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Thaddäus

02.12.2019

„Eigentlich a bsoffne Gschicht“

Django Asül glänzte in der Kaisheimer Kleinkunstbühne.
Bild: Graf

In der Kaisheimer Kleinkunstbühne hielt Kabarettist Django Asül mit seinem Programm „Rückspiegel 2019“ eine satirische Jahresrückschau

Er ist einer der ganz Großen in Sachen Kabarett. Seit 2009 hat er seine eigene TV-Sendung „Asül für Alle“ und spielt seit 2011 den „Rückspiegel“, ein Sonderprogramm, das auch im Bayerischen Fernsehen ausgestrahlt wird. Die Rede ist von Django Asül. Der gebürtige Deggendorfer mit türkischen Wurzeln trat am Donnerstag und gleich tags darauf auf der Kleinkunstbühne im Kaisheimer Thaddäus auf.

Praller gefüllt hätte der Saal nicht sein können, als der „Botschafter Niederbayerns“ die Bühne betrat. Hier in Kaisheim sei das „intellektuelle Niveau weit oben“, weshalb er sich dazu entschlossen hat, die „Testwoche des Rückspiegels“ in den ehrwürdigen Mauern des Thaddäus abzuhalten. Ganz zur Freude der Besucher. Gleich mit den ersten Worten ging es Schlag auf Schlag. Eine Schlagzeile jagte die nächste. Was Amerika und die Ukraine gemeinsam haben? Komiker als Präsidenten! Politiker wurden von A nach B durch den Kakao gezogen. Sei es die Bundesministerin für Bildung und Forschung, Anja Karliczek, eigentlich Hotelfachfrau (Das sei wie ein Veganer als Vorstand der Fleischerinnung), Andreas Scheuer, Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur („Die PKW-Maut ist für die CDU wie der Mauerfall für den Kohl.“) oder Peter Altmaier, Bundesminister für Wirtschaft und Energie, der „den Verkehr in den Weltraum verlagern will“.

Auf der Liste des World Economic Forum ist Deutschland von Rang drei auf Rang sieben gerutscht, von 103 Indikatoren haben sich 53 verschlechtert.

„Eigentlich a bsoffne Gschicht“

Mit der Bildung sei es auch nicht so weit her. 37000 bayerische Abiturienten klagten über das Mathematikabitur – 73000 davon hätten die Petition unterschrieben: „Also jeder Zweite ...“ und manche „bemerkten erst beim Abgeben, dass es sich nicht um das Deutschabitur handle“. Da die „Schulwoche am Donnerstag endet“, war Asül auch gleich beim Thema „Fridays for Future“ und Greta Thunberg. „Die unternimmt jetzt Flugreisen mit dem Segelboot!“

In Norwegen sind nun Ölheizungen verboten, der Elektroautoanteil bei 50 Prozent, Flugreisen haben abgenommen und die Ölaktien sind aus dem Staatsfond verbannt. Und wie wird das finanziert? Kurioserweise durch Ölförderungen. Weitere Themen waren Robert Habeck und die Pendlerpauschale, Rezo und „die Zerstörung der CDU“, Lehrerin Verena Brunschweiger und ihr Manifest gegen das Kinderkriegen („Am schönsten wachsen Kinder also auf, wenn sie gar nicht erst geboren werden.“) und die Klopapierbestellung der Gemeinde Fuchstal (hatte nun zwölf Jahre gereicht).

Andrea Nahles „hat jetzt ein Jobangebot als Kita-Chefin der Hells Angels“, Annegret Kram-Karrenbauer nun „alle Fettnäpfchen durch“ und „baut sich selbst welche“, Markus Söder holte „die Kuh endlich vom Eis“ und Uli Hoeneß schoss „das Eigentor gegen das Finanzamt“.

Tipp für das neue Jahr 2020

Django Asül zeigte die Korruptionsbereitschaft der EU-Kommissionsmitglieder auf. „Wäre das Video der Ibiza-Affäre mit Heinz-Christian Strache nur zwei Monate früher aufgetaucht, wäre der jetzt auch in der EU-Kommission.“ Als Tipp für das Jahr 2020 gab der Niederbayer an, einfach nichts von der Politik zu erwarten, denn eigentlich ist das alles nur „a bsoffne Gschicht“.

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