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Konzert

14.05.2013

Durch das Ohr direkt ins Herz

Innig im Duett: Karin (rechts) und Lea Anna Benedikter.
Bild: Barbara Würmseher

Donauwörther Sängerinnen begeistern in Mönchsdeggingen

Mönchsdeggingen Den Muttertag zu zelebrieren, ist ein Thema mit Variationen, das zumeist im familiären Umfeld angestimmt wird. Am Sonntag aber fügten Karin Benedikter (Alt) und ihre Tochter Lea Anna (Sopran) den privaten Zeremonien eine öffentliche Variante hinzu – innig, hinreißend und treffend. Denn was ist schöner, als wenn Mutter und Tochter Seite an Seite der Gottesmutter – und allen Müttern – huldigen und sich dazu gegenseitig eine musikalische Liebeserklärung machen? In der prachtvollen barocken Klosterkirche Mönchsdeggingen geriet ihr Konzert zum beglückenden Geschenk. Mit einem kenntnisreich und klug zusammengestellten Programm bescherten die beiden Donauwörtherinnen gut eine Stunde lang Perlen aus drei Jahrhunderten Musikgeschichte.

Als verlässlicher Begleiter erwies sich ein feines Instrumental-Ensemble. Trotz der kammermusikalischen Besetzung klang dessen Part recht orchestral, farbig und präsent in der Besetzung mit Claudia Ruppert (Violine), Rebecca Friedmann (Violine), Gabriele Ruppert (Viola), Sun Hee Lee (Orgel) und Sven Ahnsjö mit seinen tonschön und expressiv gespielten Cello-Soli.

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Die Instrumentalisten entzückten neben ihrer flankierenden Funktion auch als Quintett mit „Preghiera per la notte“ eines unbekannten Schöpfers. Abwechselnd mit der Musik kam auch das Wort zur Sprache. Der Reimlinger Pfarrer Daniel Maria Schmitt reicherte die Veranstaltungen mit Gedanken über das Muttersein an. Karin und Lea Anna Benedikter kosteten jeden einzelnen ihrer Programmpunkte hörbar aus. Gewidmet war ein Großteil der Muttergottes. Vom schlichten, tradierten, kirchlichen Volkslied „Wunderschön prächtige“ – ganz bewusst auf a cappella reduziert – bis hin zu den kunstvoll ausgestalteten Werken großer Komponisten, machten sie ihre Beiträge zu Hörerlebnissen. So etwa „Vidit suum“ und „Sancta Mater“ aus Giovanni Battista Pergolesis Zyklus „Stabat Mater“ – voll düsterer Schönheit zwischen Trauer und Demut.

Die Sängerinnen interpretierten frei von allzu heftigen Affekten. Zahlreiche Komponisten haben das Ave Maria vertont, unter ihnen Camille Saint-Saëns. Er zeigt, dass diesem musikalischen Gebet auch ein drängender Charakter innewohnen kann. Lea Anna Benedikter gefiel mit warmem, nuancierten Klang ihrer Sopranstimme, unangestrengt und kraftvoll in den Höhen und mit zumeist überzeugender Intonationssicherheit.

Altistin Karin Benedikter setzte ihren Part wunderbar selbstbewusst und gewandt dagegen. Beide Stimmen harmonierten in ihren einnehmenden Klangfarben hervorragend miteinander und bewältigten die anspruchsvolle Komposition bravourös. Ewige Publikumsschmeichler sind Händels „Ombra mai fu“ aus „Xerxes“ (Solo für Karin Benedikter), Wolfgang Amadeus Mozarts „Ave Verum“ (Duett) und Giulio Caccinis „Ave Maria“ (Lea Anna Benedikter). Alle drei Beiträge gelangen den Interpretinnen überaus anrührend und beseelt, wie im Übrigen auch der fast überirdisch schöne Engelsgesang „Sei stille dem Herrn“ (Karin Benedikter) aus Mendelssohns Oratorium „Elias“.

Im Finale kehrten Mutter und Tochter wieder zurück zum Minimalistischen und setzten den Schlusspunkt ohne Begleitung, mit einem Marienlied aus dem Gesangbuch: „Segne du, Maria“. Damit endete ein „leises“ Konzert, dessen behutsame Töne ins Ohr gedrungen waren und von dort aus den Weg direkt ins Herz gefunden hatten.

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