1. Startseite
  2. Lokales (Donauwörth)
  3. Ein politischer Paukenschlag in Monheim

Monheim 

09.11.2019

Ein politischer Paukenschlag in Monheim

Lorenz Akermann (Mitte) tritt für die Monheimer Umlandliste (MUM) am 15. März als Bürgermeisterkandidat an. Fraktionssprecher Michael Schuster (links) und Vorsitzender Christof Böswald (rechts) freuen sich, den erfahrenen Stadtrat - bisher in der Fraktion der CSU – für ihre Gruppierung aufstellen zu können. 
Bild: Sascha Liese

Plus  Die Umlandliste MUM nominiert Lorenz Akermann – bisher Teil der CSU-Fraktion – als Bürgermeisterkandidat. Das erwischt die CSU in der Jurastadt unvorbereitet. Was die Gründe für die Entscheidung ist

Es ist ein echter Paukenschlag. Bei der Kommunalwahl im März 2020 stellt die Monheimer Umlandliste (MUM) erstmals einen Bürgermeisterkandidaten. Und dieser ist kein Unbekannter: Der amtierende Dritte Bürgermeister und CSU-Stadtrat Lorenz Akermann wird für die MUM antreten und sich wie der aktuelle Rathauschef Günther Pfefferer (CSU) zur Wahl stellen. Nachdem es zunächst nach einem ruhigen Wahlkampf in Monheim aussah, dürfte sich die Lage nun ändern.

Weiterlesen mit dem Plus+ Paket

  • Zugriff auf mehr als 200 neue Plus+Artikel pro Woche
  • Zugang zu lokalen Inhalten, die älter als 30 Tage sind
  • Artikel kommentieren und Newsletter verwalten
  • Jederzeit monatlich kündbar
Jetzt für nur 0,99 € testen

Weiterlesen mit dem Plus+ Paket

  • Zugriff auf mehr als 200 neue Plus+Artikel pro Woche
  • Zugang zu lokalen Inhalten, die älter als 30 Tage sind
  • Artikel kommentieren und Newsletter verwalten
  • Jederzeit monatlich kündbar
Jetzt für nur 0,99 € testen

Gestern Abend wurde Lorenz Akermann bei der Nominierungsversammlung im Vereinsheim des Liederberger Traditionsvereins öffentlich präsentiert und als Kandidat für die Wahl am 15. März 2020 vorgestellt. Seit 2005 sitzt Akermann im Stadtrat und bringt sich seitdem in der CSU-Fraktion mit ein. Allerdings ist er seit jeher parteifrei, wie der Bewerber betonte.

Akermann will "ehrliche Kommunalpolitik"

Gründe für den doch ungewöhnlichen Schritt beschreibt Akermann wie folgt. Mit der Umlandliste möchte er sich im Falle seiner Wahl als Bürgermeister für „ehrliche Kommunalpolitik“ einsetzen, in der es „weder parteipolitisches Gezänk noch Absprachen in den Hinterzimmern“ geben soll. Akermann: „Der Einwohner als Souverän der Stadt Monheim soll mit seinen Interessen, Wünschen und Bedürfnissen im Mittelpunkt der Politik stehen.“ In den vergangenen Wochen habe er eines bereits mitbekommen: „Die MUM hat ihr Ohr am Bürger.“

Ein politischer Paukenschlag in Monheim

Seiner aktuellen Fraktion habe Akermann angeboten bis zum Ende der Wahlperiode als fraktionsloses Mitglied im Stadtrat weiterzuarbeiten. Zudem werde er alles dagegen tun, dass es zu persönlichen Zerwürfnissen kommt. „Ich trete nicht gegen jemand oder etwas an, sondern für ein gutes Miteinander.“ Er stehe für Transparenz und partnerschaftlichen Umgang mit den Bürgern. Dass er selbst für das Bürgermeisteramt kandidiert, war für ihn lange kein Thema, so Akermann. Zuletzt wurde er aber vermehrt auch im persönlichen Umfeld angesprochen, ob er nicht antreten möchte. So sei die Idee langsam herangereift.

Seit 1997 lebt er in Monheim

Der 63-Jährige stammt aus Wäschenbeuren (Kreis Göppingen) in Baden-Württemberg. Nach seinem Studium der Theologie und arbeitete mehrere Jahre im kirchlichen Dienst, darunter als Kaplan und Gefängnisseelsorger. Ab 1994 war er bei Hama zunächst als Lagerarbeiter und später über 20 Jahre als Personalreferent tätig. Inzwischen ist der Familienvater, der seit 1997 in Monheim lebt, im Vorruhestand.

Neben seinem Engagement als Dritter Bürgermeister in der Stadtpolitik ist Akermann seit über 20 Jahren als Organist und Leiter des Kirchenchores in der katholischen Gemeinde Monheims im Einsatz.

Die CSU-Fraktion habe er informiert, nicht mehr für ihre Liste zur Verfügung zu stehen. Günther Pfefferer hat er am Donnerstagabend in einem persönlichen Gespräch seine Pläne offenbart. Innerhalb der CSU ist man von Akermanns Schritt mehr als überrascht. „Ich bin fassungslos“, sagt CSU-Ortsvorsitzender Konrad Müller. Es habe keinerlei Anzeichen gegeben, dass sich Akermann in der Fraktion nicht wohl fühle oder es Kritik an der Politik gäbe. „Menschlich lässt dieser Schritt schon sehr tief blicken“, so Müller, der von der Personalie eiskalt erwischt worden ist. Er war bis Donnerstagabend davon ausgegangen, dass Akermann auf einem der vorderen Plätze auf der CSU-Stadtratsliste steht. Das wird nun nicht passieren.

Der erste Kandidat der Umlandliste überhaupt

Akermann ist nun offiziell als erster Bürgermeisterkandidat der Umlandliste, die seit 2002 in der Kommunalpolitik aktiv ist. Im Stadtrat ist die MUM-Fraktion seit der letzten Wahl mit sechs Mitgliedern als größte Gruppe vertreten. Die Lösung mit Akermann als Kandidat habe sich ziemlich kurzfristig ergeben, erläutert Fraktionssprecher Michael Schuster. Nun sei man sehr zufrieden, einen erfahrenen Stadtrat als Alternative zum Amtsinhaber bieten zu können. Der frühere Zweite Bürgermeister Alfons Meier, der sich eigentlich aus dem Stadtrat zurückziehen wollte, wurde durch die Personalie Akermann motiviert, noch einmal zu kandidieren. „Wir sind keine Protestbewegung“, betonte Schuster. Im Gegenteil: „Nur gemeinsam können wir in Monheim etwas bewegen.“

Der Vereinsvorsitzende, Stadtrat Christof Böswald, machte klar, dass man gemeinsam mit Lorenz Akermann neue Impulse setzen möchte. Bei der Versammlung in Liederberg wurden auch die MUM-Kandidaten für die Stadtratsliste vorgestellt (siehe Kasten). Ziel sei es, so Böswald, erneut die größte Fraktion zu werden. (mit fene)

Lesen Sie dazu den Kommentar von Barbara Wild

Eine eiskalte Dusche

Themen folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Das könnte Sie auch interessieren