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Konzert

23.11.2018

Ein Chor – viele Lieder – volles Haus

Reizend anzuhören und anzuschauen: Die Mädchen und Buben des Schulchors der Grund- und Mittelschule Harburg.
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Reizend anzuhören und anzuschauen: Die Mädchen und Buben des Schulchors der Grund- und Mittelschule Harburg.

Der Lehrerchor des Landkreises hatte guten Grund zum Feiern. Was der Anlass war und wer gebührend in den Gesamtklang mit einstimmte

Es gehört sich nicht, einen Jubiläumschor hintanzusetzen – aber dieses Mal muss es sein: Das erste große Lob beim Jubiläumskonzert des Lehrerchores Donau-Ries gehört nämlich dem Schulchor der Grund- und Mittelschule Harburg. Mit frischen Stimmen, auswendig und von lebhafter Munterkeit zeigten die kleinen Sängerinnen (ganz überwiegend, eine Männerquote wäre gut), wie gut sie musizieren können. Die drei Lieder, die sie dem Jubiläumschor darboten, waren zugleich bewegungsfreudig, lehrreich wie das Lied der Brücken, die man bauen kann oder das Lied über das Anders-Sein – alle von der Leiterin Pamela Putz klug mit Augenmaß ausgesucht. Das Publikum war hingerissen und spendete begeistert Beifall.

Anlass war die Abschlussveranstaltung des Lehrerchores Donau-Ries, der in diesem Jahr sein 25-jähriges Bestehen feierte. In der fast überfüllten Aula der Harburger Grund- und Mittelschule präsentierte sich nicht nur der Jubelchor selbst – er hatte sich für ein abwechslungsreiches Programm auch Gäste eingeladen. Hätte man nicht das vertraute „Dat Du min leevsten büst“ aus dem Niederdeutschen eingeschoben, so fühlte man sich beim Lehrerchor nach Schweden versetzt. Drei Lieder stammten von dort, die melodiös und stimmig, aber auch etwas schwerblütig daherkommen. Unter der sehr kundigen und einfühlsamen Stabführung von Andrea Meggle bestritt der Chor den Anfang und das Ende der Veranstaltung. Die Lieder sind einfach zu hören, zumal sie in Liebesgeschichten führen, aber mehrstimmig dargeboten, bieten sie durchaus erhebliche musikalische Schwierigkeiten, die der Chor souverän zu meistern wusste.

Zu den Gästen, die das Programm musikalisch bereicherten, gehörten die „Harburger Nachtwächter“. Trotz der gegenüber früher geringeren Zahl zeigte sie unter der Leitung von Michael Hahn ihr musikalisches Potenzial, das unverändert auf beachtlichem Niveau ist. Im Grunde schon ein Quintett von Solisten, kann die Gesangsgruppe Lieder wie „Drei schöne Dinge fein“ sehr harmonisch und ausdrucksvoll vortragen. Munter zu ging es beim Jäger, der längs dem Weiher ging, und dem Hasen nachstellt, mit Erfolg für den Hasen. Die beste musikalische Qualität bot jedoch das geistliche Lied „bleib bei uns Herr“. Der Gruppe ist zu wünschen, dass durch Verjüngung eine Erweiterung gelingt – sie ist eine Bereicherung für das Harburger Kulturleben.

Die Ökumenische Singtreff Harburg unter Ingrid Heerde gehört zum musikalischen Inventar der Harburger Kulturszene. Er bot zwei Klassiker – „Oh happy day“ und das weihnachtliche „A joyful Night“ – wie immer verlässlich und musikalisch gewandt vorgetragen. Aber für die Leistungsfähigkeit der Singgruppe sprach das etwas rätselhafte „Adiemus“ von Jenkins und Rat-ledge. Ein Musikstück, das wegen seines ungewohnten Textes die musikalische Darbietung gefährden kann – aber Ingrid Heerde und ihre Truppe brachten eine überzeugende und musikalisch ausgefeilte Darbietung zu Stande – ein dickes Lob ist angebracht.

Mitgebracht hatte Andrea Meggle den Männergesangverein aus Riedlingen. Obwohl überwiegend gesetzten Alters, zeigten die musikalisch begeisterten Sänger, dass sie immer noch gut mithalten können. Ihre drei Chorstücke im Programm muten an wie klassische Gesangvereinslieder, entpuppten sich aber als liebenswürdige, im schwäbischen Dialekt formulierte, charmant und auch witzige Exemplare ihrer Gattung. Gerade das abschließende Lied mit der Geschichte von dem jungen Mann, dem die weltliche Umgebung verbiete, ein Mädchen zu lieben, dem es der Herrgott aber erlaubt, wurde stilsicher, textdeutlich und überzeugend vorgetragen.

Die Vorsitzende des Jubilars, Henrike Straub, blickte nur kurz auf die Geschichte des Lehrerchores Donau-Ries zurück. Seine Beständigkeit kam zum Ausdruck in der Ehrung vieler Sänger für eine Mitgliedschaft von zwanzig und mehr Jahren.

Henrike Straub begrüßte viele begeisterte Zuhörer in der voll besetzten Aula der Harburger Schule. Mit liebenswürdiger Klugheit führte sie durch das Programm. Den vielen Liebesliedern wusste sie phantasiereich ein erdachtes junges Paar mitzugeben, das durch die Szene wanderte. Der Lehrerchor hat sich über mehr als zwei Jahrzehnte im ganzen Landkreis ein hervorragendes Renommee erarbeitet, das nicht zuletzt der sachkundigen und musikalisch erfahrenen Leitung von Andrea Meggle zu danken ist. Dem Chor ist zu wünschen, dass er Freude am Singen hat und neue Sänger gewinnt – wenn es in Bayern viele neue Lehrer geben sollte, müssten auch für den Lehrerchor einige zu gewinnen sein.

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