Eine eiskalte Dusche

Eine eiskalte Dusche
Kommentar Von Barbara Wild
09.11.2019

In der Jurastadt hatte man sich eher auf einen ruhigen Wahlkampf eingestellt. Das ist jetzt passé

Diese Nachricht ist eine eiskalte Dusche für die CSU in Monheim: Wenn ein Mann aus den eigenen Reihen ins Lager der politischen Konkurrenz überläuft und auch noch den amtierenden Bürgermeister herausfordert, dann ist das schon eine schwer zu schluckende Kröte für die Christsozialen in der Jurastadt.

Und auch, wenn Lorenz Akermann beteuert, dass er für ein gutes Miteinander antritt – wie sonst soll man seine Entscheidung verstehen, als die eines bisherigen Weggefährten, der einfach mal kurzfristig in die andere Richtung abbiegt?

Bürgermeister Günther Pfefferer hat muss nun nicht nur auf einen langjährigen Mitstreiter verzichten, sondern sich von seinen Wählern die Frage stellen lassen, warum denn ein Mann aus seiner Fraktion sich genötigt sieht den offenen Bruch herbeizuführen. Zugleich muss er Überzeugungsarbeit für seine Politik leisten, die Akermann ja öffentlich kritisiert. Er spricht von „parteipolitischem Gezänk“ und „Absprachen in Hinterzimmern“. Das wirft Fragen auf.

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Nicht zuletzt trifft ein ernst zu nehmender Gegenkandidat die CSU in Monheim vermutlich ziemlich unvorbereitet. In der Jurastadt hatte man sich eher auf einen ruhigen Wahlkampf eingestellt.

Auch die Kreis-CSU wird mit der Nachricht erst Mal erschrecken. Sie hatte das Rathaus in Monheim fest in Unions-Hand gesehen. Nun kann es passieren, dass sie nicht nur in Donauwörth und Harburg die Regentschaft verliert. Jetzt ist auch in Monheim die Wahl kein Selbstläufer.

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