen Mittelweg zu finden.

Die Befürchtungen sind, dass die Wartelisten für Schwimmkurse noch länger werden

Um Eltern und Kinder mit dem Hygienekonzept vertraut zu machen, gab es am 10. September einen Infoabend, „um die Eltern darauf einzuschwören“, so der Ortsgruppenvorsitzende.

Haller befürchtet, dass sich die Situation noch verschärfen werde, die Wartelisten zu den Schwimmkursen noch länger würden. „Das liegt aber auch daran, dass es zu wenig Bäder gibt. Es ist schon bewundernswert, wenn sich eine kleine Gemeinde den Aufwand leistet, ein Hallenbad zu unterhalten. Da gehört viel Wille von den Betreibern und Schulen dazu.

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