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21.08.2009

Ein gewaltiges Fundament

Rennertshofen/Marxheim Zu sehen ist aus der Entfernung noch nicht viel, denn momentan finden die Arbeiten in der Baugrube statt. Das wird sich aber Mitte September ändern. Dann wird der Turm des Windkraftwerkes zwischen Kienberg und Ammerfeld aufgestellt. Bis es aber so weit ist, werden bereits rund 4000 Tonnen Beton verbaut sein. Seit zwei Jahren mittlerweile versuchen Gegner - eine Bürgerinitiative aus dem Marxheimer Ortsteil Burgmannshofen und die Gemeinde Marxheim - den Bau dieses Windrads auf den Jurahöhen im angrenzenden Landkreis Neuburg-Schrobenhausen zu verhindern. Ab Oktober soll es mit einer Leistung von 2000 Kilowatt pro Jahr über vier Millionen Kilowattstunden Strom erzeugen. Damit könnte es zwei Drittel des Strombedarfs der gesamten Großgemeinde Rennertshofen mit seinen zwölf Ortsteilen decken.

So imposant diese Leistungswerte sind, so imposant zeigt sich die Baustelle. "150 Betonsäulen, zehn Meter lang und 60 Zentimeter im Durchmesser, bilden das Fundament", berichtet Herbert Kugler. Mit seiner Firma Bavaria Windkraft wird er das Kraftwerk betreiben. Der Turm selbst wird 138 Meter hoch sein. In dieser Höhe ist dann der Rotor, mit einem Durchmesser von 82 Metern, befestigt. Macht eine Gesamthöhe von 179 Metern. Am Fuße wird der Turm einen Durchmesser von elf Metern haben. "Das ist schon sehr imposant, aber auch die wirtschaftlichste Art, in unseren Regionen Windräder zu betreiben." Mit jedem Meter Höhe, so Kugler, steige der Ertrag um 0,8 Prozent. Ende Oktober soll das Windrad ans Netz gehen.

Kein Lärm zu erwarten

Bis dahin aber wird sich die Großbaustelle noch einige Male verändern. Schnelle Rotorschläge und damit verbundener Lärm sind nicht zu erwarten, wie Kugler versichert. "Die Rotationsgeschwindigkeit liegt bei fünf bis elf Umdrehungen pro Minute und bei rund 43 km/h Wind erreicht die Anlage bereits ihre Nennleistung." Bei höheren Windgeschwindigkeiten werden die beweglichen Rotorblätter so in den Wind gestellt, dass der Rotor auch nicht schneller dreht, denn das würde ebenfalls nicht mehr Energie bringen, erklärt der Fachmann.

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Südlich von Kienberg befindet sich die Keimzelle der Bavaria Windkraft GmbH. Dort dreht sich seit 1993 ein 80-kW-Windrad, das erste der Firma, die 1995 gegründet wurde. Inzwischen betreibt Kugler bereits sechs Windkrafträder mit einem jährlichen Gesamtertrag von circa zwölf Millionen Kilowattstunden Strom, die alle in der Gegend rund um Weißenburg stehen. Für vier weitere Anlagen bei Solnhofen und bei Weißenburg hat Kugler Bauanträge eingereicht. "Seit 40 Jahren beschäftige ich mich mit der Stromerzeugung durch Wind", erzählt der Elektroingenieur, der nebenher auch eine ökologische Landwirtschaft betreibt. "Zu Beginn habe ich aus Lärchenholz Propellerflügel geschnitten."

Nicht so recht versteht er, dass die Gegner seines Projekts nach drei verlorenen Instanzen nun weiter vor Gericht ziehen wollen. "Gegen Windkraft an sich ist niemand. Aber kaum einer will es in seinem Gesichtsfeld haben." An Überlandleitungen, die auch nicht gerade schön seien, habe sich die Bevölkerung dagegen längst gewöhnt, so Kugler. Er rechnet vor, dass die Sonne und der Wind weltweit die einzigen frei verfügbaren Energiequellen seien. "Biomasse steht schon wieder in Konkurrenz mit der Nahrungsmittelherstellung." Kugler hofft, dass Ruhe in den Juradörfern einkehrt, wenn die Anlage erst einmal steht und die Bevölkerung merke, dass alles nicht so schlimm sei, wie befürchtet.

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