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Donauwörth

19.10.2019

Donauhaufen: Am Radweg scheiden sich die Geister

Noch immer ist nicht geklärt, ob es in der Fortführung der Donaupromenade einen offiziellen Radweg in die Innenstadt geben soll.
Bild: Wenzel

Verbindung am Fluss zwischen der Innenstadt und dem Donauhafen entzweit den Donauwörther Bauausschuss. Die Folge: Eine Entscheidung zum Projekt verzögert sich.

Nicht zum ersten Mal sind die Überlegungen zur gewünschten Verbindung am Fluss zwischen der Innenstadt und dem alten Donauhafen in Donauwörth vorgestellt worden. Und nicht zum ersten Mal gab es keine Entscheidungen, nicht einmal grundsätzlicher Art.

Noch einmal, so die Festlegung, soll nun eine „Förderkulisse“ erstellt werden. Konkret: Man will wissen, was die Fortführung der Donaupromenade kosten würde, wenn ein offizieller Radweg mit vorgesehen wird. Und ob es dafür nicht doch noch Zuschussmöglichkeiten gibt.

Überarbeitete Pläne vorgestellt

Die Mitglieder des Bau-, Planungs- und Umweltausschusses ließen sich nun von Landschaftsarchitekt Lutz Worthmann vom Büro WGF in Nürnberg die nach ihren Vorgaben überarbeiten Pläne vorstellen. Zuvor war klar geworden, dass die Regierung von Schwaben das Projekt mit Städtebaufördermitteln mit Auflagen unterstützen wird: ein barrierefreier Zugang vom Platz der „Jungen Donau“ gehört dazu wie die Schaffung von Aufenthaltsbereichen und Zugang zum Wasser zwischen Friedensbrücke und Eichgassenwehr. Mit einer finanziellen Förderung zwischen 50 und 70 Prozent sei zu rechnen, erklärte Sachbearbeiter Leonhard Volk.

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Es gibt einen Knackpunkt

Es gibt in den Zusagen aber einen Knackpunkt: Die Regierung möchte keine Radwegverbindung, damit auch kein erforderliches Geländer, „das zudem optisch einengend wirken würde“. Mehr noch: Sollte die Stadt einen Radweg wünschen, darf sie nicht mit einer Förderung durch die Regierung rechnen. Das gefiel nicht allen Ausschussmitgliedern, wie beispielsweise den OB-Kandidaten Albert Riedelsheimer (Grüne) und Michael Bosse (PWG/FW).

Aber auch Josef Reichensberger (AL/JB) setzte sich mit Nachdruck dafür ein, einen Radweg in dem Konzept mit zu berücksichtigen. Einerseits müsse man als Stadt hören, nicht fahrradfreundlich zu sein, und dann nutze man nicht die erste beste Chance, diese Behauptung zu widerlegen. Stefanie Musaeus, ebenfalls PWG/FW, gab zu Bedenken, dass die Situation an der Donau nicht für Radfahrer geeignet sei. Sie befürchtet ein Chaos, wolle man doch eine hohe Aufenthaltsqualität schaffen. Da stehe Relaxen und Flanieren im Vordergrund. Wolfgang Fackler (CSU) merkte an, dass ein solcher Radweg isoliert wäre, „gibt es doch weder vorne noch hinten eine Anbindung an einen anderen Radweg“.

400000 Euro mehr

Das vorgelegte Kostenszenario spielte in der Debatte eine untergeordnete Rolle. 400000 Euro würde demnach ein Radweg mehr Kosten. Ohne Radweg wurden rund 833000 Euro als Kosten ermittelt. Nach der kontroversen Debatte ist man von einem qualifizierten Entwurf weit entfernt, denn auch noch eine andere Planung missfiel einigen Ausschussmitgliedern. Birgit Rössle (CSU) hat wie auch einige ihrer Kollegen Zweifel daran, ob die vom Planer vorgesehene Brücke einem Kaibach-Hochwasser Stand halten kann. Oberbürgermeister Armin Neudert warf ein, dass man ein filigranes Bauwerk gewünscht habe.

Angesichts der weit auseinander- gehenden Meinungen regte Neudert an, noch einmal die Fördermöglichkeiten für einen zusätzlichen Radweg und sogar dessen Weiterführung entlang der bestehenden Donaupromenade zu prüfen. Auch das Brückenbauwerk soll noch einmal hinsichtlich seiner „Hochwassertauglichkeit“ auf den Prüfstand. Dass damit erneut Zeit verstreiche, so der Oberbürgermeister, sei die Angelegenheit wert.

Frage nach dem Zeitplan bleibt unbeantwortet

Wie viel Zeit bis zu einer neuen Debatte auf der Grundlage der nun anlaufenden Abfragen vergehen werde, konnte Neudert auf eine entsprechende Nachfrage von Birgit Rössle nicht beantworten. Sie und Stefanie Musaeus stimmten gegen eine weitere Vertagung der Entscheidung.

Möglicherweise werden nun nicht mehr die jetzigen Ausschussmitglieder über den Verbindungsweg entscheiden, sondern, wie ein Zuhörer mutmaßte, schon jene, die der neue Stadtrat ab Mai berufen werde.

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