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Entwicklungshilfe

18.09.2017

Effektivere Hilfe für Krisenregionen

Das Waisenhaus in Burkina Faso, für das viele Landkreisbürger jüngst gespendet haben, wurde vom Genderkinger Josef Keller und einem langjährigen afrikanischen Freund gegründet.
Bild: Keller

Das Projekt von Landrat Stefan Rößle nimmt Fahrt auf. Warum die einzelnen privaten Projekte im Kreis aufgelistet werden sollen

Der Satz hat im Zuge der weltweiten Migrationsbewegungen Hochkonjunktur: Es gilt, die Fluchtursachen zu bekämpfen. Landrat Stefan Rößle (CSU) hat sich das zu Herzen genommen. Er startete im Landkreis Donau-Ries ein Projekt, das gezielt regionale Hilfe in ärmeren Regionen der Welt aufbauen soll. Zehn Schulen sollen beispielsweise bis 2020 ausschließlich aus privaten Spendenmitteln gebaut werden – zudem soll gezielt bei wichtigen Infrastrukturprojekten geholfen werden. Daraus sollten dann, wenn möglich, langfristige regionale Partnerschaften mit Entwicklungsregionen entstehen. Jetzt sind alle bisher schon Hilfeleistenden aufgerufen, sich im Landkreis zu vernetzen – um von einander zu lernen und effektiver zu helfen.

„Zusammenarbeit braucht Vernetzung“, betont Rößle. Es wäre sinnvoll, wenn es künftig eine Übersicht gäbe, auf der sämtliche Hilfeleistenden und ihre Projekte aufgeführt sind, sagt er. In Kooperation mit der staatlichen Servicestelle „Kommunen in der Einen Welt“ von Engagement Global wird in den kommenden Wochen und Monaten eine Bestandsaufnahme durchgeführt. Federführend ist dabei im Auftrag von Engagement Global der Politologe Fatai Kayode Salau aus Mering, der aus Nigeria stammt. Er ist ein Experte auf dem Feld der Entwicklungspolitik und hat bereits für mehrere staatliche und nicht staatliche Organisationen gearbeitet, etwa für das renommierte Ifo-Institut in München.

Die Idee der interkommunalen und interregionalen Zusammenarbeit gilt als relativ neuer Weg in der Entwicklungshilfe: Demnach soll die Hilfe vor Ort in den wirtschaftlichen Krisen- und Armutsregionen, weitaus sinnvoller sein, wenn sie vor allem auf der „unteren“ Ebene geschieht – wenn Gemeinden in Europa partnerschaftlich, beziehungsweise freundschaftlich mit Kommunen und Regionen etwa in Afrika vernetzt sind, wenn sich die Menschen kennen. Der Vertrauensaufbau sei entscheidend, sagt Salau. Dann könne Kooperation für beide Seiten gewinnbringend sein – nicht nur wirtschaftlich, aber auch dies sei dann wahrscheinlicher.

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Für Rößle ist sein Engagement keine Nebenbeschäftigung, sondern vielmehr eine Pflicht, die in ganz Europa angegangen werden müsste, will man denn Fluchtursachen wirksam und würdig bekämpfen. Es sei eben nicht angebracht, die Augen zu schließen. Ohne dass die Lage der Menschen in den Krisenregionen verbessert wird, könnten Fluchtursachen nicht beseitigt werden. Rößle sieht sich bestärkt im Engagement vieler Landkreisbürger. Zahlreiche Einzelpersonen, Vereine, Kirchen und Schulen engagierten sich über diverse Projekte und Organisationen in der Entwicklungshilfe.

Um hier einen Überblick zu erhalten und um all diese Akteure, wenn es ihnen recht ist, miteinander bekannt zu machen, soll nun eine Bestandsaufnahme angegangen werden. Sie dürfte bis Ende Oktober abgeschlossen sein. Der Politologe Salau soll hierzu ab sofort mit den zuständigen Ansprechpartnern in den Kommunen sowie in Vereinen, Kirchen, Initiativen und Schulen das Gespräch suchen. Zielsetzung ist hierbei, detaillierte Informationen über die Strukturen, Herausforderungen und gemeinhin die Inhalte der einzelnen Engagements zu erhalten – in diesem Zusammenhang soll auch der Wunsch nach Unterstützung ermittelt werden. Die gesammelten Erkenntnisse dienen dazu, Hilfen gezielt weiterzuentwickeln – und vielleicht auf eine breitere Basis zu stellen.

Nach Abschluss der Bestandsaufnahme wird es einen Vernetzungs-Arbeitskreis geben und eine Broschüre mit Hilfsmöglichkeiten und Ansprechpartnern.

Wer bereits ein Entwicklungsprojekt in einem Krisenland unterstützt oder sich in diesem Bereich engagiert – ob Verein, Initiative, Kirche, Gemeinde oder als Einzelperson – der kann sich für die Bestandsaufnahme an Achim Frank im Landratsamt Donau-Ries wenden: Telefon 0906/74444.

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