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20.09.2012

Donauwörther Bücherwanderung

Freuen sich über die Zusammenarbeit zwischen Stadtbibliothek und Gymnasium: (von links) Evelyn Leippert-Kutzner, Karl Auinger, Armin Neudert, Heike Lammers-Harlander, Stefan Rößle und Klaus Dahm.
Bild: Lucas Auer

Gymnasium und Stadtbibliothek wollen künftig ihre Ressourcen miteinander verknüpfen. Vertrag unterzeichnet

Donauwörth Eine neue Form der Bildungsoffensive wird in Donauwörth umgesetzt. Das Gymnasium und die Stadtbibliothek der Großen Kreisstadt werden in einer weitreichenden Zusammenarbeit künftig ihre Ressourcen verknüpfen.

Von den Trägern der beiden Einrichtungen wurde nun ein Kooperationsvertrag unterzeichnet. Landrat Stefan Rößle als Vertreter des Landkreises Donau-Ries und Oberbürgermeister Armin Neudert als Vertreter der Stadt Donauwörth hoben die Bedeutung dieser zukünftigen Zusammenarbeit als großen Schritt in die richtige Richtung hervor. Schon die bestehende Kooperation zwischen der Stadtbibliothek und der FOS/BOS Donauwörth sei gewinnbringend für beide Seiten gewesen. Mit der Kooperation zwischen dem Gymnasium und der Stadtbibliothek treibe man die lokale Bildungspartnerschaft entscheidend voran.

Ein bayernweites Novum ist, dass Schüler und Lehrer des Gymnasiums fortan bequem von der Schule aus Bücher über die Fernleihe anfordern können. Im zentralen Onlinekatalog der bayerischen Bibliotheken recherchierte und bestellte Medien werden nach Eingang in der Stadtbibliothek durch einen internen, kostenfreien Kurierdienst zwischen Stadtbibliothek und Gymnasium transferiert.

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Schulleiter Auinger sieht Nutzen für beide Seiten

Auch Dauerleihgaben der Stadtbibliothek für die Unter- und Mittelstufenbibliothek werden zur Verfügung gestellt. Erste Medien der Sparte „Jugendliteratur“ erweitern dort bereits das Bücherangebot des Gymnasiums. Im umgekehrten Fall werden Teilbestände der Schule, die nach Angaben der Schulbeauftragten für Bibliotheken des Gymnasiums Donauwörth, Heike Lammers-Harlander, mit dem immensen Bestand von circa 60000 Einzelmedien – davon viele wissenschaftlicher Natur – aufwarten kann, für den internen Leihverkehr mit der Stadtbibliothek geöffnet. „Eine klassische Win-Win-Situation“, wie Schulleiter Karl Auinger findet.

Damit die Nutzer – Schüler, Lehrer und die Kunden der Stadtbibliothek – unter all den Möglichkeiten auch tatsächlich das finden, wonach sie suchen, haben sich die Verantwortlichen des Kooperationsprojekts auch die Entwicklung eines Modells zur Förderung der Recherchekompetenz auf die Fahnen geschrieben.

Sie treffen damit auf breite Zustimmung, denn angesichts der modernen Medienlandschaft und im Hinblick auf die neuen Seminartypen der gymnasialen Oberstufe (wissenschaftspropädeutisches und Projekt-Seminar) sind Informationskompetenz und Optimierung der Recherche wichtige Grundvoraussetzungen für ein erfolgreiches Arbeiten.

Die Dimension dieser Kooperation ist auch den Verantwortlichen für die bayerischen öffentlichen und Schulbibliotheken bewusst. Deshalb haben sie sich zur Feierstunde und der Ratifizierung des Vertrags, bei der Marie Kammer, Kreissiegerin des vorjährigen Vorlesewettbewerbs der sechsten Klassen, drei Gedichte zum Thema „Bibliothek“ vortrug, gerne als Gäste eingefunden.

Studiendirektor Hermann Ruch vom Staatsinstitut für Schulqualität und Bildungsforschung zitierte eine Studie, laut der Schüler von Einrichtungen mit gut geführten Büchereien eine deutlich erhöhte Lesekompetenz aufweisen und bei aktiver Einbindung der Medien in den Unterricht auch insgesamt ein überdurchschnittliches Leistungsvermögen aufweisen.

Klaus Dahm, Leiter der Landesfachstelle für das öffentliche Bibliothekswesen Bayern, lobte das Kooperationsprojekt in den höchsten Tönen und bezeichnete es als „richtungsweisend“.

Sollte alles wie geplant und erfolgreich verlaufen, könnte eine Vision von Evelyn Leippert-Kutzner Wirklichkeit werden: die Verknüpfung aller wichtigen Bibliotheken vor Ort zu einem Bibliotheksverbund, von dessen Synergieeffekten alle Beteiligten enorm profitieren.

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