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Wohnungsbau

28.02.2015

Donauwörths „neue Visitenkarte“

Im Westteil des markanten Giebelhauses werden Wohnungen entstehen – allem voran für junge Familien mit kleinen Kindern. Die Pädagogische Stiftung Cassianeum, Eigentümer des Komplexes, kündigt faire Mieten an. Der Abbruch der alten Industrielagerhallen hat diese Woche begonnen.
Bild: Bissinger

Das Auer-Gelände wird ab sofort generalsaniert. Die Umbauten werden eine zentrale Bedeutung für die Stadt haben.

Es ist der Ort in Donauwörth, den Reisende schon von Weitem aus dem Zugfenster sehen: Die Klosteranlage Heilig Kreuz mit Internat und den jetzt weitgehend leerstehenden Gebäuden des alten Auer-Verlags. Der Eigentümer des Komplexes, die Pädagogische Stiftung Cassianeum, will die imposanten Industriebauten wie berichtet völlig neu konzipieren und umbauen. Vor allem junge Familien, Behinderte und Behörden sollen davon profitieren – aber auch alle anderen Bürger sowie die Touristen. Die Vertreter der Stiftung stellten ihr Konzept am Donnerstagabend im Bauausschuss der Stadt Donauwörth vor. Dort zeigte man sich angetan von den großen Plänen.

Die Begeisterung bei der Stadt über jemanden, der zu fairen Preisen Mietwohnungen errichten will – und dass auch noch in zentraler Lage – sie scheint durchaus nachvollziehbar: Denn in der Stadt selbst sei die Lage auf dem Wohnungsmarkt dieser Tage „katastrophal“, so fasste es Ausschuss-Mitglied Birgit Rößle ( CSU) zusammen. Die Pläne der Pädagogischen Stiftung Cassianeum klingen unterdessen ehrgeizig: 28 Wohneinheiten – mit jeweils zwischen einem und vier Zimmern – sollen im westlichen Teil (zum Kloster hin) des mehrstöckigen Verlagsgebäudes entstehen. Die größeren Wohnungen sollen laut Stiftung zu moderaten Mietpreisen vor allem Familien mit kleinen Kindern zur Verfügung gestellt werden. Balkons sind dabei ebenfalls angedacht, wie jetzt bekannt wurde.

Zudem werde man zehn Wohneinheiten für behinderte Menschen bauen. Getragen würden diese von der Stiftung St. Johannes aus Schweinspoint. Angedacht sei hierbei auch ein Sozialraum und ein inklusives Begegnungscafé, in dem sich Behinderte und Nichtbehinderte treffen können.

Ferner würden im östlichen Teil Arztpraxen entstehen. Auch ein Radiosender sei an der Anmietung interessiert. Weitere Räume würden an das Landratsamt vermietet, das aktuell bereits aus allen Nähten platzt. Die überwiegend soziale Ausrichtung des Mammutprojektes sei indes laut Stiftungsstatuten verpflichtend, erläuterte Cassianeums-Vorsitzender Professor Werner Schiedermair vor dem Bauausschuss.

Das Areal, um das es geht, ist zudem allein wegen seiner Größe von zentraler Bedeutung für das Stadtbild. Schiedermair meinte gar: „Der Komplex liegt auf der Visitenkarte der Stadt.“ Es geht immerhin um eine insgesamte Bruttogeschossfläche von rund 27600 Quadratmetern.

Die vormaligen Industriebauten stehen auf dem Gelände des ehemaligen Wirtschaftshofs und Klostergartens von Heilig Kreuz. Die charakteristischen Verlagsgebäude in ihrer jetzigen Form kamen ab den 20er Jahren hinzu, erläuterte Schiedermair. Im Zuge der Generalsanierung werden seit vergangener Woche Teilbereiche jener Gebäude und Lagerhallen abgebrochen – vor allem die „unangenehm“ anzusehenden Liegenschaften im Bereich der Hinterhöfe, so Schiedermair. Zwischen den künftigen Teilbereichen in dem zu erhaltenden Zentralgebäude werde es künftig drei Treppenhäuser mit Aufzügen geben.

Zudem wolle man das Gelände „weitgehend offen“ gestalten – in einer großzügigen Gartenanlage sollen alle Donauwörther und Touristen spazierengehen und sich ausruhen dürfen. Ein Durchgang im Osten soll die Auer-Wiesen an der Wörnitz für Spaziergänger leichter zugänglich machen.

In den Gebäuden untergebracht sei unter anderem bislang noch ein Teil des Auer-Verlags, der allerdings laut Schiedermair in den nächsten Monaten in Richtung Augsburg umziehen werde.

Sämtliche Mitglieder des Donauwörther Bauausschusses lobten die Pläne. Das Bauvorhaben wurde seitens der Stadt dann auch einstimmig angenommen. Als nächster Schritt wird ein Planungswettbewerb ausgeschrieben. Damit geht es in die Details – wobei dann wahrscheinlich auch Fragen wie Parkplatzbau und zeitliche Fristen geklärt werden.

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