Newsticker
EMA gibt grünes Licht für Johnson-Impfstoff
  1. Startseite
  2. Lokales (Donauwörth)
  3. Dorfladen Ebermergen: Alles klar – oder nicht?

Dorfladen Ebermergen: Alles klar – oder nicht?

Kommentar Von Wolfgang Widemann
17.01.2020

Eigentlich gibt es keinen Anlass für weitere Diskussionen, könnte man meinen. In diesem Fall könnten die aber noch kommen.

Eigentlich läuft in Ebermergen alles auf einen Dorfladen hinaus. Das Interesse an einem solchen ist in dem knapp 1000 Einwohner zählenden Ort gewaltig, es engagieren sich zahlreiche Bürger, diese bringen Fachkompetenz ein und legen ein offensichtlich schlüssiges Konzept vor. Zudem sind die Bewohner bereit, das nötige Startkapital aufzubringen. Eigentlich gibt es keinen Anlass für weitere Diskussionen, könnte man meinen. (Lesen Sie hierzu auch: Dorfladen: Positive Resonanz aus der Bevölkerung)

Im Ebermergener Fall könnten die aber noch kommen. Denn es gibt einen Knackpunkt: das Gebäude. Das ins Auge gefasste Objekt wäre zwar absolut geeignet und befindet sich in idealer Lage. Allerdings steht es zum Verkauf – und der soll nach dem Willen der Besitzer in nächster Zeit über die Bühne gehen. Der Laden lässt sich nach aktuellem Stand nur verwirklichen, wenn die Kommune zugreift, dieses Haus, genauer gesagt das Erdgeschoss, erwirbt und an die Unternehmergesellschaft vermietet, die hinter dem Dorfladen steht.

Frage: Was macht der Stadtrat?

Hier wird es spannend. Denn Ebermergen ist keine eigene Gemeinde, sondern einer von zehn Harburger Stadtteilen. Die Politik in der Kommune ist davon geprägt. Es ist ungewiss, ob die Mehrheit des Stadtrats die Ansicht teilt, dass ein solches Projekt in Ebermergen in derartiger Weise gefördert wird. Auch über 40 Jahre nach der Gebietsreform dominiert teilweise Stadtteildenken – ganz nach dem Motto: Wenn die das bekommen, wollen wir das auch! Ob die Kommune als Ganzes von einer solchen Einstellung profitiert, darf bezweifelt werden. Einiges spricht dafür, dass die Stadt das Geld für den Dorfladen in die Hand nehmen sollte.

Zum einen würden die Dorfgemeinschaft und der Ortskern belebt. Gerade Letzteres ist ein Ziel, das sich alle Parteien und Gruppierungen auf die Fahnen schreiben. Zum anderen handelt es sich um ein fast neues Gebäude, das wertbeständig ist und zudem Mieteinnahmen abwirft, sei es durch den Laden allein oder auch mit der Wohnung im ersten Stock. Auf der anderen Seite ist es für die eher finanzschwache Stadt Harburg eine durchaus stolze Summe, die auf den Tisch geblättert werden müsste. Die Initiatoren in Ebermergen ahnen bereits, dass es Widerstände im Stadtrat geben wird. Deshalb baute Patrick Prügel, selbst im Gremium, gleich vor: Sollte aus einem anderen Stadtteil ein solcher Antrag kommen und ein entsprechendes Konzept vorgelegt werden, wäre es aus seiner Sicht selbstverständlich, dass man sich auch damit beschäftigt.

Mal schauen, wie die Debatte im Stadtrat ausgeht.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren