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24.03.2009

Eine Nacht mit Falco, Tarzan und Elisabeth

Donauwörth Die Infektionsrate war hoch, sehr hoch und das Krankheitsbild typisch: klatschende Hände, wippende Beine und mitsingende Gesichter. Eindeutig: Das Musical-Fieber hatte die Besucher der "Nacht der Musicals" im Donauwörther Tanzhaus gepackt. Ein Erlebnis für alle Sinne, farbenfrohe Kostüme für die Augen und mitreißende Hits für die Ohren, waren die mit voller Spielfreude der Darsteller dargebotenen Stücke aus Musicals mehrerer Jahrzehnte.

Das Ensemble der Broadway Musical Dance Company nahm die begeisterten Zuschauer mit auf eine Reise nach Transsylvanien, wo Alfred und Professor Abronsius in "Tanz der Vampire" um die schöne Sarah und gegen die Vampirwelt kämpften. Beim intensiven Ausdruckstanz dieses Stückes und den tief ergreifenden Soli wuchs die "unstillbare Gier" nach mehr. Weiter ging es mit "Aquarius" und "Let the sunshine" in die Flower-Power-Zeit von "Hair" und von dort weiter in die Katakomben der Pariser Oper, wo das "Phantom" die junge Sängerin Christine im Opernsang ausbildete.

Durch die Abfolge von ruhigen, sehnsüchtigen und schnellen, impulsiven Musicalsequenzen wurden die Besucher in ein Wechselbad von Gefühlen geworfen: Hing man eben noch hingerissen an den Lippen der Solistin von "Memory" aus Cats, fiel es schwer, sich bei "Daddy Cool" ruhig auf den Plätzen zu verhalten. Im raschen Wechsel der verschiedenen Rollen aus insgesamt 17 Musicals, sowie im rasanten Kostümtausch konnten die Starsolisten ihre Qualitäten voll unter Beweis stellen.

Große Ergriffenheit

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Zu "Rock me Amadeus" fielen die Reifenröcke der Tänzerinnen und zur "Rocky Horror Picture Show" die Zuschauer in Begeisterungsstürme. Herrlich skurril und mit viel Kontakt zum Publikum stakste Dr. Frank 'N'Furter in hochhackigen Schuhen und Mieder zu "Sweet Transvestite" durch die Reihen: Hier knisterte die Luft eindeutig vor Nieten, Lack, Leder und Federboa. Dann beherrschten die großen Frauen - und damit die Theatralik - das Geschehen auf der Bühne. Nach "Don't cry for me Argentinia" aus "Evita" herrschte großer Ergriffenheit, die auch während "Ich gehör nur mir" aus "Elisabeth" nicht abflaute. Im grandiosen Duett "Wenn ich tanzen will" kam der volle Stolz Elisabeths zum Tragen und entführte die Zuschauer in die emotionalen Tiefen der Kaiserin. Eine faszinierende Tanzstunde im Unterrichtsfach Mambo bot sich den Zuschauern bei "Dirty Dancing". Mit anspruchsvollen Hebefiguren und präzise ausgeführten Tanzeinlagen brillierten die Tänzerinnen und Tänzer in ihrem Auftritt.

Zwar hatte man bei "Somebody to love" aus "We will rock you" rein akustisch nicht Freddie Mercury vor seinem inneren "Ohr", doch auch die soulige Variante der Darbietung aus "Nacht der Musicals" hatte seine Reize - nicht zuletzt wegen der perfekten szenischen Umsetzung der Gefühlsregungen der Interpretin. Sei es dem schwäbischen Gemüte zugeschrieben, dass die Animationsversuche der Musicalstars hier eher ins Leere liefen, holten die Donauwörther es jedoch spätestens beim Medley der Pop-Ikonen von ABBA nach. Mit Glitzer und knalligen Farben und Schlaghosen zauberten die Stars das Feeling der 70-er Jahre auf die Bühne und entfachten zum Ende hin nochmals ein farbenfrohes Musical-Spektakel.

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