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Hobby

14.06.2014

Eine Welt in winzig

Mit viel Fantasie und Fingerspitzengefühl lässt Gerhard Schlögl ganze Landschaften in Klein entstehen.
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Mit viel Fantasie und Fingerspitzengefühl lässt Gerhard Schlögl ganze Landschaften in Klein entstehen.

Hobby Gerhard Schlögl verbringt seine Freizeit nicht nur im Garten oder auf dem Rad. Er bastelt Flugplätze, Landschaften und sogar den Zirkus Krone – mit einfachsten Mitteln

Münster Gerhard Schlögl sammelt Pappkartons, Holzplatten und Stoffreste in seiner Werkstatt – und das aus gutem Grund. Der 71-Jährige aus Münster geht nämlich einer besonderen Leidenschaft nach. Er bastelt Miniaturlandschaften. Dabei kauft der Rentner aber seine Ausrüstung nicht nur, sondern fertigt aus alltäglichen Materialien wie Kalenderblättern Flugplätze, Fahrzeuge und ganze Landschaften an. Zu militärischen Modellen hat der Reservist schon immer eine besondere Vorliebe. Doch vor etwa vier Jahren hatte der Großvater zweier Enkelinnen eine neue Idee.

„Ich besuchte vor einigen Jahren den Zirkus Krone in Neuburg und dachte mir: Warum nicht Mal etwas anderes bauen?“, erzählt der ehemalige LEW-Mitarbeiter. Aus einfachsten Alltagsgegenständen bastelte er Zelte und Wagen. So besteht beispielsweise das Dach der Manege aus der Unterseite einer Couch und die Unterkunft der Tiere aus einer aufgeklappten Pralinenschachtel. „Besonders gut kann man mit Kalenderblättern arbeiten, weil sie stabil und leicht faltbar sind. Wenn man so etwas machen will, braucht man viel Fantasie und Geschick“, erklärt Schlögl.

Lediglich einige Fahrzeuge auf den Miniaturgeländen sind gekauft. In zahlreichen Vitrinen und Schränken, die der Bastler zum Teil selbst zusammengebaut hat, bewahrt der Rentner alte Bundeswehrfahrzeuge, Flugzeuge und Zeppeline auf. Sein Blick bleibt darauf hängen und er erinnert sich: „Früher haben die Autos und Laster nur ein paar Mark gekostet. Heute zahlt man viel mehr dafür.“ Wie viel Zeit er für ein Bauwerk braucht, ist unterschiedlich. Manchmal setzt er eine Idee sofort in die Tat um und baut sie in einem Zug zu Ende. Es kommt aber auch vor, dass Schlögl an einem neuen Projekt arbeitet und das alte Vorhaben vorübergehend ruhen lässt. Begeistert von Modellen ist der 71-Jährige schon seit Jahrzehnten. Eines seiner ersten Bauten war vor rund 30 Jahren eine Eisenbahnlandschaft. Diese bewahrt er nach wie vor im Keller auf. Schon damals war die Grundlage eine Styroporplatte, auf der Straßen und Hügel der Marke Eigenbau entstanden. Neben seinen Modellen lagert der Bastler Kartons, Farben und sogar einen Regenschirm. „Ich weiß noch nicht, ob oder wie ich die Teile verbaue. Aber wenn es soweit ist, bin ich froh, dass ich sie aufbewahrt habe.“

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Auch seine 14- und 16-jährigen Enkelinnen aus Burgheim besuchen die Großeltern hin und wieder. Dann fährt die Eisenbahn im ersten Stock – wo er den Großteil seiner Modelle aufbewahrt – ein paar Runden. Schlögl sagt aber, dass er der Einzige in der Familie ist, der die Bastelarbeit auslebt. Einer seiner Freunde teilt die Leidenschaft mit ihm, muss aber dennoch schmunzeln, wenn der Rentner Prospekte und Flyer zum Bekleben von Fahrzeugen oder zum Basteln verwendet. Auf diese Art kommen auch die Schriftzüge von Zirkus Krone auf die Laster.

Im Sommer, gesteht Schlögl, verbringt er die Zeit selten in seiner Werkstatt. Da ist er lieber im Garten oder fährt Rad. Ins Wirtshaus geht der Modellbauer nicht. Das habe er noch nie gemacht. Im Augenblick versucht er sich an einem Panzer, den es nicht zu kaufen gibt. Deswegen macht er sich selbst ans Werk, um das Fahrzeug anzufertigen.

Teuer ist sein Hobby nicht, denn: „Mehr als Material, eine Schere und Kleber brauche ich nicht dafür“, sagt er.

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