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Wemding/Höchstädt

02.02.2021

Ein Sattelschlepper Hilfe aus Nordschwaben für Erdbebenopfer in Kroatien

Mit diesem Schwerlaster fuhr Kristian Beljak nach Kroatien, um Hilfsgüter aus Nordschwaben an Erdbebenopfer zu liefern.
Foto: Kristian Beljak

Plus Viele Menschen spenden für die Erdbebenopfer nahe Petrinja. Initiator Kristian Beljak aus Wemding berichtet von seiner Fahrt ins Krisengebiet.

Die Farbe der Hilfe aus Nordschwaben ist Rot. Tomatenrot. Denn in dieser Signalfarbe leuchtet der Sattelschlepper, mit dem der Wemdinger Kristian Beljak vor gut einer Woche Hilfsgüter nach Kroatien gefahren hat. Auf der Ladefläche: Hilfsgüter aus den Landkreisen Donau-Ries und Dillingen.

Ende Dezember hatte es südöstlich von Zagreb heftige Erdbeben gegeben, welche die Region zwischen Sisak und Petrinja ins Mark getroffen haben. Häuser sind unbewohnbar, Existenzen sind zerstört. Die Menschen haben in Kellern Unterschlupf gefunden, doch es fehlt an Existenziellem. „Jetzt, wo ich vor Ort war, weiß ich, dass es noch viel schlimmer ist, als die Bilder im Fernsehen zeigen“, sagt Kristian Beljak. „Es sieht aus, als hätten Bomben eingeschlagen“, beschreibt er die Situation. Die Hilfe aus Nordschwaben war und sei weiterhin bitternötig.

Ein Sattelschlepper Hilfe aus Nordschwaben für Erdbebenopfer in Kroatien
14 Bilder
Nach Erdbeben: Wemdinger organisiert Hilftstransport nach Kroatien
Foto: Christian Beljak

In dem tomatenroten Auflieger, mit dem Beljak nach Kroatien gefahren ist, steckte vieles, was den Menschen das Leben nun deutlich erleichtern kann und den Wiederaufbau oder Neubau ihrer Häuser ermöglicht: Baustoffe, Schubkarren, Schaufeln, Akkuschrauber und Isoliermaterial. Mobile Holz- und Gasheizungen liefern in diesen bitterkalten Tagen ein wenig Wärme. Viele Menschen haben warme Bettwäsche, Matratzen oder Arbeitskleidung gespendet. Das alles hat Beljak am 25. Januar nach Kroatien transportiert. Über elf Stunden Fahrt hat er dafür auf sich genommen.

Vor Ort wurde dann in Petrinja die Ware mithilfe des örtlichen Zivilschutzes abgeladen und an Bedürftige verteilt. Nachdem Beljak sich noch ein Bild von der Lage vor Ort gemacht hatte, ist er am vergangenen Mittwoch wieder zurück nach Wemding gefahren.

Aus der privaten Idee des Wemdingers wurde ein Gemeinschaftsprojekt

Damit aus der Idee, privat einen Hilfstransport von Nordschwaben nach Kroatien zu organisieren, auch ein Projekt wurde, waren eine echte Gemeinschaftsleistung und viele Telefonate notwendig. Die Zugmaschine konnte Beljak von der Firma Martin Wagner aus Fessenheim kostenlos ausleihen. Gleiches galt für den Auflieger von Kögel Trailer aus Burtenbach. Die Firmen Eduard Lutz aus Gersthofen spendeten Werkzeuge, Baumaterial stellten Schneid Bau aus Wemding und Holzbau Taglieber aus Oettingen zur Verfügung. D&H Reinigungsservice aus Wemding lieferte eine Ladung Arbeitskleidung.

Die Häuser rund um Sisak und Petrinja sind nach den Erdbeben teilweise stark zerstört.
Foto: Beljak

Organisatorische Unterstützung erhielt Beljak von dem Verein Internationaler Freundeskreis aus Reimlingen, der ein Spendenkonto einrichtete und ebenfalls noch Sachspenden bereitstellte. „Die Resonanz nach dem Zeitungsartikel war enorm groß und ich hätte nie gedacht, dass ich in so kurzer Zeit und mit so viel hochwertigen Spenden nach Kroatien aufbrechen kann“, sagt Kristian Beljak ein paar Tage, nachdem er von seiner Fahrt ins Erdbebengebiet zurückgekehrt ist. Nach wie vor würde sein Handy klingeln und die Menschen anfragen, wie sie helfen können. „Hätten die Menschen nicht so hilfsbereit gespendet – mein Projekt wäre wohl gescheitert.“ Aber sein Dank geht auch an seinen direkten Freundeskreis. Mit drei Bekannten hatte er die ganze Ware in den Lkw geladen.

Viele Bürger aus der Region haben die Aktion des gebürtigen Lauingers unterstützt. Das lag sicher auch daran, dass es eine weitere Verbindung aus Höchstädt nach Sisak gibt. Denn der ehemalige Stadtpfarrer von Höchstädt, Marko Cvitkusic, ist genau dort Generalvikar der neu gegründeten Diözese, wo die Erde bebte und es immer noch tut.

Für Beljak, der im Krisengebiet selbst noch Verwandte hat, ist die Hilfsaktion noch nicht beendet. Das Spendenkonto des Internationalen Freundeskreises ist weiter geschaltet. Der Wemdinger möchte jetzt Direkthilfe für betroffene Familien organisieren. „Die, die es am schlimmsten getroffen hat, sollen wieder auf die Beine kommen“, sagt Beljak. Deshalb wird er die Spenden nun direkt an einzelne Familien weitergeben wollen. „Sobald wieder ein paar Paletten Ware zusammen sind, fahre ich wieder hin“, so Beljak.

  • Das Spendenkonto lautet DE30 7225 1520 0000 2404 24, Stichwort: Erdbebenhilfe Kroatien. Wer Sachspenden abgeben möchte, kann mit Kristian Beljak unter der Telefonnummer 0162/8781197 Kontakt aufnehmen.

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