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Handel

24.11.2016

Einkaufen im eigenen Dorfladen

Die Alerheimer kamen nicht nur zur Eröffnung des neuen Dorfladens, um sich die Reden der Ehrengäste anzuhören. Sie kauften auch schon fleißig ein, wie dieses Bild von der Kasse zeigt.
Bild: Franziska Wolfinger

Gut zwei Jahre mussten die Alerheimer ohne ein Geschäft im Ort auskommen.

An der Kasse hat sich bereits eine lange Schlange gebildet. Viele Alerheimer nutzen die Gelegenheit, gleich bei der Eröffnungsfeier, ein erstes Mal in „ihrem Dorfladen“ einzukaufen. In diesem Fall ist das „ihr Dorfladen“ tatsächlich wörtlich zu nehmen, denn hinter dem Laden steht eine Genossenschaft. Die Bürger konnten im Vorfeld Anteile des Dorfladens kaufen. 100 Haushalte, die sich beteiligen, waren die Mindestanforderung, dass die Finanzierung gesichert ist, erklärt Simone Gerstmeyr, die Vorstandsvorsitzende der Genossenschaft. Ganze 274 Haushalte jedoch hätten Anteile gekauft.

„Da mussten wir nicht einmal lange suchen. Im Gegenteil, viele Interessierte sind auf uns zugekommen“, sagt sie weiter und wird dann von einer Kundin unterbrochen, die sich ihre Zeitung täglich im Laden abholen will. Und falls sie es einmal nicht schafft, solle man ihr doch bitte ein Exemplar bis zum nächsten Tag aufheben. Sie kauft die Zeitung ganz bestimmt, verspricht die Kundin. Gerstmeyr erklärt: „Solche Sonderwünsche erfüllen wir natürlich gerne.“ Gerade das hebt einen Dorfladen ja von größeren Geschäften in der Stadt ab. In ihrer Ansprache bei der Eröffnung sagte Gerstmeyr, in der Planungsphase habe sie erfahren, was es heißt, offene Türen einzurennen. Der Wunsch nach einem eigenen Dorfladen sei in der Gemeinde sehr groß gewesen. Unter anderem dankte sie dem Bürgermeister der Gemeinde, Christoph Schmid, für seine Unterstützung. Der Dorfladen ist mehr als ein gewöhnlicher Laden. Er ist Metzgerei, Bäckerei, Schreibwarengeschäft oder auch Reinigung.

Schmid selbst sagte in seiner Rede, so ein Projekt müsse vom Bürgerwillen getragen werden und könne nicht von oben herab verordnet werden. Dieser Bürgerwille komme auch in der genossenschaftlichen Struktur des Ladens zum Tragen, die der Arbeitskreis dem Gemeinderat vor genau einem Jahr vorgeschlagen hatte. Er hoffe, dass der Dorfladen mit seinem kleinen Café im Eingangsbereich auch ein Mittelpunkt des Dorflebens werde, so Schmid. Stellvertretender Landrat Reinhold Bittner fand neben Lob und Glückwünschen für das Projekt auch mahnende Worte. Es sei wichtig, dass der Dorfladen von der Bevölkerung angenommen werde.

Das Geschäft in Alerheim ist Teil des neu geschaffenen Dorfladennetzwerks im Landkreis Donau-Ries. Bisher habe ein Treffen der Verantwortlichen der nun neun Dorfläden stattgefunden, bei dem Erfahrungen und Ideen ausgetauscht werden können, erklärt Barbara Wunder, die das Netzwerk vonseiten des Landratsamts betreut. Ein Ziel des Netzwerkes sei es, regionales Einkaufen zu fördern. Das sei auch im Dorfladen Alerheim wichtig, sagt Gerstmeyr. Derzeit arbeite man mit 23 regionalen Lieferanten zusammen.

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