1. Startseite
  2. Lokales (Donauwörth)
  3. Donauwörther Helferkreis bei Protestaktion in Landsberg

Donauwörth/Landsberg

02.10.2016

Donauwörther Helferkreis bei Protestaktion in Landsberg

Anker_Team_Kundgebung.jpg
7 Bilder
Aktion des Landsberger Helferkreises "Integrationshilfe Lläuft e.V." (Initiator Raffael Sonnenschein), mit dabei etwa 10 Mitglieder des Helferkreises "Aktion Anker" aus Donauwörth.
Bild: Sylvia Huber

Gruppe fordert mehr Unterstützung aus den Rathäusern und Ämtern vor Ort. Kritik an bayerischer Flüchtlingspolitik .

Donauwörth/Landsberg am Lech Zehn Mitglieder des Donauwörther Helferkreises „Aktion Anker“ haben am Samstag bei einer Protestaktion des Landsberger Helferkreises „Integrationshilfe Läuft“ (Initiator Raffael Sonnenschein) teilgenommen. Gemeinsam mit Mitgliedern des Bayerischen Flüchtlingsrats, der Initiative „Rettet syrische Familien“, des Helferkreises „Moabit hilft - Berlin“, des Syrischen Friedenschors, des Aktionsbündnis gegen das Integrationsgesetz und Vertreter aus vielen weitern bayerischen Helferkreisen wollten sie ein Zeichen für bessere Integration von Flüchtlingen in Deutschland setzen.

Sylvia Huber von Aktion Anker macht bei ihrer Rede vor den rund 200 Teilnehmer keinen Hehl aus ihrer Kritik. „Lasst uns gemeinsam die Hürden benennen, die uns die bayerische Regierung bei unserer ehrenamtlichen Integrationsarbeit in den Weg stellt und in eine Richtung bringen, die unsere Arbeit und die Integration von vielen Menschen unterstützt und nicht blockiert. Wir müssen endlich gesehen und in unserer tagtäglichen Arbeit unterstützt werden“, sagt sie. Damit machte sie auch erneut deutlich, warum sie an diesem Samstag nicht beim Dankesempfang für Helferkreise im Landtag anwesend war, sondern in Landsberg aufs Podium stieg (DZ berichtet).

Mehr zweckmäßige Lösungen verwirklichen

ecsImgBannerNewsletter250x370@2x-1315723864673274678.jpg

Huber forderte Bürgermeister, Stadt- und Gemeinderäte mit den Helfern, die oftmals die Überbringer schlechter Nachrichten an die Flüchtlinge sind, zusammenzuarbeiten und gemeinsam nach zweckmäßigen und schnellen Lösungen zu suchen. „Wir, die vielen Helfer wünschen uns, dass man endlich anfängt, gemeinsam an Lösungswegen zu arbeiten oder zumindest signalisiert, dass man an einer Lösung überhaupt interessiert ist.“

Ihr Resumee nach der Veranstaltung: „Es war eine gewinnbringende Auftaktveranstaltung, die uns gezeigt hat, dass wir überall in den Helferkreisen in Bayern wohl mit ähnlichen wenn nicht sogar den selben Problemen zu kämpfen haben“, sagt Huber. Über 100 Solidaritätsschreiben und Grüße seien im Vorfeld der Veranstaltung an die Initiatoren gegangen – darunter auch Prominenz wie Konstantin Wecker, Parteienvertretern, bayern- und bundesweite Helferinitiativen, aus dem Camp Frakapor in Griechenland, wo ehrenamtliche Helfer vor Ort die Geflüchteten unterstützen. Denn dort bilden sich riesige Lager, denn obwohl immer weniger Flüchtlinge in Bayern ankommen, befinden sich doch nach wie vor Tausende auf der Flucht.

Neben Redebeiträgen zeigte ein syrische Flüchtlingschor Friedenslieder. Die Initiative „Rettet syrische Familien“ war vertreten mit einem Redebeitrag eines syrischen Vaters - eine sehr emotionale Erzählung über Flucht, die Sehnsucht nach der Familie und die Hoffnung und wies auf die Probleme des Familiennachzugs hin.

Aus München angereist war eine Gruppe von „refuggee struggle for freedom“, die momentan noch bis Ende September ein Protestcamp am Sendlinger Tor eingerichtet haben. Zur Menschenkette auf der Karolinenbrücke hielten sich alle Teilnehmer an den Händen und stellen sich von einem Ende bis zum anderen Ende auf der Brücke auf. Die Brücke wurde für drei Minuten für den Verkehr gesperrt und es wurde im Schweigen an all die Menschen, die im Mittelmeer auf der Flucht ertrunken sind gedacht. Musikalisch untermalt wurde das von dem Cellisten Rudolf Kuhn, der die Schweigezeit mit der Sarabande aus der 2. Suite für Violoncello-Solo von Johann Sebastian Bach begleitete.

Schließlich gaben alle Teilnehmer einem symbolischen Fluchtboot, getragen von Menschen, sicheres Geleit und dies Stand Symbol für „Mehr Menschlichkeit durch eine sichere Mittelmeer-Passage“. (dz)

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren