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06.03.2018

Ein Teil des Auwalds wird nicht genutzt

Im staatlichen Auwald an der Donau werden bestimmte Bereiche schon jetzt nicht für die Forstwirtschaft genutzt. In diesen Bereichen macht sich auch der Biber breit.
Bild: Werner Diemer

Die Waldbesitzervereinigung informiert sich bei den Bayerischen Staatsforsten. Hintergrund sind die Pläne für den möglichen Nationalpark.

Die Pläne für einen möglichen Auwald-Nationalpark hat die Waldbesitzervereinigung (WBV) Nordschwaben zum Anlass genommen, sich bei den Bayerischen Staatsforsten über die Integration des Naturschutzes in deren Waldbewirtschaftung informieren. Helmut Weixler, Leiter des Staatsforsten-Betriebs Kaisheim, erläuterte den WBV-Vorstandsmitgliedern und Vertretern des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Nördlingen das Naturschutzkonzept – und zwar vor Ort im Auwald. Mit dabei waren Landrat Stefan Rößle und der Landtagsabgeordnete Wolfgang Fackler.

Forstdirektor Weixler zeigte anhand einer Betriebskarte, dass die Wälder entlang der Donau größtenteils in die Nutzungsart „langfristige Behandlung“ eingeteilt sind. Das bürge für sehr geringe und kleinflächige Nutzungen. Nur etwa ein Viertel des Zuwachses auf diesen wüchsigen Waldböden von rund zehn Festmetern je Hektar und Jahr werde tatsächlich genutzt. Bereits heute verzichte der Forstbetrieb Kaisheim im Auwald auf circa zehn Prozent der Fläche komplett auf eine Nutzung. Nach dem Grundsatz „Schützen und Nützen“ werden Weixler zufolge im nachhaltig genutzten Wald eine Vielzahl trittsteinartiger Naturschutz-Bereiche geschaffen. Die Lebensräume im Auwald sollen erhalten bleiben, gegebenenfalls der Artenreichtum noch erhöht werden. Das innige Mosaik aus Wasser- und Landfläche, die große Artenvielfalt, der Strukturreichtum, zahlreich stehendes und liegendes Totholz und viele Höhlenbäume seien Kennzeichen für die hohe Qualität dieses Lebensraumes.

Was die Anreicherung von Totholz anbelangt, liege man im Auwald mittlerweile zwischen 30 und 40 Festmeter pro Hektar. Sehr dicke Bäume blieben als sogenannte Methusaleme ungenutzt stehen. Höchstens aus Gründen der Verkehrssicherung müsse der eine oder andere Baum gefällt werden. Dieser bleibe dann aber vor Ort als liegendes Totholz erhalten, zeigte Weixler anhand einer mächtigen abgestorbenen Pappel.

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Es gibt eine große Sorge

Eine große Sorge hat der Auwald allerdings: Die Verjüngung der Waldbestände gestaltet sich schwierig und wird ohne menschliches Zutun kaum klappen. Die im Auwald besonders wichtige Baumart Esche stirbt aufgrund des Eschentriebsterbens flächig ab und wird aus heutiger Sicht der Forstexperten nur wenig Überlebenschancen haben. Eine natürliche Wald-Verjüngung in den stark mit Stauden und Sträuchern bewachsenen Flächen sei nahezu unmöglich.

Zudem verhindert den Verantwortlichen zufolge der Rehwildverbiss meist das Aufwachsen verbissgefährdeter junger Bäume. Die Eiche, bislang nur mit sechs Prozent im Auwald vertreten, wird nun verstärkt in Gruppen gepflanzt und muss vor Verbiss geschützt werden.

Im Umfeld von Wasserflächen leben mittlerweile zahlreiche Biber. Zum Beispiel entlang von Bächen ist in einer Entfernung bis 30 Meter durch Aufstau und Biberfraß keine geregelte Forstwirtschaft mehr möglich.

WBV-Vorsitzender Alois Michel bedankte sich für die informative Waldführung und merkte an: „Wenn man sieht, was heute schon alles da ist und was in den nächsten Jahren noch in Sachen Naturschutz umgesetzt werden soll, dann versteht man nicht, warum die forstliche Nutzung generell schädlich sein soll. Das haben doch alles unsere Vorfahren geschaffen.“

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