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Landwirtschaft

29.04.2015

Dünger, der bis zum Himmel stinkt

Auf dieser Fläche am Feldrand auf Tapfheimer Flur wurde der Hähnchenmist zum Unmut der Bürger gelagert, bevor er auf die Felder kam. Inzwischen sind nur noch die Spuren davon zu sehen.
Bild: Ulrike Eicher

Hähnchenmist auf den Feldern wollten die Tagmersheimer nicht hinnehmen – und wehrten sich. Nun hat die Gutsverwaltung eingelenkt

Die Bürger in Tagmersheim können aufatmen: Nachdem es Beschwerden über starke Geruchsbelästigungen gegeben hat, sollen die Felder rund um Tagmersheim künftig nicht mehr mit Hähnchenmist gedüngt werden. „Wir verzichten darauf, weil das Anstoß genommen hat und uns ein gutes Verhältnis zu den Tagmersheimern wichtig ist“, erklärt Eckhard Döring, Verwalter der Gräflich von Moy’schen Gutsverwaltung Dittenfeld, die einen Großteil der Felder bewirtschaftet.

Georg Schnell, Bürgermeister in Tagmersheim, ist erleichtert über dieses Entgegenkommen, denn es hätten sich zuletzt wieder viele Tagmersheimer bei ihm beschwert, als der Mist ausgebracht wurde: „Da lag einige Tage lang ein scharfer, beißender Geruch in der Luft. Die Leute mussten die Fenster geschlossen halten und konnten ihre Wäsche nicht im Freien aufhängen.“

Auch die Lagerung des organischen Düngers hatte laut Schnell schon für Kritik gesorgt – im Februar oder März sei er angeliefert und am Rande eines Feldes abgeladen worden, wo er lag, bis er nun auf die Felder kam. Dort seien auch vereinzelt Teile von Tierkadavern im Mist entdeckt worden, der aus einem Hähnchenmaststall stammt. Daraufhin schaltete die Gemeinde das Landratsamt ein, um eine Gefährdung des Grundwassers auszuschließen. Umweltbehörde, Veterinäramt und Polizei untersuchten den Mist vor Ort und konnten aber bis auf Federn keine Tierreste finden. Der Hähnchenmist und seine Zwischenlagerung seien folglich nicht zu beanstanden gewesen, sagt Gabriele Hoidn, Sprecherin des Landratsamts Donau-Ries: „Die Ergreifung von Sofortmaßnahmen war weder aus veterinärrechtlicher noch aus abfall- oder wasserrechtlicher Sicht erforderlich.“

Eckhard Döring beteuert, dass er selbst nie Tierteile im Mist gesehen habe, den er über einen Händler bezieht. „Sollte aber doch was drin gewesen sein, dann ist das natürlich nicht richtig. Ich habe das auch schon beim Händler moniert.“ Welchen Dünger er in Zukunft statt dem Hähnchenmist für die gut 120 Hektar Felder auf Tagmersheimer Flur verwendet, das sei bislang noch nicht entschieden. In jedem Fall aber möchte der Verwalter weiter auf natürliche Mittel setzen: „Organischer Dünger ist aus ökologischer Sicht sinnvoll, weil er dem Boden viel mehr Nahrung bietet als chemischer“, sagt Döring. Um die Anwohner zu entlasten, soll er künftig aber anders ausgebracht werden. So könnte Flüssigdünger mit speziellen Schlitzgeräten direkt in den Boden eingearbeitet werden: „Eine Zwischenlagerung wäre damit nicht mehr nötig“, sagt Döring. Auf den wohnortnahen Flächen sei diese Technik in Tagmersheim nach den ersten Beschwerden bereits angewandt worden. Auch getrockneter Dünger ist für Döring eine mögliche Alternative der Zukunft: „Dieser ist ebenfalls geruchsfrei.“

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