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Preisverleihung

15.10.2016

Ein „Stammtischbruder“ für Mertingen

Im Münchner Hofbräuhaus: Die bayerische Volksschausspielerin Gitti Wallbrun übergab an Mertingens Bürgermeister Albert Lohner (rechts) und Braurei-Pächter Franz Nosalski den Preis „Bayerischer Stammtischbruder 2016“.
Bild: Helmut Bissinger

Bürgermeister und Brauerei-Pächter nehmen eine besondere Auszeichnung entgegen. Warum die politischen Querelen kein Thema waren

Eigentlich sollte der ehemalige Finanzminister Theo Waigel das loben, was in Mertingen in Sachen Gastronomie geschaffen wurde. Der Politiker hatte als Laudator aber abgesagt, weil er nicht mit Franz Bergmüller auftreten wollte (wir berichteten). Der Vorsitzende des Vereins zum Erhalt der bayerischen Wirtshauskultur ist auch Kreisvorsitzender der AfD in Rosenheim. Der Preis „Bayerischer Stammtischbruder 2016“ wurde nun trotz der politischen Querelen an die Mertinger vergeben. Wer im Festsaal des Münchner Hofbräuhauses am Platzl, wo sich mehrere hundert Gäste versammelt hatten, eine spektakuläre Atmosphäre erwartet hatte, sah sich getäuscht. Riedmüller trat nämlich kaum in Erscheinung. Der Verein war auf Harmonie bedacht.

Der Kabarettist Jürgen Kirner („Couplet-AG) führt souverän durchs Programm. Er würdigte auch an Stelle des ursprünglich vorgesehenen Politiker den Mut der Gemeinde, ein Wirtshaus zu bauen und zu betreiben. Mit der „Alten Brauerei“, so der Kabarettist, sei es geglückt einen Ort zum Wohlfühlen und damit ein intaktes soziales Gefüge zu schaffen. Ein Wirtshaus gehöre einfach zur Daseinsvorsorge wie der Bäcker, Metzger oder der Lebensmittelhändler. Kirner nannte die Investition in Mertingen eine „gesellschaftliche Glücksperle“.

Bürgermeister Albert Lohner stellte die schwäbische Gemeinde einem aus ganz Deutschland angereisten Publikum in einem Video vor, während Pächter Franz Nosalski davon berichtete, dass ihm das Kochen mit regionalen Produkten sehr am Herzen liege.

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Dass man mit der Alten Brauerei wieder Leben ins Dorf gebracht und den Vereinen und Bürgern eine Heimat gegeben habe, anerkannte Kirner. Pächter Franz Nosalski sei bereits im Planungsstadium einbezogen worden. Seine regionale Ausrichtung bringe ihm den erhofften Zuspruch und der Gemeinde, die sechs Millionen Euro investiert hat, die Gewissheit, etwas für den Zusammenhalt der Bürgerinnen und Bürger getan zu haben.

Wer aber würde nun anstelle von Theo Waigel den Preis überreichen? Der Verein zum Erhalt der bayerischen Wirtshauskultur zauberte im Beisein der bayerischen Wißwurstkönigin Luisa eine charmante Vertretung aus seinem Netzwerk: Die bayerische Volksschauspielerin Gitti Wallbrun (alias Rosi Kirchleitner aus „Dahoam is dahoam“) übergab eine stattliche Trophäe, die nun in der Gaststätte in Mertingen einen stattlichen Platz finden soll.

Spontan lud Bürgermeister Albert Lohner die Schauspielerin nach Mertingen ein. Und auch Theo Waigel soll in der Alten Brauerei willkommen geheißen werden. Das Gemeindeoberhaupt hofft, dass Waigel seiner Einladung nach Mertingen ebenfalls nachkommt.

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