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Genderkingen

16.02.2015

Ein Gefängnis auf Rädern

In der Justizvollzugsanstalt Landsberg wird bald ein Platz frei sein – der von Uli Hoeneß. Die Genderkinger Faschingsfreunde bereiteten auf ihre satirische Art ein Thema auf, das die Medien seid mehreren Monaten beschäftigt. Und, um ein weiteres heißes Eisen anzusprechen: Wenn jemand die Stromtrasse verhindern kann, dann wohl am ehesten Pippi Langstrumpf.
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In der Justizvollzugsanstalt Landsberg wird bald ein Platz frei sein – der von Uli Hoeneß. Die Genderkinger Faschingsfreunde bereiteten auf ihre satirische Art ein Thema auf, das die Medien seid mehreren Monaten beschäftigt. Und, um ein weiteres heißes Eisen anzusprechen: Wenn jemand die Stromtrasse verhindern kann, dann wohl am ehesten Pippi Langstrumpf.

Stimmung und regionale Themen – aber auch Frust

Die Zuschauer staunten und zeigten auf ihn, als der Knast auf Rädern beim Zollwirt um die Rechtskurve fuhr. „Gefangenenaustausch soll in Landsberg sein, der Ulli kommt raus, der Schorsch könnt rein“, stand auf dem Wagen der Genderkinger Faschingsfreunde. Sie begrüßten als Gastgeber auch heuer namentlich jede der insgesamt 73 Gruppen. Zwar war es dieses Mal kein Teilnehmerrekord, denn vergangenes Jahr lockte die Kommunalwahl mit vielen Themen. Dieser Umzug startete aber dafür für einen sozialen Zweck.

Wie Hofmarschall Udo Heininger betonte: „Tanzen wir nicht nur für unseren Sonnenschein Emily, die so ein schweres Schicksal ereilte, wir fahren auch für sie und sammeln bis zum Kehraus Spenden.“

So beschäftigte vor allem das lokale Geschehen die Menschen in der Region. Politische Themen, mit denen die Bürger im vergangenen Jahr konfrontiert waren, setzten die Narren kreativ um. Da war Pippi Langstrumpf im Hochspannungsmast eingesperrt und die Niederschönenfelder kämpften wie Asterix gegen die Wildschweine: „Sauen werden immer mehr, darum essen wir den Wald jetzt leer.“ Und schließlich nahmen noch einige Athleten der BR-Radltour teil, die so freilich noch nie zu sehen war: Sie fuhren mit einem Baumstamm auf Rädern durch die Straßen von Genderkingen. Was die Stimmung aufheizte, waren unterdessen die vielen Fußgruppen, die sich unter die Zuschauer mischten. Ein Indianerstamm, Wikinger, etliche Fantasiegestalten und sie durfte nicht fehlen – oder er: Vom Eurovision Songcontest Rain 2015 kam Conchita Wurst in achtfacher Ausfertigung über den Lech, tätschelte Wangen, streichelte Köpfe und nahm die Zuschauer in die Arme. Trotz der guten Stimmung, gab es von den Narren auch kritische Zeilen.

Ihren Frust äußerten sie auf mehreren Fahrzeugen: „Dem Landratsamt ist der Fasching immer noch zu bunt, drum kommt er an die Leine wie ein böser Hund!“ Das Problem definierte dieser Vierzeiler: „Alles was bis jetzt hat Spaß gemacht, wird durch Vorschriften kaputtgemacht. Zu hoch werden uns die Auflagen, deswegen ist dies wohl unser letzter Wagen!“

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