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Marxheim-Schweinspoint

13.08.2019

Eine bunte Lego-Rampe für Rollstuhlfahrer

So sehen die bunten Lego-Rampen aus. Sie helfen Rollstuhlfahrern und anderen Menschen, Hindernisse zu überwinden. In Köln, wo dieses Foto entstanden ist, kommt das Projekt gut an. Nun soll es auch in Donauwörth anlaufen. 
Bild: Thilo Schmülgen/Aktion Mensch

Plus Die Stiftung St. Johannes sammelt ab sofort Lego-Steine, um daraus Rampen für Rollstuhlfahrer zu bauen. Welche Steine es braucht und wie genau gebastelt wird. 

Köln ist seit einigen Monate ein Stück weit bunter, ein Stück weit barrierefreier und ein Stück weit freundlicher zu Menschen, die es im Alltag schwerer haben als andere. Zu Menschen, die – ob im Rollstuhl, mit dem Rollator oder Kinderwagen – an so mancher Stufe zum Scheitern verurteilt sind.

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Was das alles mit Donauwörth zu tun hat? Erst einmal gar nichts, denn Nordschwaben liegt rund 470 Kilometer von der Rheinmetropole entfernt. Nun aber schwappt eine erfolgreiche Kölner Idee über diese Distanz auch in die südliche Republik. Eine Idee, die sich nach und nach in verschiedenen Städten Deutschlands zunehmend verbreitet und die auch Donauwörth bunter, barrierefreier und freundlicher machen will. Die Idee von Rampen, die aus Legosteinen gebaut werden. Sie sollen an Stufen und Schwellen aufgestellt werden und so Hürden abbauen, die im Alltag mitunter gesetzt sind.

Sonya Karmazin (rechts) und Corinna Werner von St. Johannes organisieren die Legosteine-Aktion.
Bild: Barbara Würmseher

„Wir haben im Radio davon gehört und haben uns sofort für diese Idee begeistert“, erzählen die Donauwörther Initiatorinnen Sonya Karmazin und Corinna Werner. Die beiden sind Projektleiterinnen bei der Stiftung Sankt Johannes und machen sich dafür stark, aus Legosteinen Rampen zu bauen.

Eine bunte Lego-Rampe für Rollstuhlfahrer

Ein großes Gemeinschaftsprojekt

Es geht ihnen um Inklusion, um Barrierefreiheit und um die Teilhabe aller Menschen am ganz normalen Leben. Aber eigentlich geht es ihnen noch um sehr viel mehr. „Die Aktion ist ein einziges großes Miteinander“, schildert Sonya Karmazin und bekommt leuchtende Augen. „Jeder kann mitmachen, ob alt oder jung, ob er viel dazu beitragen möchte oder wenig, ob er sich aktiv am Bauen beteiligen will, oder nur eine Hand voll Legosteine spenden möchte .... Es ist ein Zusammenhelfen von einer Art, für die es kein Wort braucht“.

Und so soll das Projekt aussehen: Corinna Werner und Sonya Karmazin haben mit den Klienten der Stiftung St. Johannes Spendenboxen gebastelt, die sie mit buntem Papier in fröhlichem rot-weißen Streifenmuster verpackt haben. „Wir sammeln Lego-Steine“ steht handschriftlich darauf vermerkt. Dazu ist ein Info-Blatt darauf geklebt, das alle notwendigen Details enthält.

Basic-Legosteine werden für die Aktion gesucht. 
Bild: Ulrich Wagner

Diese Spendenboxen werden ab der kommenden Woche in allen möglichen Geschäften und Einrichtungen aufgestellt, sie stehen aber natürlich auch im Werkstattladen der Stiftung (Zirgesheimer Straße). „Wer bereit ist, eine solche Box bei sich aufzustellen, darf sich auch sehr gerne bei uns melden“, appelliert Sonya Karmazin.

Kein Duplo, sondern Lego-Basic-Steine sind gesucht

Dort hinein sollen die kleinen Lego Basic-Steine geworfen werden, die flachen Basic-Steine, Bauplatten, 45-Grad-Schindeln und lange und flache Dachschindeln. Nicht verwendet werden können die großen Lego-Duplo-Steine. Etwa 600 Steine sind für eine Rampe notwendig. „Jeder Stein hilft uns eiter“, sagt Corinna Werner. Bei städtischen Veranstaltungen wie beispielsweise Don-Wud soll die Aktion ebenfalls präsent sein.

Aber nicht nur Spender sind gefragt, auch Bastelfreunde sind herzlich willkommen, mitzumachen. So planen die beiden Projektleiterinnen gezielte Termine, bei denen Lego-Bauer aufeinandertreffen und gemeinsam Rampen entstehen lassen. „Interessenten dürfen sich gerne melden, wir führen dann Listen mit Kontaktdaten und halten sie auf dem Laufenden, wann etwas los ist“, sagt Sonya Karmazin.

Die Stabilität der Rampen steht außer Frage. Allein schon durch die kleinen Lego-Steine entsteht ein fester Verbund. Zudem werden die Steine geklebt und ihre Unterseite wird mit Moosgummi verleimt, sodass auch keine Rutschgefahr besteht. „Zunächst freilich bauen wir einen Prototyp und testen ihn“, erklärt Corinna Weber. In Köln allerdings und auch anderswo funktionieren diese Konstruktionen problemlos.

Bunte Rampen fallen auf im grauen Alltag

Ziel ist es, in Donauwörth vor möglichst vielen Geschäften und auch an anderen Standorten diese Rampen aufzustellen. „Wir wollen bunte Rampen in den grauen Alltag bringen.“ Gerne zitieren die Organisatorinnen dazu auch Johann Wolfgang von Goeteh mit dem schönemn Satz: „Auch aus Steinen, die einem in den Weg gelegt werden, kann man Schönes bauen.“

  • Wer sich an dieser Gemeinschaftsaktion beteiligen möchte, wendet sich an die Stiftung St. Johannes (0907/70010350), an Sonya Karmazin (0151/14577524, sonya.karmazin@sanktjohannes.com) oder Corinna Werner (corinna.werner@sanktjohannes.com).


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