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Bildung

13.02.2015

Eine Hochschule für Nördlingen?

Bislang ist das Technologie Centrum Westbayern, kurz TCW, ein An-Institut der Hochschule Augsburg, es wird geforscht und entwickelt. Klassische Hochschullehre findet dort noch nicht statt. Das könnte sich nun ändern.

In Nördlingen soll eine Außenstelle der Hochschule Augsburg entstehen. Hat die Bewerbung Erfolg, könnte im Ries damit ein Problem bekämpft werden.

Wenn Markus Glück über das spricht, was einmal werden könnte, wird er euphorisch. Glück ist Professor an der Hochschule in Augsburg, er ist zudem der Geschäftsführer des Technologie Centrums Westbayern (TCW) in Nördlingen. Und eben dort könnte bald eine Außenstelle der Augsburger Hochschule entstehen. „Das“, sagt Glück, „wäre ein riesiger Zukunftsschritt für die Region.“ Es wäre der erste Standort für Hochschullehre im gesamten Landkreis.

Hintergrund von Glücks Hoffnungen ist ein Wettbewerb, den das bayerische Kultusministerium ausgerufen hat. In dem können sich Städte um eine Hochschul-Außenstelle bemühen. Die Staatsregierung möchte den ländlichen Raum dadurch stärken, dass dort Studienangebote entstehen. Bis zum 15. März können die Hochschulen den Antrag einreichen, im Mai sollen drei bis fünf Städte den Zuschlag bekommen.

Für Schwaben gehen die Hochschulen Augsburg, Kempten und Neu-Ulm mit einer gemeinsamen Bewerbung ins Rennen. Als Standorte für die Außenstellen haben sie Nördlingen und Memmingen ausgewählt, weil es dort bereits Technologiezentren gibt, die angeschlossen werden könnten.

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Und im Fall von Nördlingen handelt es sich dabei um das TCW, das bereits ein sogenanntes An-Institut der Hochschule Augsburg ist, eine Forschungseinrichtung. Nun könnte dort ein Standort für die Lehre entstehen, mit 15 bis 30 Studenten pro Semester, wie es von der Hochschule Augsburg heißt. Der Studiengang in Nördlingen würde in Richtung Produktionsmechatronik gehen.

Hochschule im Ries "eines unserer größten Projekte"

Landrat Stefan Rößle bezeichnet die Bemühungen um einen Hochschulstandort im Ries als „eines unserer größten Projekte“. In der Vergangenheit seien neue Hochschul-Standorte in ländlichen Regionen für die Staatsregierung kein Thema gewesen, nun stünden sie auf der Agenda. Es habe dazu bereits Gespräche zwischen politischen Vertretern der Region und der Staatsregierung gegeben.

Ein Problem der Region sei es, dass viele hoch qualifizierte junge Leute abwanderten, weil sie hier nicht studieren können. Mit dem Standort in Nördlingen wolle man etwas tun, um diese Menschen zu halten. Vorgesehen sei ein berufsbegleitendes Studium, in dem viele Inhalte digital vermittel werden sollen. „Sollten wir Hochschulstandort werden, wäre das eine Riesen-Geschichte“, sagt Rößle.

Wie wichtig der Wettbewerb den politischen Vertretern aus der Region ist, zeigt auch, dass diese auf einer Klausurtagung der CSU Schwaben massiv für die Hochschul-Außenstelle in Nördlingen warben. An dieser Initiative beteiligten sich neben Rößle auch der Bundestagsabgeordnete Ulrich Lange, der Landtagsabgeordnete Wolfgang Fackler und Bezirksrat Peter Schiele.

TCW-Chef Glück sieht gute Chancen auf eine erfolgreiche Bewerbung. „Wir sind eine Produktionsregion, wir haben die Wirtschaft an Bord, wir können einiges in die Waagschale werfen“, sagt er. Gut möglich, dass er demnächst noch mehr Grund zur Euphorie hat.

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