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Donauwörth

26.03.2020

Ein Donauwörther kämpft gegen die Terrorismus-Finanzierung

Stefan Raul bekämpft in der Financial Intelligence Unit des deutschen Zolls in Köln Terrorismusfinanzierung und Geldwäsche.
Bild: Raul

Plus Stefan Raul kommt aus der Region. Sein Arbeitsplatz ist aber in Köln. Dort kämpft er gegen Finanzkriminalität. Ein Interview über diese spannende Aufgabe und den Begriff Heimat.

Stefan Raul aus dem Raum Donauwörth bekämpft in der Financial Intelligence Unit (FIU) des deutschen Zolls in Köln Terrorismusfinanzierung und Geldwäsche. Im November wurde der 33-Jährige von der Zeitschrift Capital in die „Top 40 unter 40“ gewählt. Damit zeichnet das Wirtschaftsmagazin jährlich Persönlichkeiten aus Wissenschaft, Staat und Gesellschaft aus.

Was genau machen Sie in der FIU?

Stefan Raul: Wir bekämpfen Finanzkriminalität. Konkret versuchen wir zu verhindern, dass illegale Gelder, die zum Beispiel aus dem Drogen- oder Menschenhandel stammen, „reingewaschen“ werden und in den legalen Wirtschaftskreislauf gelangen, etwa durch den Erwerb von Immobilien. Dabei arbeiten wir eng mit nationalen und internationalen Partnerbehörden zusammen. Ziel ist, einen Beitrag zur wirtschaftlichen Stabilität unseres Landes zu leisten.

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Das klingt ein bisschen nach Action-Film?

Raul: Es ist eine anspruchsvolle und zugleich interessante Aufgabe. Man braucht wirtschaftliches und juristisches Verständnis, um die häufig komplexen Fälle zu analysieren. Wir arbeiten deshalb in interdisziplinären Teams.

Wie sind Sie zur FIU gekommen? Und wussten Sie schon immer, wo es mal für Sie hingehen soll?

Raul: Meine Eltern haben mir schon früh den Wert von Bildung vermittelt. Nach meinem Fachabitur an der Hans-Leipelt-Schule habe ich eine Ausbildung bei der Raiffeisen-Volksbank Donauwörth absolviert. Interesse an der Finanzwelt hatte ich also schon immer. Wo es genau hingehen würde, wusste ich damals aber noch nicht. Während meines wirtschaftswissenschaftlichen Studiums in Deutschland und Frankreich habe ich in zahlreichen Praktika getestet, was mir liegt. Nach einigen Jahren in der Unternehmensberatung bin ich 2018 in den Staatsdienst gewechselt und seither im Geschäftsbereich des Bundesministeriums der Finanzen tätig.

Wo ist für Sie Heimat und was bedeutet dieser Begriff für Sie?

Raul: Mein aktueller Lebensmittelpunkt ist München, beruflich arbeite ich im Raum Köln/Bonn, bin aber auch viel in Berlin für ehrenamtliches Engagement aktiv und somit stets viel unterwegs. Heimat ist und bleibt für mich jedoch Donauwörth und Umgebung. Es ist sehr hilfreich, zu wissen, dass ich hier stets einen festen Anker habe, zur Ruhe kommen und Kraft tanken kann. Ich schätze das Vertraute, die bayrisch-schwäbische Mentalität und die sehr hohe Lebensqualität. Dort ist die Welt noch in Ordnung.

Neben Ihrem Beruf engagieren Sie sich auch ehrenamtlich im Think Tank 30 Deutschland des Club of Rome und im Verein Die Liga, zudem sind Sie Reserveoffizier der Bundeswehr. Wie bekommt man das alles unter einen Hut?

Raul: Ich würde behaupten, dass ich relativ gut organisiert bin und entsprechend Prioritäten setzen kann. Allerdings hat alles seinen Preis und die vielen Themen sind natürlich zeitintensiv. Ich sitze häufig bis spät in die Nacht an Dingen. So lange ich Spaß daran habe und einen Beitrag leisten kann, mache ich das sehr gerne. Und wenn es mal zu viel wird, dann komme ich für einige Zeit in die Heimat und tanke dort wieder neue Kraft und Motivation.

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