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Donauwörth

27.11.2020

Donauwörth: So war das damals mit der Psychiatrie

Thomas Düll (Mitte) war zum letzten Mal als Vorstandsvorsitzender der Bezirkskliniken Schwaben im Bezirkskrankenhaus Donauwörth. Ihn verabschiedeten (von links) Ärztlicher Direktor Dr. Karel Frasch, Dritter Bürgermeister Albert Riedelsheimer, Regionalleiter Stefan Reitsam und Pflegedirektorin Gabriele Bachhuber.

Der scheidende Vorstandsvorsitzende Thomas Düll verabschiedet sich vom Bezirkskrankenhaus Donauwörth und seinen Mitarbeitenden – mit interessanten Anekdoten.

Das Bezirkskrankenhaus (BKH) Donauwörth war der erste Standort, den der scheidende Vorstandsvorsitzende der Bezirkskliniken Schwaben, Thomas Düll, besuchte, um sich von Mitarbeitern und Krankenhausleitung zu verabschieden. „Ich wünsche dem Haus alles Gute, es hat eine gute Perspektive“, wird der 57-Jährige, dessen Vertrag über den 31. Januar hinaus nicht verlängert wird, in einer Pressemitteilung zitiert.

Vorstandsvorsitzende der Bezirkskliniken Schwaben Thomas Düll verabschiedet sich

1997 wurde Düll Direktor der schwäbischen Bezirkskrankenhäuser, damals noch Eigenbetriebe des Bezirkes Schwaben. „Einen Monat später kam ich nach. Ich begann meine berufliche Laufbahn im BKH Günzburg“, blickte der heutige Ärztliche Direktor des BKH Donauwörth, Dr. Karel Frasch, auf seine berufliche Anfangszeit zurück und darauf, was ihn in all den Jahren mit Düll verbunden hat – zum Beispiel, dass der Vorstandsvorsitzende des heute selbstständigen Gesundheitsunternehmens (seit 2008) stets die Idee des sogenannten „Home Treatment“ unterstützt hat. „Diese Akutbehandlung zu Hause ist zwar defizitär, für die betroffenen Patienten jedoch sehr effektiv. Viele beneiden uns um diese Möglichkeit“, so Frasch.

Die Ausgründung des BKH Günzburg in Donauwörth ab 2001 sei ein wichtiger Schritt in der gemeindenahen psychiatrischen Versorgung gewesen, betonte der Ärztliche Direktor. 2016 wurde die Bedeutung des Standortes dadurch gefestigt, dass die bis dato psychiatrische Abteilung des BKH Günzburg zum selbstständigen BKH Donauwörth hochgestuft wurde. Die Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik ist nach wie vor fest in der Donau-Ries-Klinik integriert. Damit wurden Frasch Ärztlicher Direktor und Gabriele Bachhuber Pflegedirektorin. Gemeinsam mit Regionalleiter Stefan Reitsam (Augsburg) bilden sie die örtliche Krankenhausleitung. Apropos Bachhuber: Sie sei vom ersten Tag eine sehr große Hilfe gewesen, lobte Düll. Im Frühjahr nächsten Jahres geht sie in den Ruhestand. „Ich hätte nicht gedacht, dass Sie noch vor mir gehen, Herr Düll“, sagte die Pflegedirektorin.

"Das BKH und ich haben Ihnen viel zu verdanken“,

Frasch, Bachhuber und Reitsam dankten dem Vorstandsvorsitzenden auch im Namen der Belegschaft für die Zusammenarbeit. „Das BKH und ich haben Ihnen viel zu verdanken“, sagte der Ärztliche Direktor. Albert Riedelsheimer bestätigt, dass die Kooperation mit dem Vorstand in Augsburg stets gut gewesen ist. Riedelsheimer, der heute nicht nur Dritter Bürgermeister der Stadt Donauwörth, sondern auch Mitglied im Verwaltungsrat der Bezirkskliniken Schwaben ist, arbeitet als Sozialarbeiter im BKH Donauwörth.

Wenn man so lange dabei ist wie Düll, dann kennt man so manche Anekdote, die schon längst in Vergessenheit geraten oder nie an die Öffentlichkeit gekommen ist. So zum Beispiel, dass die Psychiatrie ursprünglich nach Nördlingen kommen sollte. Zumindest sahen das die Pläne des Bezirkes und der örtlichen Politik vor.

Los ging es mit der Psychiatrie im Jahr 2001 in Donauwörth

„Am dortigen Stiftungskrankenhaus hätte man aber neu bauen müssen“, erzählt Düll, der in eben dieser Klinik in Nördlingen geboren und getauft worden ist. Dass es dann aber Donauwörth wurde, hatte den Grund, dass eine Station der damaligen nagelneuen Donau-Ries-Klinik leer stand – und damit weniger Hürden zu überwinden waren, wie zum Beispiel die Aufnahme ins Krankenhausbauprogramm des Freistaates, die damit hinfällig wurde. Außerdem hatte sich eine betagte Frau bereit erklärt, ihr Privatvermögen für ein Stockwerk im baulich noch notwendig gewordenen Anbau einzusetzen, um dort ein Einzelzimmer zu bekommen – für den Fall, dass sie einmal pflegebedürftig wird. „Dann haben wir, der damalige Bezirkstagspräsident Georg Simnacher und ich, spontan gesagt: Den Rest finanziert der Bezirk selber“, erinnert sich der Vorstandsvorsitzende.

Im Jahr 2016 wurde die bis dato psychiatrische Abteilung des Bezirkskrankenhauses Günzburg zum selbstständigen BKH hochgestuft.

Los ging es 2001 in Donauwörth mit 16 stationären Betten und 24 Plätzen in der Tagesklinik. Das heutige BKH hat eine Station mehr: Es umfasst 40 stationäre Betten und 16 teilstationäre Plätze. Dazu kommt eine psychiatrische Institutsambulanz. Damit versorgt die Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik insbesondere den Kreis Donau-Ries sowie den näheren Umkreis.

Düll sei zufrieden, dass der Schritt zur Dezentralisierung sich als richtig erwiesen hat. „Die heimatnahe Versorgung ist ein riesiger Vorteil für die Patientinnen und Patienten.“ Nach Ansicht des Vorstandsvorsitzenden ist das BKH Donauwörth mittlerweile ganz selbstverständlich ein Teil der Donau-Ries-Klinik und der Stadtgesellschaft geworden. Neben dem Vorstandsvorsitzenden scheidet auch dessen Stellvertreter aus: Winfried Eberhardinger, 65, geht zum 1. Februar in den Ruhestand. (pm)

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