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Aktion

16.09.2019

Ein Wiedersehen mit der Rainer Gartenschau

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3 Bilder
Zum Zehnjährigen pflanzte Albert Weber (links) einen Baum im Gartenschau-Areal. Daneben (von links) Georg Weber, Georg Schmid, Verbandspräsident Roland Albert und Bürgermeister Gerhard Martin.

Zum Jahrestag der Landesgartenschau feiert die Tillystadt – doch man will es nicht bei Erinnerungen belassen.

Ein Impuls hat in Rain alles verändert – „zum Guten“. Davon ist Georg Schmid überzeugt. Die Landesgartenschau vor zehn Jahren hat der Blumenstadt nach Ansicht des ehemaligen Mitglieds der Bayerischen Staatsregierung an vielen Ecken „ein neues Gesicht“ gegeben. Und, so Schmid im Rückblick: „Die über tausend gesellschaftlichen Veranstaltungen vor allem aus der Bürgerschaft haben unstrittig einen neuen Zusammenhalt entstehen lassen.“

Festakt zum Jubiläum der Gartenschau Rain

Bei einem Festakt in einem eigens zum Jubiläum aufgestellten Zelt beim kurfürstlichen Rainer Schloss war es dem Ex-Staatssekretär vorbehalten, Wertungen vorzunehmen. „Die Zukunft gibt es nicht gratis“, sinnierte der Politiker und meinte damit „Engagement, Mühe, Arbeit, finanzielle Anstrengungen“, die Grundlagen für die aktive Gestaltung einer lebendigen, florierenden, prosperierenden Stadt seien.

In Rain, so Schmid in seiner Festrede vor einem Gala-Dinner, sei das geglückt, was andernorts im Nachgang zu einem Großereignis nicht immer Freude bereitet habe: „Auch heute noch erhöhen die damals geschaffenen Anlagen die Lebensqualität der Bürger“. Schlossweihnacht, Eislaufbahn, Open-Air-Kino seien ein Beleg für die Lebendigkeit. Er habe erst kürzlich die „beruhigende Atmosphäre“ bei einem Spaziergang durch die Wallgärten, vorbei an der Leutnantschanze, durch den Schlosspark, vorbei am Schloss und dem Schlosshof über die neue Schlossstraße bis zum Bayertor den Eindruck gewonnen, „als ob die Gartenschau erst gerade ihre Proften geschlossen habe“.

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"Geist der Schau" weitertragen

Jetzt aber, so Schmid in der ihm eigenen, zündenden Rhetorik, müsse es weitergehen. Das soll seiner Meinung nach die Botschaft der Jubiläumsfestttage sein. Die Ansätze seien vorhanden. Er regte einen jährlichen Familientag im Park an, auch Rock im Park sei eine Idee. „Wir müssen den positiven Geist der Schau weitertragen, im starken bürgerschaftlichen Zusammenhalt Neues auf den Weg bringen.“

Ohne die Gartenschau, da ist sich Bürgermeister Gerhard Martin mit seinem Stellvertreter Leo Meier und Schmid einig, hätte die Stadt die sanierung des Schlosses wohl nicht in Angriff genommen und würde auch das Thema Tourismus innerhalb der Veranstaltung nicht so professionell wie heute aufgestellt sein. Mehrfach gewürdigt: das Engagement der Firma Dehner und dessen Chefs, Georg Weber und dem damaligen schirmherr Albert Weber.

340.000 Besucher

In launigen Worten erinnerte Albert Weber an die Bemühungen, die Großveranstaltung nach Rain zu bringen. Gemeinsam mit der Stadt und einem hohen Engagement von Georg Schmid bei Ministern und im bayerischen Kabinett sei es gelungen, Rain in den Blickpunkt von rund 340.000 Besuchern zu rücken. „Der Kampf hat sich gelohnt“, rief Weber den Ehrengästen zu. Zuvor hatte er gemeinsam mit Bürgermeister Martin, Georg Schmid und Roland Albert, dem Präsidenten des bayerischen Gärtnereiverbandes, im Park einen Baum gepflanzt. Bürgermeister Gerhard Martin hatte zum Empfang mit der Stadtkapelle eine Vielzahl von Gästen begrüßt, darunter seine Amtskollegen aus den Partnarstädten Taksony in Ungarn sowie Tougan in Burkina Faso. Aber auch Landrat Stefan Rößle, Abgeordnete, Sponsoren und andere, seinerzeit hoch engagierte Persönlichkeiten waren gekommen, wie beispielsweise Wolfgang Gräser von der Firma Dehner. Dessen damaliges Engagement wurde nicht nur einmal gewürdigt. Es sei geglückt, so das Stadtoberhaupt, mit Hilfe der Gartenschau die Entwicklung der Stadt zu fördern. Die für die Gartenschau eingesetzten vier Millionen Euro (bei einer Förderung von 1,5 Millionen Euro) seien gut investiert. Rain werde davon immer profitieren. Martin dankte allen Beteiligten. Zweiter Bürgermeister Leo Meier stellte heraus, dass es Martin gewesen sei, der die Idee mit großer Hartnäckigkeit und unermüdlichem Einsatz damals vorangebracht habe.

Derweil feierten viele Menschen in Rain am Wochenende ein Widersehen mit der Schau. Es sind erstaunte Blicke, die sich auf die großformatigen Bilder im Rainer Schloß richten – „ich hatte ganz vergessen, wie es vorher aussah“, sagt eine Frau zu ihrer Bekannten. vorher, das war vor über zehn Jahren, vor der Gartenschau „Natur im Rain“, die die Stadt Rain 2009 zusammen mit Dehner in der Tillystadt verwirklicht hat. Infrastruktur und lebenswerte, grüne Plätze sind heute Dank der Gartenschau für die Rainer und Besucher selbstverständlich.

Dieser Erfolg und die positiven Impulse für die Stadtentwicklung wurden jetzt gefeiert. Rund um das Schloß hatte die Stadt ein buntes Familienfest organisiert. Neben Kinderschminken, Rockmusik für die Kleinen und Basteleien rund um die Blume sorgten vor allem die Stelzenläufer für Aufsehen. Von Kopf bis Fuß von Rosen berankt, stolzierten sie stumm durch die Menschen.

Neben der Bilderschau im Schloß, wie das Gelände früher und jetzt aussieht, vermittelte ein von Dehner üppig bestücktes Blumenzelt für Stimmung an die Höhepunkte: italienische Nächte, Ballonfahrten und den Blumencorso durch die Stadt.

Viele Rainer schlenderten über das Gelände des Festes und weiter in den Schlosspark, wo Liegestühle zum Verweilen einluden. Abends dann lockte das Feuerwerk und am Sonntagabend die Heißluftballonfahrer, bei denen man mitfahren konnte. Abends zündeten die vier Ballons nochmal die Brenner an und „glühten“ – eine kleine Erinnerung an das große Ballonglühen vor zehn Jahren.

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