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Donauwörth

15.04.2015

Elektroautos zünden langsam

Lechwerke sehen großes Potenzial in der Technologie von morgen. Warum es trotzdem noch dauern könnte, bis sich die Fahrzeuge durchsetzen werden

Bis zum Jahr 2020 sollen in ganz Deutschland mindestens eine Million Elektroautos auf den Straßen rollen. Das hat sich die Bundesregierung zum Ziel gesetzt. „Das ist sehr ehrgeizig“, kommentiert Carolin Patzner, die Pressesprecherin der Lechwerke (LEW). Betrachtet man die Entwicklung der vergangenen Jahre und rechne die bisherigen Zahlen hoch, dann werde das Ziel nicht erreicht, sagt sie.

Dennoch sieht Patzner im Bereich Elektromobilität eine „dynamische Entwicklung“ in Bayerisch-Schwaben. Im Jahr 2013 verzeichneten die Lechwerke in diesem Gebiet 1700 Ladevorgänge, ein Jahr später etwa 4000.

Auch die Zahl der Anbieter und die Auswahl an Fahrzeugen sei, so Patzner, in den vergangenen vier Jahren gestiegen. Um Elektromobilität weiter zu fördern, könnte sie sich vorstellen, dass Firmen auf Elektrofahrzeuge umstellen. „Das könnte interessant sein und einen Schub geben“, meint die Sprecherin des Energieversorgers.

Laut Informationen des Landratsamts wurden im Donau-Ries-Kreis bis Ende des Jahres 2013 insgesamt 29 Elektrofahrzeuge zugelassen, ein Jahr später 39. Mit Stand 1. März 2015 zählt das Landratsamt 42 zugelassene Elektroautos. Zum Vergleich: Insgesamt sind im Landkreis über 130000 Fahrzeuge mit Benzinmotoren zugelassen.

Seit über drei Jahren bietet das Autohaus Böttcher in Rain ein Elektrofahrzeugmodell an. Der Inhaber Gerd Böttcher hält die Elektromobilität für die „Technologie der Zukunft“. Er ist ein absoluter Befürworter von Elektrofahrzeugen und fährt oft und gern damit, erzählt er. Böttcher schätzt das umweltbewusste, sparsame und ruhige Fahren, das „Gleiten ohne Motorengeräusche“. Auch die Kunden, die bei ihm ein Elektrofahrzeug gekauft haben, seien überzeugt. Dennoch glaubt Böttcher, dass es noch dauern wird, bis sich die Modelle durchsetzen werden. Grund dafür sei, dass unter anderem die Förderung zum Anschieben der Elektromobilität seitens des Staates fehle.

Zu den Vorteilen von Elektroautos zählt Böttcher die Energiepreise. Nachteilig hingegen ist, dass das Nachladen länger dauert als Tanken und dass ein Elektroauto eine geringere Reichweite hat. Böttcher sagt: „Die Reisen muss man im Vorfeld besser planen.“

Angst, auf freier Strecke stehen zu bleiben, müsse man mit dem von Böttcher vertriebenen Modell nicht haben, denn dieses hat einen sogenannten Reichweitenverlängerer eingebaut. Das bedeutet, dass im Ernstfall ein Generator mithilfe von Benzin Strom erzeugt und das Auto nicht stehen bleibt. Im Vergleich zu der Gesamtzahl der verkauften Fahrzeuge nehmen die Elektroautos nur einen geringen Anteil ein, sagt Böttcher.

An insgesamt 40 Stationen im Bereich Bayerisch-Schwaben können die Elektroautos aufgeladen werden, davon befinden sich vier im Landkreis Donau-Ries: in der Gartenstraße in Donauwörth, auf dem Parkplatz hinter der Raiffeisen-Volksbank in Donauwörth, bei der Firma Advantech (Helicopter-Technologie-Park) in Donauwörth und in Oberndorf beim Autohändler Mayr & Zeller.

Abhängig vom Fahrzeugmodell verbraucht nach Angaben der LEW ein Elektroauto auf 100 Kilometer drei bis fünf Euro Energiekosten, ein konventionelles Auto sieben bis neun Euro. Dafür sind die Elektrofahrzeuge in der Anschaffung teurer. Ein Elektro-Mittelklassewagen kann schon mal 3000 Euro teurer sein als ein vergleichbares konventionelles Modell, meint Eva Deixler vom Marketing des Autohändlers Abel und Ruf in Nordheim.

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